Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Boulevard

Umstrittenes neues Luxus-Stadtviertel in New York

Teure Luxuswohnungen, edle Geschäfte, Schule, Kulturzentrum, das alles in modernster Wolkenkratzer-Architektur und dazu die höchste Aussichtsplattform der westlichen Welt: In New York entsteht ein komplett neues Viertel - aber die «Hudson Yards» spalten die Stadt.



Luxus-Stadtviertel «Hudson Yards»
Das Kunstwerk «The Vessel», eine begehbare Wendeltreppe, im New Yorker Stadtviertel «Hudson Yard».   Foto: Ted Shaffrey

Wie eine Art Schnabel ragt die spitz zulaufende, gläserne Plattform weithin sichtbar aus dem 100. Stockwerk des Wolkenkratzers «30 Hudson Yards». Ab dem kommenden Jahr sollen Besucher von dort aus 335 Metern Höhe auf Manhattan hinunterschauen - oder sogar noch ein paar Meter weiter oben mit Sicherheitsgurten auf der Spitze des Wolkenkratzers herumklettern können.

«The Edge» werde nach der Eröffnung die höchstgelegene öffentlich zugängliche Outdoor-Aussichtsterrasse der westlichen Welt sein, sagen die Bauherren. Schon jetzt gehört die spitze Plattform zu den spektakulärsten architektonischen Details der Hudson Yards - einem komplett neuen Stadtviertel New Yorks, das am Freitag (15. März) offiziell eröffnet.

Das Viertel liegt am Hudson River, an der Westseite Manhattans, etwa auf Höhe des Empire State Buildings nahe der zum Park verwandelten Hochbahntrasse High Line. Die Dimensionen sind gewaltig. Nach Angaben der zuständigen Baufirma handelt es sich um das größte und teuerste nicht-öffentliche Bauprojekt in der Geschichte der USA: Rund ein Dutzend neuer Luxus-Wolkenkratzer von Star-Architekten - teils schon fertig, teils im Bau, teils geplant - mit teuren Wohnungen und Büros, wo Unternehmen wie die Investmentfirma BlackRock oder der deutsche Software-Gigant SAP bereits Mietverträge unterzeichnet haben.

Dazu ein Luxushotel, eine Schule, Restaurants und ein riesiges Einkaufszentrum. Besucher können staunen und fotografieren, Bewohner müssen sich für alle Bedürfnisse des alltäglichen Lebens kaum wegbewegen. Das komplett neues Kunst- und Kulturzentrum «The Shed» eröffnet im April. Mitten im Gebäudekomplex liegen ein Park und das begehbare Kunstwerk «The Vessel», das aus 154 verschiedenen Treppen mit fast 2500 Stufen besteht, auf denen Besucher sitzen oder herumklettern können. «Dies wird einer der großartigsten öffentlichen Plätze in New York werden», sagt Bürgermeister Bill de Blasio. «Ein Ort, an dem man gewesen sein muss, und den man bestiegen haben muss, eine ikonische Sehenswürdigkeit.»

Platz ist auf der Insel Manhattan eigentlich ein rares und teures Gut. Die Hudson Yards aber wurden möglich, weil die vom Bahnhof Penn Station abgehenden Gleise überdacht wurden. Die Idee dazu kam nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf, als Bürgermeister Mike Bloomberg das geschockte Manhattan wirtschaftlich wiederbeleben wollte. Für eine Milliarde Dollar bekam die Immobilienfirma Related Companies damals den Zuschlag - und rund 20 Jahre später hat deren Chef Stephen Ross seine Vision verwirklicht. Demnächst will er in eine Luxuswohnung in einem der Wolkenkratzer seines neuen Stadtviertels ziehen.

