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«Kunst auf Lager» hört nach fünf Jahren Förderung auf

Sie lagern in Kellern und auf Dachböden: Kunstschätze der deutschen Museen. Manche waren lange nicht zu sehen, an vielen nagt der Zahn der Zeit. Stiftungen haben Vergessenes aus den Depots geholt - bis jetzt.



Kunst auf Lager
Eine Figur der bengalischen Göttin Durga im Hamburger Museum am Rothenbaum (MARKK).   Foto: Markus Scholz

Das Damaskuszimmer in Dresden, der Altaraufsatz Goldene Tafel in Hannover, der Epitaphienschatz in Zittau: Fünf Jahre lang hat das Bündnis «Kunst auf Lager» Museen in Deutschland bei der Wiederentdeckung ihrer Kunstschätze aus Depots und Archiven unterstützt und hört nun auf.

«Wir können als Stiftungen nicht dauerhaft öffentliche Aufgaben übernehmen», sagte Sebastian Giesen von der Hermann Reemtsma Stiftung am Montag in Hamburg. Zwar würden die einzelnen Stiftungen nicht ihre Museumsförderungen einstellen, «aber mehr von den Trägern fordern», sagte Giesen.

Anfang 2014 hatten sich 13 Stiftungen als Partner in dem Bündnis zusammengeschlossen. Sein Ziel war es, Kunstobjekte vor dem Verfall zu retten, sie digital zu erfassen und zugänglich zu lagern, damit sie letztlich der Öffentlichkeit wieder präsentiert werden können. «Das Bündnis hat gewirkt, wir können ein Umdenken feststellen», resümierte Giesen. Doch längst seien nicht alle Depotmängel beseitigt, nicht alle Potenziale ausgeschöpft.

Seit 2014 haben die Stiftungen mehr als 26 Millionen Euro in 292 Förderprojekte investiert. Außerdem habe der Bund 41 Forschungsvorhaben zu der Thematik mit mehr als 30 Millionen Euro bedacht. In einem Schlussappell forderte die Aktion Städte und Gemeinden auf, zu ihrem Eigentum zu stehen und die Rahmenbedingungen für die Museen zu verbessern. Besonders Heimatmuseen legte Giesen gemeinsame Lagerungen ans Herz. «Das Depot ist der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Museums.» Geschätzt befänden sich 90 Prozent der Museumsbestände im Depot, ein Zehntel werde in Schauen gezeigt.

In mehr als der Hälfte der Förderprojekte wurden Kunstschätze restauriert, darunter das wiederentdeckte Brautkleid der einzigen Tochter des letzten deutschen Kaisers, Prinzessin Victoria Luise von Preußen (1892-1980). Das Kleid wurde bis September 2018 im Schlossmuseum Braunschweig gezeigt. In Zittau in der Oberlausitz wurden 2017 waren erstmals wieder 80 Epitaphien, kunstvolle geschmückte Erinnerungstafeln aus Kirchen, zu sehen. Fast 40 Prozent der Mittel flossen in Erforschung und Erschließung der Kunstobjekte und mehr als ein Zehntel in Zentrallager und Logistik. An Museen und Forschungseinrichtungen in 108 Orten Deutschlands flossen die Gelder.

Für das Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt (MARKK), das als Völkerkundemuseum bekannt wurde, machte sich seine Direktorin, Prof. Barbara Plankensteiner, am Montag stark. «Jedes Mal, wenn wir mit der Sammlung arbeiten wollen, geht die Suche los.» Das Depot sei auf drei Standorte verteilt, die Objekte schwer zugänglich und teils noch in Kisten verpackt. Allein die beiden sieben bis acht Meter hohen Hareiga-Figuren, die auf Papua-Neuguinea bei Tänzen zum Einsatz kamen, müssten für zehntausende Euro restauriert und besser präsentiert werden.

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dpa

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19. 11. 2018
15:20 Uhr

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15:20 Uhr



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