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Aus Türkei abgeschobene Frau in Frankfurt festgenommen

Seit Wochen schiebt die Türkei Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab. Am Freitagabend landet eine mutmaßliche IS-Anhängerin mit drei Kindern in Frankfurt. Sie soll in Koblenz einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.



Flughafen Frankfurt
Landung in Frankfurt: Eine aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche Anhängerin der Terrormiliz IS ist nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen festgenommen worden.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Eine aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche Anhängerin der Terrormiliz IS ist nach ihrer Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage.

Die 29 Jahre alte Frau aus Rheinland-Pfalz traf nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend mit einem fünfjährigen Jungen und zwei Mädchen im Alter von zwei Jahren an Bord einer deutschen Maschine aus Istanbul ein.

Gegen sie lag nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS) vor. Die Frau wurde am Samstag einem Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Koblenz vorgeführt. Er habe den Haftbefehl aufrechterhalten, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Beschuldigte sei danach in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden. Mitarbeiter des Jugendamtes nahmen die Kinder in Obhut.

Der Koblenzer Generalstaatsanwaltschaft zufolge reiste die Frau nach den bisherigen Ermittlungen im September 2014 mit ihrem nach islamischen Recht verheirateten Mann und zwei seiner Schwestern aus Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz über die Türkei nach Syrien aus.

Sie soll unter anderem von Syrien aus über soziale Medien die Ideologie des IS und die Tötung Andersdenkender durch den IS propagiert sowie zur Ausreise in das «Kalifat» aufgerufen haben. Kurdische Kämpfer hätten die Frau Anfang 2019 festgesetzt und in das Camp Ayin Issa nahe der türkischen Grenze gebracht. Dort sei sie im Zuge der türkischen Offensive in Nordsyrien von türkischen Kräften aufgegriffen worden.

Das türkische Innenministerium hatte am Freitagabend über die Abschiebung von vier «Terroristenkämpfern» mit deutscher Staatsbürgerschaft getwittert. Nähere Auskünfte zu konkreten Vorwürfen gab das Ministerium nicht. Die türkischen Angaben sind generell mit Vorsicht zu betrachten: Es fließen unter anderem in die Zahlen zu angeblichen «Terroristenkämpfern» auch immer wieder die mitreisenden Kinder ein.

Die Türkei schiebt seit Wochen Menschen mit angeblichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer ab. Das türkische Militär hatte am 9. Oktober im Norden Syriens eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die von der türkischen Regierung als Terrororganisation betrachtet wird. Dabei wurden offiziellen Angaben zufolge auch 287 IS-Anhänger festgenommen, darunter Frauen und Kinder.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
18. 01. 2020
12:26 Uhr

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18. 01. 2020
12:26 Uhr



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