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Karneval gestartet - Gedenken an die Opfer von Hanau

«Freude und Trauer nah beieinander» - so umschreibt der Kölner Karnevalspräsident den diesjährigen Auftakt der tollen Tage an Weiberfastnacht. Die Gewalttat von Hanau ließ die Narren nicht unberührt.



Straßenkarneval
Die Narren stürzen sich in den Straßenkarneval in Düsseldorf.   Foto: Fabian Strauch/dpa » zu den Bildern

In den närrischen Hochburgen hat am Donnerstag um 11.11 Uhr der Straßenkarneval begonnen. Der Start in die tollen Tage an Weiberfastnacht oder Altweiber war aber nicht so unbeschwert wie sonst.

«Sicher haben wir ein Lächeln heute auf dem Gesicht. Aber im Herzen sind wir wirklich bei den Menschen von Hanau, auch bei den Hinterbliebenen, an die wir ganz, ganz sicher denken», sagte der Kölner Karnevalsprinz Christian II. der Deutschen Presse-Agentur.

Der Präsident des Comitees Düsseldorfer Karneval, Michael Laumen, sagte auf dem Rathausbalkon: «Wir sind bei den Opfern von Hanau. Unser Düsseldorfer Karneval ist multikulturell.» Für Rosenmontag planen die Düsseldorfer einen Mottowagen zu Hanau.

Ausgelassen und lautstark eröffneten Närrinen in Mainz die Altweiberfastnacht: Pünktlich um 11.11 Uhr gab es den offiziellen Startschuss am Fastnachtsbrunnen. In Düsseldorf nahmen die alten Möhnen den Bürgermeister gefangen. In Bonn, einem der Ursprungsorte der Weiberfastnacht, griffen die Waschweiber an. In Köln hatten sich schon am frühen Vormittag viele tausend Jecken in der Altstadt versammelt. Die Polizei war dort mit 1000 Beamten auf den Straßen.

Bevor die Kölner Karnevalisten die tollen Tage offiziell eröffneten, gedachten sie der Opfer von Hanau mit einem Schweigemoment. Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn, von Beruf Beerdigungsunternehmer, sagte: «Im Leben und vor allen Dingen im Karneval sind die Momente der überschäumenden Freude und des Feierns und die der Trauer und die stillen Momente immer nah beieinander. Heute, in den Stunden, überwiegt bei uns allen glaube ich die Fassungslosigkeit.»

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die 2015 selbst von einem fremdenfeindlichen Attentäter lebensgefährlich verletzt worden war, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Dass solche schrecklichen Vorfälle sich häufen, ist ein Zeichen dafür, dass sich unsere Gesellschaft verändert. Und das dürfen wir auf keinen Fall zulassen.»

Auch ganz normale Feiernde zeigten sich betroffen, machten aber gleichzeitig deutlich, dass sie sich den Karneval nicht kaputtmachen lassen wollten. «Was da passiert ist, ist ganz schlimm», sagte der extra aus Bayern nach Köln angereiste Florian Huber. «Wir wollen heute trotzdem Spaß haben. Es ist nicht so, dass man jetzt Angst hat.» Der Kölner Rudolf Bong sagte: «Dass man Angst hat, das ist doch genau das, was Leute wie der Täter wollen. Die wollen unseren freien Lebensstil angreifen.»

Ein anderes aktuelles Thema war der Coronavirus. Nach Angaben des Festkomitees Kölner Karneval hat die Krankheit bisher keine Auswirkungen auf das närrische Treiben. Natürlich kämen sich die Menschen im Karneval näher als sonst, zum Beispiel beim Schunkeln. Ein paar einfache Hygieneregeln, die sowieso immer gelten sollten, sorgten aber schon für unbeschwertes Feiern. Oberbürgermeisterin Reker sagte der dpa: «Ich scheue das Bützen nicht. In meiner Jugend wurde auf den Mund gebützt. Das gibt es schon lange nicht mehr.» Sie persönlich habe Karneval in ihrem Leben nur ein einziges Mal ausgelassen: mit 14 Jahren wegen einer schweren Grippe.

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 02. 2020
14:23 Uhr

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20. 02. 2020
14:23 Uhr



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