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31 Afghanen aus Deutschland nach Kabul abgeschoben

71 Menschen sollten nach Afghanistan abgeschoben werden. Am Ende kamen 31 abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland tatsächlich in Kabul an. Es ist die mittlerweile 27. Sammelabschiebung seit Dezember 2016. Die Maßnahme wird kritisiert.



Abschiebung
Zum 27. Mal fand eine Sammelabschiebung aus Deutschland nach Afghanistan statt.   Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Ungeachtet anhaltender Gewalt in Afghanistan ist am Mittwoch ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen. 31 Männer waren an Bord des Fluges aus Frankfurt/Main.

Es war die 27. Sammelabschiebung aus Deutschland seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Damit sind insgesamt 676 Männer nach Afghanistan zurückgeführt worden.

Die Abgeschobenen kamen Informationen der Deutschen Presse-Agentur zufolge aus Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen. Wie schon in der Vergangenheit war Bayern mit 15 Abgeschobenen besonders stark vertreten. 17 der Abgeschobenen waren Straftäter, darunter ein Gefährder. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 13 Menschen rechtskräftig verurteilt worden. 19 der Passagiere kamen demnach direkt aus der Haft.

Eigentlich war die Abschiebung von insgesamt 71 Menschen geplant, wie der Sprecher des Innenministeriums sagte. An den Flughafen wurden aber nur 31 Personen gebracht. Es kommt immer wieder vor, dass die Polizei Abzuschiebende nicht antrifft.

Gegen die Sammelabschiebung hatten zuvor am Terminal 1 des Flughafens Frankfurt etwa 50 Menschen friedlich demonstriert. Zu dem Protest hatte eine afghanische Flüchtlingsinitiative aufgerufen. Vom Flughafen Halle/Leipzig aus wurden derweil nach Angaben des sächsischen Innenministeriums 21 Menschen nach Tunesien abgeschoben.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten. Kritiker weisen darauf hin, dass die Sicherheitslage weiter angespannt ist. Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fordert täglich Opfer.

In der Nacht zu Mittwoch kamen in der westlichen Provinz Herat mindestens 14 Sicherheitskräfte ums Leben. Weitere mindestens neun seien verwundet worden, als Taliban-Kämpfer einen Kontrollposten überfielen, sagten lokale Behördenvertreter. Die Gefechte hätten mehr als sechs Stunden angedauert.

Am Mittwochmorgen wurden zudem zwei Polizistinnen in der südlichen Provinzhauptstadt Kandahar getötet. Unbekannte hätten das Feuer auf die Frauen eröffnet, als diese auf dem Weg zur Arbeit waren, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Bahir Ahmadi.

Zuletzt war die Zahl der zivilen Opfer wieder signifikant gestiegen. Im Juli wurden nach UN-Angaben mehr als 1500 Zivilisten verwundet oder getötet. Dies sei die höchste Monatszahl seit Mai 2017. Somit wurden allein im Juli fast halb so viele zivile Opfer verzeichnet wie im gesamten ersten Halbjahr 2019.

Die USA verhandeln mit den Taliban über eine politische Lösung des fast 18 Jahre andauernden Konfliktes und über einen Abzug von US-Truppen. «Wir stehen kurz vor einer Einigung», schrieb der Sprecher des politischen Büros der Taliban, Sohail Schahin, am Mittwoch auf Twitter. Die mittlerweile neunte Gesprächsrunde im Golfemirat Katar, wo die Taliban ein halboffizielles politisches Büro betreiben, hatte am Donnerstag begonnen. Eine Einigung soll innerafghanische Friedensgespräche in die Wege leiten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 08. 2019
17:02 Uhr

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28. 08. 2019
17:02 Uhr



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