«Steve ist ein niemals aufgebender Optimist», sagte der frühere stellvertretende Bürgermeister Dan Doctoroff, der an den Verhandlungen beteiligt war, dem «New York Magazine» über Ross. «Er hat sich einfach ein neues Haus für sich selbst gebaut. Er ist 78 Jahre alt. Und er wird es genießen, bis er es nicht mehr kann.» Das Viertel Hudson Yards sei genau nach dem Geschmack der New Yorker, sagt Bauherr Ross. «Wenn man in New York lebt, will man doch alles jederzeit direkt vor der Nase haben.» Seine Firma bewirbt Hudson Yards als «Stadt in der Stadt» und «das nächste angesagte Stadtviertel New Yorks».

Die Stadt New York hat viel dafür getan, dass die Hudson Yards Wirklichkeit werden - unter anderem wurde eine komplett neue U-Bahn-Station gebaut. Dem Bauherren wurden einem Bericht der «New York Times» zufolge Steuernachlässe in Höhe von sechs Milliarden Dollar zugestanden.

Viele New Yorker aber sind nicht begeistert - zu steril, zu wenig authentisch und vor allem zu teuer sei das neue Stadtviertel, und das in einer Zeit, wo New York dringend bezahlbaren Wohnraum brauche, kritisieren viele. Hudson Yards sei «die Fantasiestadt eines Milliardärs», ätzte das «New York Magazine». «Wir haben das Gefühl, wir sind hier gar nicht mehr in New York.»

Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
10:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bauherren Berichte Bill de Blasio BlackRock Empire State Building Investmentgesellschaften Kunst- und Kulturzentren Luxuswohnungen Manhattan Ortsteil SAP AG The Edge Wolkenkratzer Zeitschriften
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Empire State Building

11.10.2019

Renoviertes Empire State Building öffnet

Das Empire State Building gehört zu den ältesten, höchsten und beliebtesten Wolkenkratzern New Yorks - aber die Konkurrenz wächst. Mit einer teuren Renovierung von Ausstellung und Aussichtsplattformen schlägt das Gebäude... » mehr

«The Spur»:

03.06.2019

«The Spur»: Letztes Teilstück der High Line öffnet

Einst eine vergammelte Hochbahntrasse, ist die High Line längst ein blühender Park und gehört zu den beliebtesten Touristenattraktionen New Yorks. 2,5 Kilometer sind schon länger geöffnet, jetzt wird mit der Abzweigung «... » mehr

Empire State Building

11.05.2019

Empire State Building zeigt Lichtshow zu Shawn Mendes' Song

In New York findet eine interessante Aktion statt. Passanten können eine Lichtshow am Empire State Building sehen, die auf einen Song von Shawn Mendes abgestimmt ist. Profitieren soll davon eine Wohltätigkeitsorganisatio... » mehr

Courteney Cox und Jennifer Aniston

07.10.2019

Courteney Cox postet Foto mit «Friends»-Kollegen

25 Jahre ist es her, dass die erste Folge von «Friends» lief. Auf dem Instagram-Profil von Schauspielerin Courteney Cox gibt es eine kleine Reunion. » mehr

Künstlerhof

21.02.2019

Künstler kämpfen in Metropolen für ihre Lebenswelt

Wem gehört die Stadt? Investoren, die auf ihren Profit schauen? Oder den Menschen, die das Viertel mit Leben füllen? Dieser Kampf tobt in vielen deutschen Großstädten. » mehr

Bruce Springsteen

23.09.2019

Bruce «The Boss» Springsteen wird 70

Aus der ärmlichen US-Provinz in den Rock-Olymp: Die Karriere von Bruce Springsteen ist eine atemberaubende Heldensaga, hier wurde ein «American Dream» wahr. Jetzt feiert der weltweit verehrte Musiker seinen 70. Geburtsta... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Gallus-Kirchweih in Küps

Gallus-Kirchweih in Küps | 22.10.2019 Küps
» 25 Bilder ansehen

25 Jahre Eigenständigkeit Untermerzbach

25 Jahre Eigenständigkeit Untermerzbach | 21.10.2019 Untermerzbach
» 13 Bilder ansehen

Ausstellung "Bunte Palette" Steinwiesen

Ausstellung "Bunte Palette" | 20.10.2019 Steinwiesen
» 32 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
10:22 Uhr



^