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13 Jahre nach Bruno: Wieder Bär in Bayern gesichtet

Er mochte Honig und Schafe: Der junge Braunbär Bruno hielt mit seinen Eskapaden vor gut 13 Jahren die Behörden in Bayern auf Trab - und endete ausgestopft im Museum. Jetzt hat wieder ein Artgenosse die Tatzen auf bayerischen Boden gesetzt. Bisher bleibt er brav.



Wildtierkamera
Das Foto einer Wildtierkamera im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zeigt einen Braunbären.   Foto: -/Bayerisches Landesamt für Umwelt/dpa

Da werden Erinnerungen wach: Mehr als 13 Jahre nach dem Abschuss von Bruno ist wieder ein Bär nach Deutschland eingewandert.

Eine Wildtierkamera habe das Tier in der Nacht auf Mittwoch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen fotografiert, teilte das Landesamt für Umwelt (LfU) mit.

«Der Bär verhält sich nach wie vor sehr scheu und unauffällig», erläuterte die Behörde. «Bayern ist gut vorbereitet», sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Nun greife das abgestimmte Verfahren der Experten. Glauber verwies auf den Managementplan zum Umgang mit Bären. Die Sicherheit stehe stets im Mittelpunkt.

Bereits im Juni war ein Bär im österreichischen Tirol aufgetaucht. Er sei dort am 9. Oktober nochmals nachgewiesen worden; zudem hatte am 1. Oktober eine Touristin im Balderschwanger Tal eine Bärenlosung fotografiert. Es sei möglich, dass es sich um dasselbe Tier handele und das aktuelle Foto seine Wanderbewegungen dokumentiere.

Naturschützer begrüßten die Ankunft. Falls es der Bär aus Tirol sei, habe er in drei Wochen knapp 100 Kilometer zurückgelegt, erläuterte Andreas von Lindeiner vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). «Seine Wanderung ging zum Teil durch stark touristisch geprägtes Gebiet, ohne dass ihn irgendjemand gesehen hat. Er hat sich also absolut unauffällig verhalten und ist somit weiterhin als Vorbild-Bär einzustufen.» Der LBV warnte vor überzogenen Reaktionen - und vor Abschussforderungen.

«Der Bär verhält sich bisher sehr vorsichtig, Sichtungsmeldungen sind uns nicht bekannt», sagte auch Moritz Klose, Wildtierexperte beim Umweltverband WWF. Der Verband sähe es als Gewinn, wenn sich ein Braunbär dauerhaft in Deutschland niederlasse. Bayern sei zumindest auf dem Papier gut vorbereitet. «Jetzt wird sich zeigen, ob die Maßnahmen praxistauglich sind.»

Den Managementplan hatte Bayern nach dem Desaster mit Bruno erarbeitet. Er regelt den Umgang mit dem Wildtier und die Schritte, falls es Probleme gibt.

Bruno - wissenschaftlich genannt JJ1 als Erstgeborener von Vater Jose und Mutter Jurka - war im Sommer 2006 der erste Bär, der nach 170 Jahren seine Tatzen auf bayerischen Boden setzte. «Der Bär ist in Bayern willkommen», erklärte damals der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU). Doch Bruno benahm sich nicht entsprechend. Er trabte an Ortschaften heran, riss Schafe, holte sich Geflügel und räumte Bienenstöcke aus. Nur wenige Tage später erklärte Schnappaufs Ministerium: «Der Bär ist zu einem Problem-Bären geworden.»

Wochenlang bemühten sich die Behörden, das streng geschützte Tier zu fangen. Bruno wurde - unter Protest von Tierschützern - zum Abschuss freigegeben. Am 26. Juni 2006 wurde er im oberbayerischen Rotwandgebiet abgeschossen. Heute steht Bruno ausgestopft im Münchner Museum «Mensch und Natur».

JJ1 stammte aus dem norditalienischen Trentino. Dort leben zurzeit etwa 60 Bären - mit leicht steigender Tendenz, wie das LfU erläuterte. Zumindest bei dem in Tirol gesichteten Bären vermuten Experten, dass er ebenfalls von dort kam. Bis Tirol hatten es Bären mehrfach geschafft. Nach Angaben eines Amtstierarztes der Bezirksverwaltung Reutte vom Juni wurde dort in den vergangenen 15 Jahren rund ein Dutzend Mal ein Bär gesichtet.

Dass Bären hierzulande heimisch werden, ist aber unwahrscheinlich. «Eine Bärenpopulation breitet sich nur sehr langsam aus», hieß es beim LfU. «Es ist nicht zu erwarten, dass Bären sich in Bayern dauerhaft ansiedeln.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 10. 2019
18:16 Uhr

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dpa

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23. 10. 2019
18:16 Uhr



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