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Kulturhauptstadt: Fünf Städte sind weiter

Jubel in Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg. Die fünf Städte schaffen es auf die Shortlist zur europäischen Kulturhauptstadt. Dresden, Gera und Zittau sind dagegen raus.



Nürnberger Altstadt
Blick auf die Kaiserburg in Nürnbergs Altstadt.   Foto: Daniel Karmann/dpa » zu den Bildern

Die Städte Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg können sich weiterhin Hoffnung auf den Titel einer europäischen Kulturhauptstadt 2025 machen. Sie schafften es im Auswahlverfahren auf die Shortlist.

Ausgeschieden sind dagegen Dresden, Gera und Zittau, wie die Jury am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die zwölfköpfige, von Deutschland und mehreren europäischen Institutionen benannte Jury hatte die acht Bewerbungen in den vergangenen zwei Tagen intensiv beraten. In der vergleichsweise hohen Zahl von fünf Städten in der zweiten Runde sieht die Jury-Vorsitzende Sylvia Amann kein Zeichen von mangelndem Mut für eine härtere Entscheidung. Wichtigstes Kriterium sei am Ende gewesen, «ob diese Städte innerhalb von wenigen Monaten eine Bewerbung, die eine reale Chance hat, europäische Kulturhauptstadt zu werden, auf die Beine bringen». Auf die erfolgreichen Städte komme viel Arbeit und Anstrengung zu. «Unsere Erwartungen sind hoch», sagte Amann.

Allen Kandidaten haben es aus Sicht der Jury-Chefin geschafft, Menschen zu mobilisieren und Visionen zu entwickeln. «Sie haben neue Vernetzungen, neue Ansatzpunkte für europäische Kooperation geschaffen.» Es sei eine große Unterstützung für Europa, dass so viele deutsche Städte sich beworben haben. «Wir haben schwierige Zeiten in Europa, es wird Vieles in Frage gestellt», sagte Amann. Da sei es ein klares Statement, wenn so viele Menschen und Entscheidungsträger ein klares Bekenntnis zu Europa setzten.

Im Herbst 2020 soll die Stadt bestimmt werden, die für Deutschland im Jahr 2025 eine der beiden Kulturhauptstädte Europas sein soll. Die Empfehlung der Jury muss dann von Bund und Ländern in eine formelle Ernennung umgewandelt werden. Die zweite Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien.

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) freute sich für Magdeburg. Das geradezu wagemutige Motto «Out of the Void - Raus aus der Leere» sei aufgegangen, sagte Robra. Jubel auch in Nürnberg: «Wir freuen uns riesig. Die Entscheidung der Jury beweist, dass wir die Themen und den Slogan der Bewerbung richtig gesetzt haben», sagte der Leiter des Bewerbungsbüros, Hans-Joachim Wagner. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte die Entscheidung ein «tolles Zwischenergebnis» für Nürnberg. «Das ist jetzt eine große Chance.»

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay jubelte: «Wir haben alles gegeben und sind mit unserer sehr eigenen, mutig-kreativen Bewerbung bewusst ins Risiko gegangen: Nur wer Neues wagt, kann Neues entstehen lassen», sagte der Grünen-Politiker. Hildesheims Oberbürgermeister Ingo Meyer sprach von einem «unglaublichen Erfolg» für Stadt und Region.

Die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) gratulierte Chemnitz zum Sprung in die nächste Bewerbungsrunde. Der Platz auf der Shortlist sei «eine beeindruckende Anerkennung und ein ermutigender Ansporn». Sie wertete auch die leer ausgegangenen Bewerbungen von Dresden und Zittau als Erfolg. In Dresden sorgte das Aus für Ernüchterung. «Selbstverständlich bin ich - natürlich sind wir alle - enttäuscht, dass Dresden nicht eine Runde weiter gekommen ist», sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Die Teilnahme am Bewerbungsprozess sei aber eine Bereicherung für die Stadt und die dafür Engagierten gewesen. Nach dem Ausscheiden Geras bedauerte Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), dass sich der Mut der Stadt nicht ausgezahlt habe.

Jüngste europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). Ausgezeichnet wurden davor auch schon Weimar (1999) und West-Berlin (1988). In diesem Jahr können sich das italienische Matera und das bulgarische Plowdiw mit dem Titel schmücken, für nächstes Jahr bereiten sich Rijeka in Kroatien und Galway in Irland vor.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
16:53 Uhr

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12. 12. 2019
16:53 Uhr



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