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«Star Wars» Schöpfer George Lucas wird 75

Steven Spielberg, Martin Scorsese, Francis Ford Coppola und George Lucas: Zusammen bauten sie in den 1970er Jahren das «New Hollywood» auf. Alle sind nun Rentner und stehen weiter hinter der Kamera - außer Lucas. Der «Star Wars»-Schöpfer kümmert sich um andere Sachen.



George Lucas
George Lucas feiert seinen 75. Geburtstag.   Foto: Soeren Stache » zu den Bildern

George Lucas meldete sich Anfang Mai prompt zu Wort, als der Tod von Chewbacca-Darsteller Peter Mayhew bekannt wurde. Der «Star Wars»-Schöpfer hatte den mehr als 2,20 Meter großen Schauspieler 1977 für die Rolle des haarigen Wookiee in «Krieg der Sterne» gecastet.

«Peter war ein wunderbarer Mann. Er kam einem Wookiee näher, als jeder andere Mensch: großes Herz, sanfte Natur... und ich habe gelernt, ihn immer gewinnen zu lassen», sagte der Regisseur und Autor dem Portal «Starwars.com».

Sonst hält sich Lucas, der am 14. Mai 75 Jahre alt wird, in Sachen «Star Wars» eher bedeckt. Es ist fast 15 Jahre her, dass er selbst als Sternenkrieger-Regisseur bei «Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith» (2005) hinter der Kamera stand und sich das Drehbuch ausdachte. 2012 zog er einen radikalen Schlussstrich, als er sein «Star Wars»-Universum mit der Firma Lucasfilm an den Unterhaltungs-Riesen Disney verkaufte - für rund vier Milliarden Dollar.

Doch mit 75 Jahren lehnt sich der ergraute Filmemacher auf seiner Skywalker Ranch im ländlichen Marin County, nördlich von San Francisco, nicht einfach zurück. In Los Angeles legte er vor einem Jahr den Grundstein für sein lange geplantes Museum «Lucas Museum of Narrative Art», das er 2021 einweihen möchte. Das Museum solle die Fantasie der Besucher beflügeln und sie zum Träumen inspirieren «über das hinweg, was für möglich gehalten wird», sagte Lucas in einer Mitteilung.

Der Kern der Kunstsammlung stammt aus dem Privatbestand des «Indiana Jones»-Produzenten. Nach eigenen Angaben interessierte sich Lucas seit seiner Jugend für Malerei, Zeichnungen, Comics und später für digitale Kunst. Er sammelte viele Werke. Zur Sammlung gehören neben vielen Filmkunst-Objekten auch Gemälde von Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir und Norman Rockwell. Die Bau- und Betriebskosten von mehr als einer Milliarde Dollar zahlt er aus eigener Tasche.

Im vorigen Monat machte er über seine «George Lucas Family»-Stiftung eine «großzügige» Spende für das ebenfalls im Bau befindliche Oscar-Museum in Los Angeles. Nach Mitteilung des «Academy Museum of Motion Pictures» soll diese unbezifferte Finanzspritze dazu dienen, dass Jugendliche unter 18 Jahren immer freien Eintritt haben.

Lucas, der als Sohn eines Schreibwarenverkäufers mit drei Schwestern im ländlichen Modesto, fernab von Hollywood aufwuchs, hat für Bildungszwecke und für bedürftige Familien schon Millionenbeträge gestiftet. Kinder liegen dem Vater von drei erwachsenen Adoptivkindern offenbar am Herzen. 2013 wurde er mit 69 Jahren noch einmal Vater. Wenige Monate zuvor hatte er seine mehr als 20 Jahre jüngere Lebensgefährtin Mellody Hobson geheiratet. Töchterchen Everest wurde von einer Leihmutter geboren.

Lucas, der sich als Filmstudent in Los Angeles mit Francis Ford Coppola anfreundete, hatte früh einen Riecher für gute Storys und Talente. Für «American Graffiti» (1973), seinen ersten großen Regieerfolg, heuerte er die damals unbekannten Jungschauspieler Ron Howard, Richard Dreyfuss und Harrison Ford an. Als Autor und Regisseur wurde er für zwei Oscars nominiert. «Krieg der Sterne» brachte Lucas vier Jahre später Weltruhm und Millioneneinnahmen - und zwei weitere Oscar-Nominierungen.

Den ersten «Star Wars»-Film bastelte Lucas noch mit einem kleinen Team in einer Garage in einem Vorort von Los Angeles. Doch schnell setzte er sich von Hollywood ab und gründete bei San Francisco das Spezial-Effekt-Imperium Industrial Light & Magic. Es war sein «Rebellen-Stützpunkt», um sich von etablierten Studios abzusetzen, heißt es heute auf der Lucasfilm-Webseite.

Hat ihm Hollywood das übel genommen? Im Gegensatz zu seinem guten Freund Steven Spielberg, dem er mit Ideen und als Produzent bei der «Indiana Jones»-Serie zur Seite stand, hat Lucas nie einen Oscar gewonnen. Die Film-Akademie gab ihm lediglich 1992 den Irving-Thalberg-Preis für seine Verdienste als Produzent.

Drei Jahre, nachdem er sein «Star Wars»-Imperium an Disney abgetreten hatte, kam mit «Star Wars: Das Erwachen der Macht» unter der Regie von J.J. Abrams der siebte Film auf die Leinwand. Lucas reagierte melancholisch - und auch kritisch. Herausgekommen sei ein «Retro»-Film, statt mit neuen Planeten und Raumschiffen ein wirklich neues Werk zu schaffen, klagte Lucas 2015 im Interview mit PBS-Journalist Charlie Rose. «Dies sind meine Kinder. All die 'Star Wars'-Filme», sagte Lucas. «Ich liebe sie, ich habe sie erschaffen, ich bin sehr eng mit ihnen verbunden.» Die Trennung sei «sehr, sehr, sehr schwer» gewesen.

Wenn Mitte Dezember der neunte «Star Wars»-Film mit dem Untertitel «Der Aufstieg Skywalkers» in die Kinos kommt, könnte darin Lucas' Handschrift zu finden sein. Regisseur und Autor Abrams verriet im April im Interview mit dem Newsservice IGN, dass er sich noch vor Schreiben des Skripts mit Lucas getroffen habe. Schließlich sei es eine große Herausforderung, ein passendes Ende für drei «Star Wars»-Trilogien zu finden, erklärte der Regisseur.

Lucas schweigt bisher zu seiner möglichen Nebenrolle als Berater bei dem nächsten Weltraummärchen. Doch die Fans spekulieren bereits kräftig. Ist auf dem Trailer zu «Episode IX» etwa das fiese Lachen von Imperator Palpatine zu hören? In «Episode III - Die Rache der Sith» - unter der Regie von Lucas - spielte der Erzbösewicht der Star-Wars-Saga immerhin eine große Rolle.

Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
11:04 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
11:04 Uhr



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