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AfD-Streit um Björn Höcke schwelt weiter

Vor den Wahlen in Ostdeutschland zeigt die AfD sich siegessicher - doch zugleich schwelt der Streit um Björn Höcke und seinen «Flügel» weiter. Könnte eine Kandidatur des Thüringers für den Bundesvorstand die Machtverhältnisse in der Partei klären?



Höcke
Björn Höcke, Vorsitzender der AfD in Thüringen, spricht zum Wahlkampfauftakt in Sachsen.   Foto: Sebastian Kahnert

Im AfD-internen Streit um Björn Höcke mehren sich Rufe nach einer Kandidatur des Wortführers des rechtsnationalen «Flügels» für den Bundesvorstand.

Parteichef Jörg Meuthen sagte am Sonntag im «Bericht aus Berlin» der ARD, er würde es begrüßen, wenn Höcke anträte. «Ich fände das auch folgerichtig.» Das müsse Höcke aber selbst wissen.

Der baden-württembergische Landesparteichef Bernd Gögel sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Ich fände es gut, wenn er antritt.» Die Ergebnisse wären von allen Seiten zu akzeptieren, führte Gögel aus, der vor wenigen Tagen betont hatte, dass er die rechten Hardliner um Höcke für eine existenzielle Bedrohung für die AfD hält. Eine Mitgliedschaft Höckes im Vorstand könnte aus Sicht des Baden-Württembergers womöglich «zur Beruhigung beitragen».

Der Thüringer Landesparteichef Höcke hatte vor einer Woche mit einer Kampfansage an den Bundesvorstand den Zorn vieler AfD-Politiker auf sich gezogen. Mehr als 100 Funktionäre und Mandatsträger kritisierten daraufhin in einem Appell «für eine geeinte und starke AfD» einen «Personenkult» um den Rechtsaußen. Schließlich forderten mehrere westdeutsche AfD-Politiker Höcke zur Kandidatur auf - und machten die Erwartung deutlich, dass damit die Machtverhältnisse geklärt werden.

Der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende Uwe Junge sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» («FAS»), wenn jemand wie Höcke meine, nur er wisse, wo es lang gehe, dann solle er auch «seinen Hut in den Ring werfen». Höcke müsse jetzt den Schneid haben, sich den Mitgliedern zu stellen. «Dann wäre das dann auch entschieden. Und ich bin mir sicher, er wird scheitern.»

Höcke war am Wochenende bei den Wahlkampfauftakt-Veranstaltungen der AfD in Brandenburg und Sachsen von seinen Anhängern gefeiert worden. In den beiden Ländern wird am 1. September der Landtag neu gewählt, am 27. Oktober steht zudem die Landtagswahl in Thüringen an. Angesichts starker Umfragewerte tritt die AfD zuversichtlich auf: «Wir werden den Osten blau machen», sagte Höcke am Sonntagabend im sächsischen Lommatzsch. «Wir werden die politische Sonne hier aufgehen lassen, um sie dann über ganz Deutschland scheinen zu lassen.»

Der Verfassungsschutz stuft den «Flügel» als «Verdachtsfall» im Bereich des Rechtsextremismus ein, anders als die Gesamtpartei. Meuthen sagte im «Bericht aus Berlin: «Der "Flügel" ist ein Teil unserer Partei.» Er fügte aber hinzu, dass er selbst an Teilen des «Flügels» kritisiere, dass die Abgrenzung zu Rechtsaußen klarer sein müsse.

Am Samstag hatte er bei der brandenburgischen Auftakt-Veranstaltung in Cottbus gesagt, er werde ständig von Journalisten gefragt, ob eine neue Spaltung der AfD bevorstehe. Seine Antwort laute: «Nein, das tut sie ganz gewiss nicht. Vergesst das, ihr Traumtänzer. Wir werden euch diesen Gefallen niemals tun», sagte Meuthen auch an die Adresse der anderen Parteien.

Laut einem Medienbericht gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass mehr als 40 Prozent der AfD-Mitglieder im Ostdeutschland Anhänger des «Flügels» sind. Im Westen sei die Zahl niedriger, aber wie im Osten mit wachsender Tendenz, berichtete die «Bild am Sonntag» unter Berufung auf interne Analysen der Sicherheitsbehörden.

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Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
11:49 Uhr

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15. 07. 2019
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