Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerGlobe-TheaterStromtrasseHSC 2000 Coburg

Boulevard

Kylie Minogue dreht die Uhr zurück

Schauspielerin, Disco-Queen, LGBTQ-Ikone und neuerdings «Legende» - nach über 30 Jahren im Popgeschäft freut sich Kylie Minogue auf einen weiteren Karriere-Höhepunkt. Dazu veröffentlicht sie «Step Back In Time», eine umfangreiche Zusammenstellung von Hits und Singles.



Kylie Minogue
Kylie Minogue lässt ihre Karriere Revue passieren.   Foto: Jörg Carstensen

Wenn Kylie Minogue an diesem Wochenende als Headliner beim berühmten Glastonbury-Festival im englischen Somerset auftritt, dann hat die 51-Jährige den sogenannten Legenden-Platz.

«Ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll», sagt sie fast etwas überrascht über die Bezeichnung als Legende. «Ich nehm das einfach mit. Aber es ist natürlich etwas komisch, wenn man sich selbst so bezeichnet.» Legende oder nicht - als Popstar blickt Minogue auf eine mehr als drei Jahrzehnte währende Karriere zurück.

«Mein Vorteil ist, dass ich Veränderung mag», sagt Minogue gut gelaunt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Seit sie 1987 mit ihrer Single «I Should Be So Lucky» weltweit die Hitparaden stürmte und auch in Deutschland auf Platz eins landete, hat sich die Australierin mehrfach neu erfunden. «Ich bin wandlungsfähig», sagt sie. «Ich schätze, ich bin wie ein Chamäleon.» Daran erinnert die Sängerin auf ihrem neuen Album «Step Back In Time», einer Sammlung alter Singles, das zudem den neuen Song «New York City» enthält.

Mit «Locomotion» und den Songs des als Hitfabrik bekannten Labels PWL der Produzenten Stock, Aitken und Waterman ging es für die ehemalige Seifenopern-Darstellerin («Neighbours»), die heute nur noch ab und zu als Schauspielerin aktiv ist, los. «Meine ersten vier Alben mit PWL waren Hit auf Hit, ich kannte das nicht anders», erinnert sich Minogue an diese «absolut goldene Zeit» mit Erfolgssingles wie «Especially For You» oder «Better The Devil You Know».

Die launigen, mitunter albernen Musikvideos aus dieser Zeit, in der die jugendliche Kylie verträumt durch Studiokulissen hopst, wirken heute fast unschuldig. «Das mag ich wirklich daran», sagt Minogue und muss schmunzeln. War es eine unschuldigere Zeit? «Für mich auf jeden Fall. Ich war ja erst 19 oder 20.» Irgendwann habe sie aber nicht mehr «das nette Mädchen» sein wollen. «Ich wollte was Anderes machen. Das ist ja ein Teil des Erwachsenwerdens, man probiert neue Dinge aus.»

Auf der Suche nach mehr Unabhängigkeit wechselte sie das Label. «Ich war nach ein paar Jahren frustriert, dass ich beim Songwriting nicht involviert war», erzählt sie. In den 90er Jahren entfernte sie sich vom fröhlichen Pop, experimentierte und sorgte mit überraschend düsteren Songs und Musikvideos für Aufsehen. «Confide In Me» oder das Duett «Where The Wild Roses Grow» mit Nick Cave and the Bad Seeds zeigten eine neue Seite der Sängerin. Ihr experimentelles Album «Impossible Princess» gefiel zwar Kritikern, fand in den Hitparaden aber nur ein wenig Beachtung in Großbritannien und Australien.

Mit Beginn des neuen Jahrtausends kehrte Minogue zum eingängigen, tanzbaren Kylie-Pop zurück. Sie etablierte sich als moderne Disco-Queen mit Songs wie «Spinning Around», «Your Disco Needs You» und ihrer bis heute erfolgreichsten Single, dem Megahit «Can't Get You Out Of My Head», vor dessen «La-la-la» es einfach kein Entkommen gibt. Mit Robbie Williams sang sie das Duett «Kids». Es folgten weitere Hitsingles - und Videos, die längst nicht mehr so unschuldig waren wie früher. «Ja, die sind etwas expliziter.» Minogue grinst. «Ich hab aber immer versucht, auf dem rechten Weg zu bleiben.»

