Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Ägyptens Präsident stimmt auf Militäreinsatz in Libyen ein

Der Krieg in Libyen scheint kein Ende zu finden: Die Soldaten der international anerkannten Regierung kämpfen gegen Einheiten von General Haftar, zugleich versuchen islamistische Gruppen ihren Einfluss auszudehnen. Nun könnte sich eine weitere Macht in das blutige Ringen einmischen.



Al-Sisi und Soldaten
Ägyptens Präsident Al-Sisi im Sommer 2015 bei einem Besuch von Soldaten auf der Sinai-Halbinsel.   Foto: Office Of The Egyptian President/OFFICE OF THE EGYPTIAN PRESIDENT/dpa

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat die Armee auf einen möglichen Einsatz im benachbarten Bürgerkriegsland Libyen eingestimmt.

«Seid bereit für jegliche Mission innerhalb unserer Grenzen - oder wenn nötig außerhalb unserer Grenzen», sagte Al-Sisi beim Besuch einer Luftwaffenbasis nahe der libyschen Grenze.

Ägypten unterstützt im Libyen-Konflikt General Chalifa Haftar, dessen Verbündete gegen Truppen der international anerkannten Regierung kämpfen. Haftar konnte seine Offensive auf Tripolis dank der Militärhilfe aus Ägypten sowie aus Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten vorantreiben. Die Regierungstruppen drängten ihn mit militärischer Hilfe der Türkei aber schließlich zurück.

Al-Sisi äußerte sich nun erstmals öffentlich über einen möglichen Einsatz in Libyen. Die Armee sei «in der Lage, die nationale Sicherheit Ägyptens innerhalb und außerhalb der Grenzen zu verteidigen». Solch ein Einsatz sei «legitim», sagte der Präsident nach einem Bericht des Staatsfernsehens vom Samstag. Ziel sei der Schutz vor Bedrohungen von «Terrormilizen und Söldnern».

Die libysche Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch bezeichnete den möglichen Einsatz als «feindseligen Akt». Al-Sisis Bemerkungen kämen einer «Kriegserklärung» gleich, teilte die Regierung am Sonntag mit. «Wir allein sind diejenigen, die den Ort und Zeitpunkt unserer Militäreinsätze bestimmen, um unser Land zu säubern und die Staatsgewalt darüber auszuweiten.»

Russland bekräftigte einmal mehr eine friedliche Lösung. Es gebe keine Alternative zu einem sofortigen Stopp aller Kampfhandlungen und zu einem Dialog, sagte Außenminister Sergej Lawrow nach einem Telefonat mit seinem ägyptischen Kollegen Samih Schukri. Grundlage für solche Gespräche sollen nach russischer Auffassung die Beschlüsse einer Libyen-Konferenz im Januar in Berlin sein.

Al-Sisi hatte vor gut zwei Wochen nach einem Treffen mit Haftar in Kairo eine neue politische Initiative und eine Waffenruhe für Libyen angekündigt. Dabei war aber kein Vertreter der libyschen Regierung anwesend. Ägypten sorgt sich um die Sicherheit an der etwa 1200 Kilometer langen Grenze im kargen Wüstenland. Dort kam es schon mehrfach zu terroristischen Angriffen. Zudem will Al-Sisi verhindern, dass islamistische Gruppen ihren Einfluss in Libyen ausdehnen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 06. 2020
21:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Armee Außenminister Bürgerkriege Kriege Libyen-Konflikt Libysche Regierungen Militäroperationen Sergej Lawrow Soldaten Terrorismus Terrormilizen Waffenruhen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Chalifa Haftar

07.05.2020

Russische Sicherheitsfirma kämpft in Libyen gegen Regierung

In Libyen gebe es keine Alternative zu einer diplomatischen Lösung, hieß es neulich noch aus Moskau. Nun stellen UN-Experten in einem Bericht fest, dass eine mit dem Kreml verbundene Militärfirma in dem Bürgerkrieg kämpf... » mehr

Konflikt in Libyen

21.04.2020

UN «extrem besorgt» über zunehmende Kämpfe in Libyen

Im ölreichen Libyen ringen die Regierung und Rebellen um die Macht. Zugleichg breitet sich das Coronavirus ungehindert aus. » mehr

Haftar und Lawrow in Moskau

14.01.2020

Merkel lädt für Sonntag zu Libyen-Treffen in Berlin ein

Gespräche über eine Waffenruhe im Bürgerkriegsland Libyen sind in Moskau gescheitert. Nun soll eine prominent besetzte Konferenz in Berlin eine Lösung finden. » mehr

Libyscher General Haftar

12.01.2020

Waffenruhe in Libyen - Italien bringt UN-Soldaten ins Spiel

Bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Bürgerkrieg in Libyen jagt ein politisches Spitzentreffen das nächste. Italien schlägt nun die Entsendung von Truppen unter UN-Mandat vor und will auf gemeinsame Treffen mit der Tü... » mehr

Maas und Haftar

17.01.2020

EU startet vor Libyen-Gipfel Diskussion über Militäreinsatz

Vor der Libyen-Konferenz am Sonntag bringen sich die Akteure in Position - auch solche, die gar nicht eingeladen sind. Es geht um Frieden, um Waffen, um Flüchtlinge - und Bodenschätze im Mittelmeer. » mehr

Libyen-Konferenz

19.01.2020

Libyen-Gipfel einigt sich auf Waffenembargo

Auf dem Berliner Gipfel haben einflussreiche Mächte Ziele für eine Friedenslösung in Libyen formuliert. Sie versprechen einander ein Ende der militärischen Unterstützung für die Konfliktparteien. Eine Frage bleibt aber w... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Coburger Bahnhof der Zukunft Coburg

Der Coburger Bahnhof der Zukunft | 03.08.2020 Coburg
» 21 Bilder ansehen

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg Coburg

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg | Coburg
» 32 Bilder ansehen

Repatatur des Windrades bei Untermerzbach

Reparatur des Windrads bei Untermerzbach |
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 06. 2020
21:32 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.