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Erste Konsequenzen für R. Kelly

Für DJs im Radio waren die Hits von R. Kelly lange Zeit eine sichere Nummer. Dieser Tage scheinen sie zunehmend die Finger davon zu lassen. Ob die Vorwürfe gegen Kelly strafrechtliche Folgen haben werden, ist weiterhin völlig offen.



R. Kelly
Sänger R. Kelly Foto: Frank Micelotta   Foto: dpa

Gut zwei Wochen nach der Fernsehdokumentation «Surviving R. Kelly» scheinen die darin genannten Missbrauchsvorwürfe erste Konsequenzen für den Sänger zu haben. Medienberichten zufolge beendete sein Label RCA, das zum Konzern Sony Music gehört, die Zusammenarbeit mit dem dreifachen Grammy-Gewinner.

Auf dessen Website wird er nicht mehr genannt. Mehrere Radiosender in den USA kündigten an, die Musik des 52-Jährigen nicht mehr zu spielen. Im Raum Atlanta im Bundesstaat Georgia laufen zudem strafrechtliche Ermittlungen gegen Kelly.

Im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen stellte sich einem CNN-Bericht zufolge Kellys Ex-Manager der Polizei. James Mason solle einen Mann bedroht haben, dessen Tochter mutmaßlich von Kelly festgehalten werde, berichtete der Sender. Mason kam demnach gegen eine Kaution von 10 000 Dollar (8800 Euro) vorläufig frei.

Die Vorwürfe gegen Kelly reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. Im Sommer 2017 sorgte zudem ein «Buzzfeed»-Bericht über einen mutmaßlichen «Sex-Kult» Kellys für Aufsehen. Die Familie einer Frau namens Joycelyn Savage beschuldigt Kelly etwa, sie festzuhalten und ihr den Kontakt zur Außenwelt zu verbieten. Savage hatte dies im Sommer 2017 in einem Video zurückgewiesen und erklärt, ihr gehe es gut. R. Kelly hat sämtliche Vorwürfe abgestritten.

Mit mehr als 50 Millionen verkauften Alben zählt Kelly zu den erfolgreichsten Musikern im R&B-Genre. Radio-DJs scheinen seine Titel seit der TV-Dokumentation aber seltener zu spielen. Vergangene Woche spielten der Datenbank «Mediabase 24/7» zufolge landesweit nur 31 US-Sender drei oder mehr seiner Titel. In der Vorwoche, als die Doku bei Lifetime zu sehen war, waren es noch 145 Sender.

Einen vergleichbaren Radio-Boykott habe es zuletzt 2003 im Vorfeld des Irakkriegs gegeben, schrieb die Zeitung «Atlanta Journal-Constitution». Damals hatte eine Sängerin der Dixie Chicks US-Präsident George W. Bush kritisiert und sich beschämt darüber gezeigt, dass er aus ihrem Heimatstaat Texas stammt. Der Anteil an Sendezeit bei Country-Radiosendern fiel daraufhin um 90 Prozent. «Die Gruppe erholte sich nie», schrieb die Zeitung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
16:03 Uhr

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21. 01. 2019
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