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Wachsendes Interesse an Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse entwickelt sich zum Schaufenster für internationale Kultur und Literatur. Ein Schwerpunkt gilt in diesem Jahr einem Nachbarland.



Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse findet in diesem Jahr vom 21. bis 24. März statt.   Foto: Sebastian Willnow

Die Leipziger Buchmesse rechnet mit mehr als 2.600 Ausstellern zur Frühjahrsschau der Buchbranche. Das sind ähnlich viele wie 2018. Der Anteil der ausländischen Aussteller sei inzwischen auf 20 Prozent gestiegen, sagte der Buchmesse-Direktor Oliver Zille.

«Es spielt uns seit Jahren stark in die Hände, dass die Messe insgesamt beim Publikum, bei den Autoren, bei den Verlagen attraktiver geworden ist. Das bringt uns jedes Jahr neue Länder an die Messe.» Über die Internationalisierung und darüber, was vom 21. bis 24. März in Leipzig noch zu erwarten ist, sprach Zille mit der Deutschen Presse-Agentur.

INTERNATIONALISIERUNG: Die Leipziger Buchmesse wird internationaler. «Wir beobachten seit drei, vier Jahren, dass die Buchmesse für die Länder immer attraktiver wird, ihre Autoren in Leipzig zu präsentieren und damit für die Literatur und Kultur der jeweiligen Länder zu werben», sagte Zille. In den Vorjahren seien Italien, die Niederlande, Portugal und die Türkei dazugekommen. «Deutschland ist der größte Übersetzungsmarkt der Welt und Leipzig kann ein wichtiges Schaufenster für internationale Literatur sein», sagte Zille.

GASTLAND: In diesem Frühjahr wird sich Tschechien unter dem Motto «Ahoj Leipzig» mit einem großen Programm präsentieren. Mehr als 60 Neuerscheinungen werden vorgestellt. «Wir wünschen uns bei jedem Länderauftritt, dass Nachhaltigkeit erzeugt wird und dass ein Gastland-Auftritt der Beginn einer neuen Entwicklung ist», sagte Zille. Die Tschechen hätten dazu einen starken Anlauf unternommen. «Ich freue mich darauf, die Stimmen der Tschechen differenzierter zu hören. Man hört und liest ja relativ wenig über die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse bei unseren tschechischen Nachbarn.»

MESSE UND BUCHMARKT: Die Buchmesse ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - auch wenn 2018 ein Wintereinbruch und Verkehrschaos für ein Besucherminus sorgten. Die Buchbranche kämpft dagegen mit Schwierigkeiten - etwa im stationären Handel. Gemessen an anderen Branchen sei der Umsatz im Buchmarkt aber relativ stabil, betonte Zille. «Die Käuferzahl ist zurückgegangen, gleichzeitig kaufen die Intensivleser mehr Bücher». Aufgabe der Buchmesse sei es, breite Kreise - und nicht nur das ohnehin buchaffine Publikum - für das Lesen zu begeistern. Zille: «Die Buchmesse ist nicht nur ein Lesefest, sondern auch ein Event um Bücher und buchverwandte Medien.»

POLITIK UND BUCHMESSE I: Gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung legt die Messe eine neue Diskussionsreihe auf: «The Years of Change 1989-1991». Darin sollen die gesellschaftlichen Umbrüche im Ostblock vor 30 Jahren und dessen Folgen heute beleuchtet werden. «Eine Buchmesse transportiert schon immer Inhalte, die Menschen bewegen. Aktuell sind es unter anderem die Zukunft Europas und die Fragen der Gerechtigkeit, und natürlich gehören diese Themen dann auf die Buchmesse», sagte Zille. Das politische Sachbuch verzeichne seit Jahren einen Aufschwung.

POLITIK UND BUCHMESSE II: Das Bundesland Sachsen steht unter anderem wegen der rassistischen Vorfälle in Chemnitz stark im Fokus der Öffentlichkeit. Vorbehalte von Ausstellern gegen die Messe gebe es deswegen jedoch nicht, sagte Zille. Eher werde die Frage gestellt, wie die Messe als Plattform für Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit eintrete. «Es gibt eine Erwartungshaltung, dass die Buchmesse klare Haltung zeigt und dass wir die gesellschaftlichen Diskussionen nicht von der Buchmesse fernhalten, sondern dass sie hier stattfinden.»

SICHERHEITSKONZEPT: 2018 gab es eine größere Diskussion um die sogenannten rechten Verlage auf der Buchmesse. Die Verantwortlichen haben das Thema laut Zille weiterhin im Blick - und entwickeln ihr Sicherheitskonzept weiter. «Dabei prüfen wir, wo der Messefluss unterbrochen werden könnte, und entscheiden auf dieser Basis über die Platzierung.» Ziel der Messemacher sei Ausgewogenheit, sagte Zille. «Oberstes Gebot ist: Die Buchmesse ist eine vielfältige Inhaltemesse. Einzelne Stimmen, die besonders laut sind, sollen die Buchmesse nicht dominieren. Darauf haben wir - auch im Interesse aller 2.600 Teilnehmer - zu achten.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2019
10:06 Uhr

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