Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Boulevard

Trauer um «Black Panther»-Star Chadwick Boseman

Schock und Trauer in den USA, und weit darüber hinaus: Mit nur 43 Jahren stirbt Hollywood-Schauspieler Chadwick Boseman an Krebs. Die Comic-Verfilmung «Black Panther» machte ihn zum Star - und zu einer Heldenfigur insbesondere für Afroamerikaner.



Chadwick Boseman
Schauspieler Chadwick Boseman starb im Alter von 43 Jahren.   Foto: Victoria Will/Invision/dpa » zu den Bildern

Mit seiner Hauptrolle als Königssohn T'Challa im Superheldenfilm «Black Panther» wurde er weltberühmt - und endgültig zu einer Identifikationsfigur in Zeiten von «Black Lives Matter». Jetzt ist der afroamerikanische Schauspieler Chadwick Boseman mit nur 43 Jahren an Krebs gestorben, wie seine Familie am Freitagabend «mit unermesslicher Trauer» mitteilte.

Demnach litt der 1976 in Anderson/South Carolina geborene Darsteller schon seit 2016 an Darmkrebs. Er starb in seinem Haus im Kreise der Familie. Bosemans Sprecherteam bestätigte dem Filmfachblatt «Variety» den Tod des Schauspielers. Er sei ein «wahrer Kämpfer» gewesen und habe noch Filme gedreht, während er Operationen und Chemotherapie durchmachte, hieß es in der Mitteilung der Familie.

Die Nachricht löste bei Kollegen und Fans am Samstag große Bestürzung und Trauer aus. So schrieb die erste schwarze Kandidatin für das Amt des US-Vizepräsidenten, die Demokratin Kamala Harris, auf Twitter: «Mit gebrochenem Herzen. Mein Freund und Kumpan Chadwick Boseman war brillant, freundlich, gebildet und bescheiden. Er ging zu früh, aber sein Leben machte den Unterschied.» Ein Bild, offenkundig eines der letzten von Boseman, zeigt Harris in enger Umarmung und lachend mit dem Schauspieler - vor dem Plakat «Freedom For Immigrants!».

Halle Berry, die 2002 als erste afroamerikanische Schauspielerin den Oscar für die beste Hauptrolle erhalten hatte, bezeichnete Boseman als «unglaublichen Mann mit unermesslichem Talent, der das Leben annahm trotz aller persönlichen Kämpfe». Oscar-Preisträgerin Brie Larson postete ein gebrochenes rotes Herz: «Du wirst vermisst und niemals vergessen.» Auch Blockbuster-Schauspieler Dwayne Johnson trauerte: «Ruhe in Liebe, Bruder. Danke für dein Licht, und dass du dein Talent mit der Welt geteilt hast.» Die populäre TV-Moderatorin Oprah Winfrey hob hervor, Boseman habe «uns allen so viel Größe gezeigt zwischen Operationen und Chemo».

Es sei die größte Ehre seiner Karriere gewesen, die Hauptfigur T'Challa in «Black Panther» zum Leben zu erwecken, hieß es von Bosemans Familie. Diese spektakuläre, an den Kinokassen sensationell erfolgreiche Comic-Verfilmung von 2018 war der erste Superheldenfilm mit fast ausschließlich schwarzen Akteuren vor und hinter der Kamera.

Die Menschen seien «durstig nach solchen Bildern, durstig nach einem schwarzen Superhelden», sagte Boseman vor gut zwei Jahren über die Wirkung von «Black Panther» und seiner Science-Fiction-Welt eines afrikanischen Landes namens Wakanda zwischen Naturverbundenheit und höchster Technologie. Das renommierte US-Magazin «The New Yorker» lobte, der Film verschmelze «die imaginäre Marvel-Welt mit der Weltgeschichte, zeitgenössischer Politik und insbesondere der Erfahrung schwarzer Menschen in den Vereinigten Staaten».

Boseman wirkte auch in Werken wie «Avengers: Infinity War», «21 Bridges» und zuletzt unter der Regie von Spike Lee im Antikriegsfilm «Da 5 Bloods» mit. In Hollywood fiel er erstmals 2013 mit der Rolle des Baseballstars Jackie Robinson im Sportdrama «42» auf. Auch dieser berühmte Sportler war, als erster Schwarzer in der Major League Baseball, ein afroamerikanischer Pionier. Ein Jahr später verkörperte Boseman in «Get On Up» eine Pop-Legende - den «Godfather of Soul», James Brown (1933-2006). Und in «Marshall» übernahm der Schauspieler die Hauptrolle des Thurgood Marshall (1908-1993), von 1967 bis 1991 erster schwarzer Richter am höchsten Gericht der USA.