In den vergangenen Jahren blieben die großen Charterfolge zwar aus, aber Minogue füllte weiterhin die großen Hallen und trat obendrein mehrfach bei Geburtstagsfeiern von Königin Elizabeth II. auf. «Das ist immer aufregend», schwärmt sie. «Und ich bin sowieso ein Superfan von ihr.» Ob die Queen von England auch ein Fan der Disco-Queen ist? Minogue lacht. «Das habe ich sie noch nie gefragt. Ich hoffe schon.»

Seit vielen Jahren gilt Kylie Minogue auch als Ikone der LGBTQ-Szene. «Ich bin stolz darauf, dass es schon so war, bevor die großen Firmen das zu Marketingzwecken entdeckt haben», betont sie. «Das ist eine natürliche Allianz. Ich bin so erzogen worden, dass ich niemals die sexuelle Ausrichtung eines Menschen in Frage stellen würde, oder wie er sein Leben leben möchte.»

Der Auftritt beim «Glasto» ist für Minogue übrigens eine besondere Herzensangelegenheit. «Das wird sehr emotional», sagt sie. 2005 hatte sie ihren geplanten Auftritt bei dem Festival absagen müssen, weil bei ihr kurz vorher Brustkrebs diagnostiziert worden war. «Ich dachte, die Chance hätte ich verpasst. Ich bin so froh, dass es jetzt klappt», sagt sie. «Es war ein langer Weg und es gab ein paar Hindernisse. Aber zum Legenden-Slot beim Glastonbury-Festival führt eben keine Schnellstraße.»

Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
07:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Presseagentur England Kylie Minogue Musikerinnen und Musiker aus dem Bereich Popmusik Musikvideos Mädchen Nick Cave Robbie Williams Schauspielerinnen Songs Sängerinnen englische Queen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Madonna

15.04.2019

Madonna kündigt neues Album an

Fast fünf Jahre warten Fans schon auf ein neues Album von Madonna. Jetzt ist es soweit. Die «Queen of Pop» kündigt «Madame X» an. Wann genau das Album herauskommen soll, sagt sie aber noch nicht. » mehr

Jennifer Lopez

07.08.2019

Jennifer Lopez gibt Konzert in Ägypten

In Europa haben US-Musiker meist leichtes Spiel. Der arabische Raum ist für viele dagegen ein unbeschriebenes Blatt: Mal fehlt es an Infrastruktur, mal an zahlungskräftigen Fans. Und allzu freizügiger Pop kann in konserv... » mehr

Taylor Swift

26.04.2019

Taylor Swift veröffentlicht neuen Song

Darauf haben die «Swifties», so nennen sich die Fans von Taylor Swift, gewartet: Der Popstar bringt einen neuen Song heraus - und ist schon in den ersten Stunden auf Rekord-Jagd. » mehr

Doris Day

13.05.2019

Hollywood-Legende Doris Day gestorben

Ihren deutschen Nachnamen Kappelhoff legte die Amerikanerin ab - und wurde als Doris Day berühmt. Die Schauspielerin und Sängerin, die mit Stars wie Cary Grant und Rock Hudson drehte, ist mit 97 Jahren gestorben. » mehr

ESC - Mahmood

19.05.2019

Niederlande gewinnen ESC - Madonna enttäuscht

Die Spannung beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv ist bis zuletzt groß - auch wenn dann doch der haushohe Favorit siegt. Der krönende Abschluss mit Madonna bleibt dagegen hinter den Erwartungen zurück. » mehr

Roland Kaiser live in Coburg

16.08.2019

Liebevolles Liebes-Aus: Wenn Promis sich als Freunde trennen

Das Ehepaar Bezos, Gwyneth Paltrow und Chris Martin und jüngst Miley Cyrus und Liam Hemsworth - wenn Promis sich trennen, ist das oft mit vielen warmen Worten verbunden. Schlagerfans denken da auch an Florian Silbereisen... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kutschunfall in Weisbrunn

Kutschunfall in Weisbrunn | 21.08.2019 Weisbrunn
» 13 Bilder ansehen

Fränkische Weinkönigin besucht die Haßberge

Fränkische Weinkönigin besucht die Haßberge | 21.08.2019 Haßberge
» 8 Bilder ansehen

Jubiläumsfeier "75 Jahre Befreiung in der Normandie"

Jubiläumsfeier "75 Jahre Befreiung in der Normandie" | 21.08.2019 Trun/Ebern
» 8 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
07:55 Uhr



^