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Fernsehjahr 2019: TV-Momente des Jahres

ZDF-«Fernsehgarten», Joko und Klaas, das Ende beliebter Serien: Was im Fernsehen in diesem Jahr für Furore sorgte. Eine Sammlung wichtiger Momente und Phänomene.



Prahl + Liefers
Axel Prahl und Jan Josef Liefers sind die beliebtesten «Tatort»-Kommissare.   Foto: Rolf Vennenbernd/dpa » zu den Bildern

Sie waren rührend, traurig, bizarr und manchmal auch zum Fremdschämen - die besten TV-Momente des Jahres.

KÖLN 50667: «Köln 50667» trauerte am 23. Oktober um einen Freund. Schauspieler der Reality-Soap nehmen auf dem Bildschirm Abschied von ihrem tödlich verunglückten Kollegen Ingo Kantorek. Kantorek hatte an dem Abend seinen letzten Auftritt auf RTLzwei als Alex Kowalski. Eine Frauenstimme aus dem Off sagte: «Alex, du hast uns und Köln für immer verlassen. Wir werden dich unendlich vermissen und niemals vergessen. Und die ganzen Erinnerungen - die bleiben.»

Kantoreks Kollegen Mandy-Kay Bart, Danny Liedtke und Christoph Oberheide lasen in der Kulisse von Alex' Loft nacheinander Abschiedsbriefe vor. Mitte August waren Kantorek (44) und seine Frau (48) mitten in der Nacht beim Einfahren auf einen Parkplatz der A8 mit mindestens 100 km/h einem Laster aufgefahren. Die Umstände werden vermutlich nie mehr geklärt.

THE MASKED SINGER: Millionen Zuschauer erfasste im Hochsommer das Rätselfieber. Die ProSieben-Show «The Masked Singer» löste einen Riesenhype aus. Das Konzept ist so simpel, dass es fast verwunderlich ist, dass es erst im Jahr 2019 im deutschen Fernsehen gelandet ist: Prominente verkleiden sich, bis man sie nicht erkennt, und performen auf einer Bühne. Alle anderen müssen raten, wer dahinter steckt. So musste sich ein als Astronaut verkleideter Publikumsliebling nicht nur gegen tierische Rivalen wie Grashüpfer, Panther, Oktopus oder Kudu durchsetzen, sondern auch gegen einen Engel und ein pinkes Monster. Die erste Staffel gewann Max Mutzke.

FERNSEHGARTEN: Zum Entsetzen von ZDF-«Fernsehgarten»-Moderatorin Andrea Kiewel telefonierte der Comedian Luke Mockridge Mitte August auf der Bühne ihrer Live-Sendung mit einer Banane, beleidigte Senioren, machte Furzgeräusche und imitierte einen Affen. In seiner «Greatnightshow» Wochen später bei Sat.1 löste Mockridge auf, dass er die in Gesprächen mit drei Mädchen und drei Jungs im Grundschulalter entwickelt habe. Seiner neuen Sendung bei Sat.1 half das alles kaum.

QUEEN OF DRAGS und PRINCE CHARMING: Queere Fernsehinhalte eroberten im Herbst die Bildschirme. ProSieben brachte die Travestiekünstlershow «Queen of Drags» mit Heidi Klum, Conchita Wurst und Bill Kaulitz, der RTL-Streamingdienst mit «Prince Charming» eine Art schwulen Bachelor. So viel schwule Sichtbarkeit war selten. Das Fernsehen wird vielfältiger.

TATORT: Münster war wieder Quotenkönig. Die Doppelgängerposse «Spieglein, Spieglein» sahen im März mehr als 14 Millionen. Abschied nehmen hieß es nach gut 21 Jahren von Inga Lürsen in Bremen (Sabine Postel). Ihr Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) starb.

DOKU: Die Dokumentation des Jahres war wohl «Leaving Neverland». Weltweit aufsehenerregend, blieb die umstrittene Produktion aber bei der ProSieben-Ausstrahlung im April mit mauer Einschaltquote. In dem Film erheben zwei Männer schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den 2009 gestorbenen Popstar Michael Jackson.

STREAMING: Bei Netflix gingen die inzwischen dritte und vierte deutsche Produktion online: «How to Sell Drugs Online (Fast)» (Wie man im Internet schnell Drogen verkauft) sowie die Frankfurter Hip-Hop-Serie «Skylines».