Solche Rollen von mutigen Galionsfiguren waren es, die Boseman hohen Respekt gerade auch bei Afroamerikanern einbrachten - und das erst recht in Zeiten der Bürgerrechtsbewegung «Black Lives Matter». Für den Sohn von Bürgerrechtler-Legende Martin Luther King Jr, Martin Luther King III, hat der Schauspieler «Geschichte zum Leben erweckt».

Der zweifache Oscar-Preisträger Mahershala Ali schrieb auf Instagram: «Danke für deine herausragende Arbeit, deinen beispielhaften Charakter und dein Vorangehen.» Soul-Superstar John Legend betonte auf Twitter: «Er schien unsere Vorfahren immer in sich zu tragen. Und nun schließt er sich ihnen viel zu früh an.» Die Darstellerin in Quentin Tarantinos Anti-Rassismus-Western «Django Unchained», Kerry Washington, bezeichnete Boseman als «Kämpfer des Lichts» und - in Anspielung auf die «Black Panther»-Rolle - als «wahren König».

Mit seinem Privatleben ging Boseman sehr zurückhaltend um. Anfang 2019 war er bei Auftritten in der Öffentlichkeit mit der Sängerin Taylor Simone Ledward zu sehen. Das von Winfrey gegründete Magazin «O, The Oprah Magazine» zeigte gemeinsame Bilder der Künstler - sie seien wohl schon mehrere Jahre zusammen, hieß es dort. Das Magazin «Newsweek» (Online) bezeichnete Ledward am Wochenende als Bosemans Ehefrau - unklar sei nur, seit wann die beiden verheiratet waren.

© dpa-infocom, dpa:200830-99-362041/3

Veröffentlicht am:
30. 08. 2020
11:36 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Afroamerikaner Baseballstars Black Lives Matter Brie Larson Bürgerrechtsbewegungen Django Unchained Ehefrauen Halle Berry Instagram James Brown Kamala Harris Martin Luther Martin Luther King Oprah Winfrey Oscarpreisträger Quentin Tarantino Schauspieler Schauspielerinnen Spike Lee Twitter YouTube
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Reese Witherspoon

13.08.2020

Reese Witherspoon wollte als Kind US-Präsidentin werden

Als Schauspielerin ist Reese Witherspoon berühmt geworden. Dabei wollte sie früher etwas ganz anderes werden. » mehr

Mel Brooks

22.10.2020

Mel Brooks mit 94 in erstem Polit-Video

Besondere Zeiten verlangen besondere Maßnahmen - dachte sich der 94-jährige Star-Komiker Mel Brooks. Pünktlich zum Endspurt im US-Wahlkampf bezieht das Multitalent Brooks nun auch politisch Position. » mehr

Oscar-Akademie

06.06.2020

Oscar-Akademie räumt nach Vorwürfen Fehler ein

Die Film-Akademie in Los Angeles räumt Fehler ein und reagiert damit auf Vorwürfe von Schauspieler David Oyelowo, dass bei der Oscar-Abstimmung 2015 einige Wähler dem Film «Selma» eine Abfuhr erteilten. » mehr

David Guetta

31.05.2020

David Guetta feiert virtuelle Dachparty in New York

Nach seinem Fundraising-Konzert in Miami hat David Guetta jetzt in New York auflegt. Dabei erinnerte der Star-DJ auch an George Floyd. » mehr

Sean Penn

16.08.2020

Hollywood-Rebell Sean Penn wird 60

Zwei Oscars, drei Ehen, zig Schlagzeilen: Sean Penn ist als Schauspieler, Regisseur und Aktivist ein Meister seines Fachs. Kurz vor seinem 60. Geburtstag feiert der Hollywood-Rebell die dritte Hochzeit. Seine Energie ste... » mehr

Sängerin Billie Eilish

25.07.2020

Millionen «Likes» für Ankündigung von neuem Eilish-Song

Popsängerin Billie Eilish veröffentlicht in wenigen Tagen ein neues Lied. Bei den Fans hat die Ankündigung große Freude ausgelöst. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf Ebersdorf

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf | 20.10.2020 Ebersdorf
» 9 Bilder ansehen

Unfall bei Eschenau

Unfall bei Eschenau | 20.10.2020 Ebern
» 6 Bilder ansehen

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 Coburg

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 | 18.10.2020 Coburg
» 94 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
30. 08. 2020
11:36 Uhr



^