Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Boulevard

Chefdirigent der Regensburger Domspatzen geht in Ruhestand

Domkapellmeister Roland Büchner hat mit den Regensburger Domspatzen Höhen und Tiefen erlebt. Konzertreisen führten ihn um die Welt. Auf der anderen Seite löste der Missbrauchsskandal Erschütterung aus. Im Herbst geht der Chefdirigent in den Ruhestand.



Roland Büchner
Roland Büchner, Leiter der Regensburger Domspatzen. Der Domkapellmeister geht nach 25 Jahren in den Ruhestand.   Foto: Armin Weigel

25 Jahre lang hat Domkapellmeister Roland Büchner (65) den Chor der Regensburger Domspatzen geleitet. Zum Schuljahresende geht der Kirchenmusiker in den Ruhestand. Wer ihn im Amt beerben wird, ist noch nicht bekannt.

Im Februar haben sich acht von 40 Bewerbern einer Jury gestellt. Auch die Sänger durften die ihre Einschätzung zu den Kandidaten abgeben, wie Büchner berichtet. Unter ihnen waren auch Frauen - es könnte also erstmals in der mehr als 1000-jährigen Geschichte des Chores eine Domkapellmeisterin die Leitung übernehmen.

Büchner trat 1994 die Nachfolge von Georg Ratzinger - Bruder des früheren Papstes Benedikt XVI. - als Domkapellmeister an. Eines seiner Ziele war es, die traditionsreiche Institution mit der Zeit gehen zu lassen. «Ich glaube schon, dass ich sagen kann: Ich habe das Haus geöffnet.»

Das gelte zum Beispiel für die Kinder aus dem Regensburger Umland. Früher hätten alle Chorknaben, die mehr als zehn Kilometer entfernt wohnten, in das Internat gehen müssen. Das waren etwa 90 Prozent der Domspatzen. Heute stammten die meisten Schüler aus der Umgebung und wohnten weiter in ihren Familien. 115 der knapp 300 Gymnasiasten besuchen heute das Internat. Büchner sieht hier einen Trend, der nicht neu ist. Familien, die ein oder zwei Kinder haben, schickten diese nicht mehr in ein Internat.

Auch mit anderen Maßnahmen versuchte er, mehr Schüler zu gewinnen. Die abendlichen Chorproben verlegte Büchner in den Nachmittag - um den Tagesschülern entgegenzukommen. Den wöchentlichen Unterricht am Samstag kürzte er auf einen 14-tägigen Rhythmus. Damit sich der Familienalltag leichter mit dem der Domspatzen vereinbaren lässt.

Den Skandal um Missbrauch und Misshandlungen bei den Domspatzen zwischen 1945 und den frühen 1990er Jahren sieht Büchner nicht als entscheidenden Grund für rückläufige Schülerzahlen. Die Schule setze alles daran, dass sich solche Fälle nicht wiederholen. So gibt es seit einigen Jahren einen Arbeitskreis Prävention, in dem Schüler, Eltern und Lehrer für das Thema sensibilisiert werden. Der 2017 vorgelegte Abschlussbericht zum Missbrauchsskandal zeigte, dass mindestens 547 Chorsänger Opfer von Gewalt geworden sind.

Die Kinder fürs Singen zu begeistern sei nicht schwieriger als in früheren Jahren, sie hätten lediglich weniger Singerfahrung, sagt Büchner. Er sieht im Singen keine Arbeit. Sein Credo lautet: «Singen ist die sinnvollste Freizeitbeschäftigung.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 03. 2019
10:39 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Benedikt XVI Chefdirigenten Chorknaben Domkapellmeister Georg Ratzinger Internate Konzertreisen Missbrauchsaffären Regensburger Domspatzen Roland Büchner Ruhestand
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Christoph Röhl

26.10.2019

Röhl über Ratzinger-Film: «Wie unter einem Brennglas»

Im Februar 2013 erklärte Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt. Rund sechs Jahre danach kommt nun ein bemerkenswerter Dokumentarfilm über ihn ins Kino. Denn er befasst sich nicht nur mit Joseph Ratzinger, sondern auch mit... » mehr

Prinz Andrew

vor 19 Stunden

Prinz Andrew bestreitet Missbrauchsvorwürfe

Der Missbrauchsskandal um Multimillionär Epstein lässt den britischen Prinz Andrew nicht los. Wurden ihm Minderjährige zum Sex zugeführt? Mit einem BBC-Interview wollte der Royal eine klare Ansage machen - hat aber womög... » mehr

Prinz Andrew

16.11.2019

Prinz Andrew: Besuch bei Epstein war nicht «geziemend»

Prinz Andrew hielt sich einst bei dem mittlerweile verstorbenen Jeffrey Epstein auf. Später wurde der Unternehmer angeklagt, einen Sexhandelsring betrieben zu haben. Heute bereut der Duke of York seinen Besuch. » mehr

Prinz Andrew

15.11.2019

Prinz Andrew spricht über Freundschaft mit Epstein

Prin Andrew sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Bereits im Sommer hatte er sich deshalb zu einer Erklärung genötigt gefühlt. » mehr

Katharina Wagner

15.11.2019

Katharina Wagner bleibt Festspiel-Chefin in Bayreuth

Die Urenkelin bleibt die Chefin: Der Vertrag von Katharina Wagner als Leiterin der Bayreuther Festspiele wird um weitere fünf Jahre verlängert. Damit liegt die Festspielleitung seit mehr als 140 Jahren in der Hand der Ko... » mehr

Michael Schulte

22.10.2019

Michael Schulte will Sohn Luis mit auf Tour nehmen

Er will Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Michael Schultes Vorbild dabei ist Rea Garvey. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Coburger Weihnachtsbaum 2019

Anlieferung Coburger Weihnachtsbaum | 18.11.2019 Coburg
» 19 Bilder ansehen

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 03. 2019
10:39 Uhr



^