SERIEN-ENDEN: Die preisgekrönte Fantasy-Saga «Game of Thrones» ging nach acht Staffeln und 73 Folgen zuende. Acht Jahre fesselte «GoT» Fans auf der ganzen Welt. Auch die Sitcom «The Big Bang Theory» erlebte nach fast zwölf Jahre ihr Finale. In Deutschland zeigte ProSieben das Big-Bang-Finale im November, in den USA war es schon im Mai zu sehen. Bei der ARD endete die Donna-Leon-Krimireihe rund um Commissario Brunetti mit dem 26. Fall. Seit 2000 war zunächst Joachim Król als Brunetti zu sehen, seit 2003 dann Uwe Kockisch.

REKORD: 72 Stunden live moderiert haben vom 12. bis 15. November (17.30 Uhr) die funk-Hosts Ariane Alter und Sebastian Meinberg auf ARD-alpha - damit haben sie einen neuen Guinness-Buch-Weltrekord für die längste TV-Talksendung aufgestellt. Die Moderatoren durften pro Stunde nur jeweils fünf Minuten Pause machen oder diese Zeit sammeln, um sich längere Auszeiten zu gönnen. Meinberg legte die erste Ruhepause erst kurz nach der Halbzeit ein, Ariane Alter sogar erst nach über 41 Stunden. Der vorherige Rekord war 2014 in Syrien aufgestellt worden und lag bei 70 Stunden und 5 Minuten.

EUROVISION: Der Eurovision Song Contest in Tel Aviv hatte viel Lästerei zur Folge wegen des missglückten Gastauftritts von Madonna. Das deutsche Abschneiden im Finale war erwartbar schlecht und wurde ein paar Tage später noch schlechter. Wegen einer Punktepanne landete Deutschland auf dem vorletzten Platz. Wie hieß nochmal das Lied?

TAGESSCHAU: Am 14. März erschraken Millionen, weil Sprecher Jan Hofer am Ende der «Tagesschau» ganz benommen wirkte. Zuvor hatte er schon genuschelt und sich versprochen. Er selber vermutete später, ein Medikament nicht vertragen zu haben. Am 12. September zückte Hofer ein Handy am Ende der 20-Uhr-«Tagesschau» und machte ein Selfie. Das sollte auf den Instagram-Account der «Tagesschau» aufmerksam machen.

BARES FÜR RARES: Ein Rekord-Deal von 42.000 Euro für ein Reliquienkreuz mit angeblichen Holzsplittern des Kreuzes Jesu löste Debatten aus - wurden die Verkäuferinnenn zu billig abgespeist? Hätten die Showmacher sie zu einem Auktionshaus schicken müssen?

GOLDENE KAMERA: Denkwürdig war der Aufritt der schwedischen Klimaaktivistin und Schülerin Greta Thunberg, die den Promis die Leviten las und mehr Flugscham forderte.

SHOW: Als TV-Moment des Jahres lobten viele die Aktion von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, die in ihrer neuen Show «Joko & Klaas gegen ProSieben» 15 Minuten zur völlig freien Verfügung gewannen. Statt zu blödeln, gab das Duo zur besten Sendezeit am 29. Mai drei Menschen Raum für die Themen Flüchtlingshilfe/Seenotrettung im Mittelmeer, Obdachlosigkeit und Kampf gegen Rechtsextremismus.

ABSCHIEDE: Prägende TV-Persönlichkeiten sind gestorben. So musste das Fernsehpublikum unter anderem Abschied nehmen von «Kommissarin» Hannelore Elsner (mit 76), dem früheren «Tagesschau»-Sprecher Wilhelm Wieben (mit 84), dem Sänger und Ex-Dschungelkönig Costa Cordalis (mit 75), «In aller Freundschaft»-Schauspielerin Ursula Karusseit (mit 79), von Kabarettist und Sportkommentator Werner Schneyder (mit 82), Nachrichtensprecherin Wibke Bruhns (mit 80), «Alf»-Familienvater Max Wright (mit 75), Rennfahrer und Sportexperte Niki Lauda (mit 70) und «Beverly Hills, 90210»-Star Luke Perry (mit 52).

Veröffentlicht am:
26. 12. 2019
10:14 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 12. 2019
10:14 Uhr



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