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Hans-Christian Oeser erhält Übersetzer-Preis

Übersetzer arbeiten im Hintergrund. Der Straelener Übersetzerpreis würdigt ihre Tätigkeit. Der diesjährige Preisträger Hans-Christian Oeser übersetzt aus dem Englischen, von Ian McEwan bis Mark Twain.



Hans-Christian Oeser
Der Literaturübersetzer Hans-Christian Oeser erhält den Straelener Übersetzerpreis 2020 der Kunststiftung NRW.   Foto: Barbara Schaper-Oeser/Kunstsiftung NRW/dpa

Der mit 25 000 Euro dotierte Straelener Übersetzerpreis 2020 der Kunststiftung NRW wird an Hans-Christian Oeser verliehen. Der Literaturübersetzer werde für die 2018 erschienene Übertragung von Sebastian Barrys Roman «Tage ohne Ende» aus dem Englischen ausgezeichnet, teilte die Kunststiftung am Montag in Düsseldorf mit.

Oeser finde «einen dynamischen Stil von großer Musikalität», erklärte die Jury. Der 69-Jährige wird auch für sein Lebenswerk ausgezeichnet, er hat viele englischsprachige Werke übersetzt. Er lebt in Berlin und Dublin. Der jährlich vergebene Übersetzerpreis gehört zu den höchstdotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum.

Den mit 5000 Euro verbundenen Förderpreis erhält André Hansen. Der ebenfalls in Berlin lebende 34-Jährige wird für seine Übersetzung des Romans «Zwei Brüder» von Mahir Guven geehrt. Die Jury hob seine «mutige und einfallsreiche Übertragung» der französischen Umgangssprache hervor.

Zu den von Oeser übersetzten Autoren gehören Oscar Wilde, Christopher Isherwood, D. H. Lawrence, Ian McEwan, Virginia Woolf und Mark Twain. Er ist Autor mehrerer Reisebücher über Dublin und Irland sowie eines Oscar-Wilde-ABCs und Mitautor einer James-Joyce-Biografie. Der Roman «Tage ohne Ende» handelt von einem irischen Einwanderer, der als Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg mit seinem Freund extreme Grausamkeit und existenzielle Verlorenheit erlebt. Für diese «brutal-poetische Ich-Aussprache» findet Oeser nach dem Urteil der Jury einen Stil, der immer wieder Menschlichkeit aufscheinen lässt.

Der seit 2001 vergebene Preis wird üblicherweise am Europäischen Übersetzer-Kollegium in der kleinen Stadt Straelen am Niederrhein übergeben. Dieses Arbeitszentrum für professionelle Literatur- und Sachbuch-Übersetzer hatte bei der Gründung 1978 Schriftsteller wie Heinrich Böll, Samuel Beckett und Max Frisch als Unterstützer. Zum Kollegium gehören sechs Häuser mit 30 Appartements. In der Bibliothek stehen unter anderem 35 000 Lexika in über 275 Sprachen und Dialekten.

Jährlich kommen mehr als 500 Gäste aus aller Welt - auch aus Deutschland - mit einem Übersetzungsauftrag in den Ort an der deutsch-niederländischen Grenze. Sie müssen sich um den befristeten Arbeitsaufenthalt bewerben. 2019 gab es 6000 Übernachtungen. Das NRW-Kulturministerium fördert die Einrichtung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 04. 2020
13:33 Uhr

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