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Matthias Maurer auf Weg ins All: «Weltraum macht süchtig»

Während Alexander Gerst in der Internationalen Raumstatin (ISS) über der Erde schwebt, bereitet sich am Boden der nächste Deutsche auf seine erste Weltraum-Mission vor: Matthias Maurer. Seine Grundausbildung hat er nun abgeschlossen. Esa-Chef Jan Wörner legt sich fest: Bald wird geflogen.



Matthias Maurer
Matthias Maurer will hoch hinaus zu den Sternen.   Foto: Federico Gambarini

Als der Esa-Chef Jan Wörner seinen Satz beendet hat, wird es erstmal ganz still im Europäischen Astronautenzentrum in Köln. Der ein oder andere im Publikum raunt ein «Oh!» in sich hinein - dann brandet Applaus auf.

Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation, hat dem deutschen Astronauten Matthias Maurer gerade ein Versprechen gegeben. Sein Satz lautete: «Wir werden es schaffen, dass innerhalb der nächsten drei Jahre geflogen wird.» Was nicht weniger heißt, als dass sich Maurers Traum und der vieler anderer erfüllen soll: Der nächste Deutsche fliegt bald ins All.

Maurer hat seinen Teil dazu bereits beigetragen. Er hat seine Grundausbildung abgeschlossen, auch das wird am Dienstag verkündet. Er darf sich nun offiziell Esa-Astronaut nennen. Wörner überreicht ihm das gerahmte Astronauten-Zertifikat - ein Zeugnis, das sich nur wenige Auserwählte auf der Erde an die Wand hängen können. Was ihm jetzt nur noch fehlt, ist das Training für die genaue Mission, die er eines Tages antreten wird - wie man nun weiß, wohl in den nächsten Jahren. Maurer wäre der zwölfte Deutsche im All. Der elfte drückt bereits die Daumen: «Glückwunsch an meinen Kollegen @Explornaut zum erfolgreichen Abschluss der Astronautenausbildung - auf zu den Sternen!», twitterte «Astro-Alex» Alexander Gerst von der ISS.

Das Problem sind die begrenzten Plätze zu den Sternen. «Wir als Esa haben einen Flug zur ISS pro Jahr für das Astronautenkorps mit gerade sieben aktiven Astronauten», rechnet Maurer vor. Zwei davon seien bereits bedient - der deutsche Gerst befindet sich gerade auf der Internationalen Raumstation, der Italiener Luca Parmitano hat ein Ticket für 2019. «Das heißt, wir sind nun fünf Kollegen im Wartemodus», sagt Maurer. Die anderen seien zwar alle schon geflogen - das bedeute aber nicht automatisch, dass die Wahl nun auf ihn falle. «Die anderen wollen ja auch gerne wieder hoch», sagt er. «Weltraum macht süchtig.»

Maurer stammt aus St. Wendel im Saarland, er hat einen Doktortitel in Materialwissenschaft. 2008 bewarb er sich beim Esa-Astronautenprogramm und ließ mehr als 8000 Bewerber hinter sich. 2017 wurde verkündet, dass er nun Teil des aktiven Esa-Astronautenkorps ist - als zweiter Deutscher neben Gerst.

Hinter ihm liegt eine knüppelharte Ausbildung. In Schweden wurde Maurer bei bitterkalten Temperaturen in ein Überlebenstraining geschickt, ohne Schlafsack, ohne Zelt, ohne Proviant. Er lernte Russisch und Chinesisch und verbrachte 16 Tage in einer Station unter Wasser. Das Projekt soll eine Mars-Mission simulieren.

In den USA trainierte Maurer auch in einem riesigen Becken, in dem die ISS nachgebaut wurde, Weltraumspaziergänge. Ziel der mehrstündigen Tauchgänge ist es, in kurzer Zeit alles kennen zu lernen, was kaputt gehen kann - und das ist viel. «Es wird daher richtig Gas gegeben und man wird mit Absicht müde gemacht», berichtet Maurer. Da in dem Szenario sein Partner irgendwann bewusstlos wird, müsse man ihn ständig im Blick behalten und dann ganz schnell in die Raumstation ziehen. «Man muss also mental und körperlich immer zu 100 Prozent da sein», sagt Maurer - immer unter dem kritischen Blick der Prüfer. «Nach jedem dieser Tauchgänge war ich reif für's Wochenende.»

Die Esa hat aus all dem ein hübsches Video zusammengeschnitten. Es erinnert ein wenig an die erste Folge einer Superhelden-Serie, in der der Protagonist lernt, welche Fähigkeiten er hat. Die Frage ist nun, wann er sie zeigen darf.

Matthias Maurer weiß, dass er bald alles in einem sein wird: Entdecker, Botschafter, Held der Kinderzimmer. Ganz kurz blickt er dennoch auch zurück. «Meine Großväter waren einfache Bergarbeiter im Kohlebergbau», sagt er. «Die hätten sich nie im Leben vorstellen können, dass ich mal Astronaut werde.»

Veröffentlicht am:
26. 09. 2018
09:24 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
26. 09. 2018
09:24 Uhr



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