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#MeToo wird zum Machtfaktor in der Kunst

Zu den Mächtigsten im internationalen Kunstbetrieb gehört dieses Jahr erstmals eine gesellschaftliche Bewegung. Das Ranking «Power 100» wird immer stärker auch zu einem politischen Statement.



Ranking Kunstwelt 2018 - #MeToo
Viele Zettelchen mit Kommentaren an der Stelle, an der sonst das Gemälde "Hylas und die Nymphen" (1896) von John William Waterhouse in der Manchester Art Gallery hängt.   Foto: Britta Pedersen » zu den Bildern

Die weltweite #MeToo-Bewegung erschüttert das Machtgefüge in der Kunstwelt. Die Kampagne gegen sexuelle Übergriffe landete in diesem Jahr aus dem Stand auf Platz drei des Kunstrankings «Power 100».

Erstmals wählte das britische Kunstmagazin «ArtReview» damit eine gesellschaftliche Bewegung in die jährliche Liste der einflussreichsten Figuren im internationalen Kunstbetrieb. «Ich denke, sie wäre nicht so mächtig, wenn sie nicht gebraucht würde», sagte «ArtReview»-Herausgeber Mark Rappolt der Deutschen Presse-Agentur.

Die durch die Affäre um den Hollywood-Filmproduzenten Harvey Weinstein ausgelöste #MeToo-Bewegung hat auch im internationalen Kunstbetrieb zu Sexismus-Enthüllungen und Rücktritten geführt. Sie entfachte in vielen Museen eine Debatte, welche Kunst noch gezeigt werden darf.

Anführer der «Power 100» ist 2018 der deutsche Mega-Galerist David Zwirner mit seinen Dependancen in New York, London und Hong Kong. Er belegt seit Jahren Plätze in der Spitzengruppe der «Power 100». Von Rang 68 auf Platz zwei schoss der in den USA gefeierte Künstler Kerry James Marshall. Er setzt sich kritisch mit den historischen Erfahrungen von Afroamerikanern in den USA auseinander.

«Die diesjährige Liste reflektiert die Idee, dass Kunstgeschichte viel komplizierter ist als sie allgemein präsentiert wird», sagte Rappolt. Das Ranking zeige auch den Wunsch, neue Stimmen in der Kunst zu hören, die vom Diskurs bisher ausgeschlossen waren.

Die deutsche Videokünstlerin Hito Steyerl, die 2017 Platz eins der «Power 100» belegte, rutschte auf Rang 4. Adam Szymczyk, künstlerischer Leiter der documenta 14 im vergangenen Jahr, stürzte von Platz vier auf Rang 58 ab.

Der chinesische regimekritische Künstler Ai Weiwei kletterte von Platz 13 auf Rang fünf. Auch die Schweizer Galeristen Iwan & Manuela Wirth (6) und der Schweizer Kurator Hans Ulrich Obrist (7) gehören wieder zu den Top Ten der Kunst.

Die «Power 100» werden von einer 30-köpfigen anonymen Jury erstellt und basieren laut «ArtReview» auf einer fundierten Analyse der Machtverhältnisse in der zeitgenössischen Kunstwelt. Aufgenommen in die in der Kunstszene ebenso umstrittene wie aufmerksam verfolgte Rangliste werden Künstler, Galeristen, Kuratoren, Museumsdirektoren, Sammler und Kunsttheoretiker.

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dpa

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Veröffentlicht am:
09. 11. 2018
11:29 Uhr

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