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Opernsängerin Jessye Norman gestorben

Als Opernsängerin begeisterte Jessye Norman Fans auf der ganzen Welt. Die Diva wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Jetzt ist Norman im Alter von 74 Jahren gestorben.



Jessye Norman
Opernsängerin Jessye Norman ist im Alter von 74 Jahren gestorben.   Foto: Jason Decrow/AP/dpa

Die Opernwelt trauert um Jessye Norman. Die US-amerikanische Sopranistin, einer der größten Opernstars der Gegenwart, starb am Montag (Ortszeit) im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in New York.

Dies berichteten unter anderem die «New York Times» und der Radiosender NPR unter Berufung auf einen Sprecher ihrer Familie. Auch die New Yorker Metropolitan Opera bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Tod der Sopranistin. Ursache dafür waren ein septischer Schock und Multiorganversagen infolge von Komplikationen nach einer Rückenmarksverletzung, die sie 2015 erlitten hatte.

Zahlreiche Kollegen, Stars und Fans betrauerten den Tod der Sängerin. «Was ein betroffen und traurig machender Verlust heute», schrieb die Operndiva Renee Fleming per Kurznachrichtendienst Twitter und der Sänger Rufus Wainwright kommentierte: «Die Welt hat eine der großartigsten Stimmen verloren, die wir je hatten und gehört haben. Sie hat sich für uns ausgeschüttet. Ruhe in Frieden, liebste Jessye Norman.»

Norman studierte Musik in Washington. 1968 gewann sie einen Musikwettbewerb in München, im darauffolgenden Jahr feierte sie ihr Operndebüt an der Deutschen Oper in Berlin als Elisabeth in Richard Wagners «Tannhäuser». «Die Deutsche Oper Berlin gedenkt einer großen Künstlerin, die durch ihr beeindruckendes Charisma, ihr warmherziges Wesen und ihre außergewöhnliche Bühnenpräsenz die Welt der Oper geprägt hat und uns allen in Erinnerung bleiben wird», schrieb das Opernhaus in einer Mitteilung und erinnerte an Normans Karrierestart: «Ihren ersten Auftritt am Haus, zugleich ihr Rollendebüt als Elisabeth, musste sie ohne eine einzige Bühnenprobe absolvieren und darüber hinaus wurde die Tochter einer amerikanischen Bürgerrechtlerin auch noch weiß geschminkt.»

«Wir sind sehr traurig, vom Tod der großartigen Jessye Norman zu erfahren», twitterte die Komische Oper Berlin und erinnerte an einen Liederabend, den die Sängerin 1981 dort gegeben hatte. Und der Philharmonische Chor Berlin erinnerte an das Jahr 1988, als der Chor mit der «Legende» Norman auf der Bühne stand. «Ein großer Verlust für die Welt der Oper», schrieb die Canadian Opera Company bei Twitter.

Norman gewann in ihrer Laufbahn vier Grammys für ihre Aufnahmen und einen für ihr Lebenswerk, zudem die Ehrenmedaille National Medal of Arts. Die Afroamerikanerin feierte als eine der ersten dunkelhäutigen Künstler in der Opernwelt Erfolge. Sie war vor allem als Interpretin von Opern Richard Wagners bekannt. Zu ihrem großen Repertoire gehörten aber auch Werke unter anderem von Francis Poulenc, Leos Janácek, Béla Bartók, Giuseppe Verdi, Richard Strauss oder Arnold Schönberg. Sie galt als eine der weltweit bekanntesten Opernstars, wurde aber auch als Jazz-Interpretin geschätzt.

In einer Erklärung ihrer beiden Geschwister James Norman und Elaine Sturkey hieß es, sie seien stolz auf die musikalischen Leistungen Jessye Normans. «Wir sind ebenso stolz auf ihr humanitäres Engagement im Kampf gegen Hunger, Obdachlosigkeit, für Ausbildung der Jugend sowie Kunst- und Kulturbildung.»

Die Met, an der sie in rund 80 Aufführungen mitwirkte, teilte mit, man trauere um Norman, «eine der großen Sopranistinnen des vergangenen halben Jahrhunderts.» Generaldirektor Peter Gelb sagte: «Jessye Norman war einer der größten Künstler, die je auf unserer Bühne gesungen haben». Ihr Vermächtnis werde für immer weiterleben. Norman habe das Publikum mit ihrem schönen Ton, ihrer außergewöhnlichen Kraft und ihrem musikalischen Feingefühl begeistert. Die Vorstellung von «Porgy and Bess» am Montagabend sei Norman gewidmet gewesen.

Norman wurde am 15. September 1945 in Augusta im US-Bundesstaat Georgia als eines von fünf Kindern in eine musikalische Familie hinein geboren. Schon als Kind hörte sie Opern im Radio. «Ich erinnere mich, dass ich gedacht habe, dass Operngeschichten nicht anders als andere Geschichten sind: Mann trifft Frau, sie verlieben sich, sie können aus irgendeinem Grund nicht zusammen sein und meistens geht es nicht gut aus», schrieb Norman in ihrer Autobiografie. «Für mich waren das Erwachsenen-Versionen von Geschichten, die ich schon kannte.»

Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
15:22 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
15:22 Uhr



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