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Der Pulitzer-Preis für die aufsehenerregendsten Geschichten

Ein Schicksal in Guantanamo, Erderwärmung und Ausbeutung von Taxifahrern: Einige der aufsehenerregendsten Geschichten des letzten Jahres wurden mit den Pulitzer-Preis geehrt. Einer ging auch an eine amerikanische Lokalzeitung.



Mit Steinen werfen
Ein maskierter kaschmirischer Demonstrant springt auf die Motorhaube eines gepanzerten Fahrzeugs der indischen Polizei während einer Demonstration in Srinagar.   Foto: Dar Yasin/AP/dpa » zu den Bildern

Für ihre Berichterstattung über Russlands Einmischung in verschiedenen Ländern erhält die «New York Times» den renommierten Pulitzer-Preis.

Die US-Zeitung habe über «eine Reihe packender Geschichten mit großem Risiko» berichtet und damit das aggressive Vorgehen von Russlands Präsident Wladimir Putin enthüllt, erklärte die Jury ihre Entscheidung. Der Zeitung selbst zufolge geht es bei ihren Recherchen unter anderem um Mordanschläge und Einmischung bei Wahlen in den Jahren nach den Desinformations-Kampagnen zur US-Präsidentschaftswahl 2016.

Der Preis in der Kategorie für den Dienst an der Öffentlichkeit gewann die Lokalzeitung «Anchorage Daily News» zusammen mit der Recherche-Plattform «ProPublica». Ihre Geschichten enthüllten, dass ein Drittel der Dörfer in Alaska keinen Polizeischutz haben. Die Serie hätte die Behörden zum Handeln gezwungen und eine bessere Finanzierung der Sicherheitskräfte zur Folge gehabt, erklärte das Komitee.

Die Gewinner der Pulitzer-Preise wurden zum 104. Mal bekanntgegeben. Aufgrund der Corona-Krise war die eigentlich für den 20. April geplante Veranstaltung zuvor um zwei Wochen verschoben worden. 14 der 21 Kategorien der Pulitzer-Preise sind journalistischen Arbeiten US-amerikanischer Journalisten oder Medien vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

In der Kategorie «Kommentar» gewann Nikole Hannah-Jones von der «New York Times» für einen «persönlichen Essay zum bahnbrechenden Projekt 1619» zur Versklavung der ersten Afrikaner in Amerika. Von derselben Zeitung erhielt Brian Rosenthal den Preis für die beste Investigativ-Recherche. Der Reporter hatte über die Ausbeutung von Taxifahrern in der Ostküstenmetropole New York City geschrieben. Die «Washington Post» wurde für die «wissenschaftliche Klarheit» ihrer Artikel über die schweren Auswirkungen extremer Temperaturen auf der Erde ausgezeichnet.

Auch das Schicksal eines Insassen im US-Gefangenenlager Guantánamo bewegte die Jury des wohl begehrtesten Journalismus-Preises der Welt: Ben Taub vom Magazin «New Yorker» gewann mit seinem Feature «Guantánamos Dunkelstes Geheimnis», das eine Mischung aus Berichterstattung von vor Ort und lyrischer Prosa enthalte. Darin geht es um einen Mann, der entführt, gefoltert und in dem Lager für mehr als ein Jahrzehnt seiner Freiheit beraubt wurde. Die Geschichte biete eine «nuancierte Perspektive auf Amerikas facettenreichen Krieg gegen den Terror», hieß es.

Die Nachrichtenagenturen Reuters und Associated Press gewannen für ihre Foto-Berichterstattungen von den Protesten in Hongkong und der Krise in der umstrittenen Region Kaschmir. Für die AP wurden dabei die Journalisten Channi Anand, Mukhtar Khan and Dar Yasin namentlich genannt.

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dpa

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05. 05. 2020
08:42 Uhr

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