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Was tun, wenn Söhne rechtsextrem werden?

Für ihr neues Theaterstück hat Karen Breece mit Müttern von Rechtsextremen gesprochen - und mit Aussteigern aus der Neonazi-Szene. Dabei hat sie sich auch eine wichtige Frage gestellt.



Regisseurin Karen Breece
Die Theaterregisseurin Karen Breece hat sich intensiv mit Rechtsextremismus beschäftigt und ein Stück darüber geschrieben   Foto: Taylan Gökalp

Die Theaterregisseurin Karen Breece macht etwas Ungewöhnliches, wenn sie ein neues Stück schreibt. Sie greift zum Telefon, liest Studien und spricht mit Menschen.

In ihrem neuen Stück «Mütter und Söhne» will sie sich mit politischer Radikalisierung auseinandersetzen - und mit der Frage, wie man damit umgeht, wenn ein Familienmitglied in extreme Kreise gerät.

«Ich will das Thema Radikalisierung über dieses kleine persönliche Fenster betrachten», sagte Breece der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dort wird ihr neues Stück am Freitag uraufgeführt. Das Berliner Ensemble (BE) eröffnet damit seine zweite, neue Spielstätte.

Für ihre Recherche hat sich Breece mit Müttern unterhalten, deren Söhne rechtsextrem waren oder es noch sind. Die Frauen zu finden, sei eine große Herausforderung gewesen. Die meisten hätten Angst, fühlten sich bedroht. «Sie ziehen sich zurück oder haben auf ihre Art und Weise mit der Vergangenheit abgeschlossen», sagte Breece.

Für ihr Dokumentartheater hat Breece, die in den USA aufgewachsen ist, in der Vergangenheit zum Beispiel schon mit Obdachlosen gesprochen. Jetzt redete sie mit Aussteigerorganisationen in Berlin, Sachsen und München, mit Aussteigern, Sozialarbeitern, Polizisten und normalen Bürgern. Aus diesen Gesprächen hat sie einiges gelernt.

«Rechte Hetze und Rechtsextremismus müssen wir bekämpfen. Wir müssen klare Kante zeigen, das finde ich ganz wichtig. Auch der Staat muss noch stärker Grenzen setzen», sagte Breece. «Ich finde aber auch, dass man die Türe - auch wenn es nur einen Spalt bedeutet - nicht komplett zuschlagen darf. Und zwar für diejenigen, die man damit wieder in die politische Mitte zurückholen kann.»

Aussteigerprogramme müssten noch stärker gefördert werden, gerade nicht-staatliche. «Denn was meine Recherchen gezeigt haben: Die Radikalisierten, die aussteigen wollen, die gehen nicht zum Verfassungsschutz», sagte Breece. Auch Mütter, die Hilfe brauchten, seien auf solche Organisationen angewiesen.

Ein Grund, das Theaterstück zu machen, sei auch die aktuelle politische Situation gewesen. «Wenn man sich die Wahlerfolge der AfD anschaut, muss man sich die Frage stellen: Warum sind so viele Wähler von den anderen Parteien abgewandert? Und ist AfD-Wählern bewusst, wen sie mit ihrer Stimme unterstützen?», sagte Breece.

«Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir alle den Dialog nicht aufgeben», sagte Breece. Man müsse einen Blick haben auf Menschen, die eine Partei wie die AfD wählen, und versuchen, sie in irgendeiner Form zu erreichen. «Dort, wo Rassismus und Rechtsradikalismus beginnen, ist aber natürlich auch eine Grenze für den Dialog erreicht. Das muss den Wählern der AfD auch klar sein.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
11:04 Uhr

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19. 09. 2019
11:04 Uhr



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