Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Ausspähversuch am Airport Stuttgart: Suche nach Verdächtigen

Schwerbewaffnete Polizisten auf Streife im Flughafen Stuttgart. Hintergrund sind verdächtige Ausspähversuche dort und in Paris. Die Behörden halten sich bislang bedeckt.



Polizeipräsenz am Stuttgarter Flughafen
Polizisten beobachten im Flughafen Stuttgart die Check-in-Schalter.   Foto: Sven Kohls/SDMG

Die Polizei sucht im Zusammenhang mit einem möglicherweise geplanten Anschlag auf einen Flughafen im Südwesten Deutschlands vier Personen. Das bestätigten Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur, zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Mindestens einer der Verdächtigen gehört nach dpa-Informationen zum radikalislamischen Milieu. Nach Hinweisen auf Ausspähversuche am Stuttgarter Flughafen hatte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen an mehreren Airports in der Region erhöht.

Zwei der Gesuchten seien Vater und Sohn und stammten aus Nordrhein-Westfalen, hieß es. Sie seien bereits vergangene Woche der französischen Polizei aufgefallen, als sie am Pariser Flughafen Charles de Gaulle Fotos machten. Das waren laut dem SWR-Bericht auch die beiden Männer, die am Stuttgarter Flughafen gesichtet wurden. Sie konnten demnach anhand von Videoaufzeichnungen identifiziert werden.

Das zuständige Polizeipräsidium in Reutlingen wollte den SWR-Bericht nicht kommentieren. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht, ebenso wenig die Bundesanwaltschaft.

Die Bundespolizei «sensibilisierte» Einsatzkräfte an allen Verkehrsflughäfen in ihrem Zuständigkeitsbereich, wie ein Sprecher mitteilte. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Nach Hinweisen französischer Behörden wurden bereits am Mittwochabend in Stuttgart sowie dann auch an den Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Das baden-württembergische Innenministerium hat nach eigenen Angaben aber keine Erkenntnisse zu einer konkreten Gefährdung der Flughäfen in dem Bundesland.

Schwer bewaffnete Polizisten waren in Schutzausrüstung auf Streife unterwegs. Wie lange die Maßnahmen geplant sind war zunächst unklar. Der Flugbetrieb lief normal weiter und wurde nicht beeinträchtigt.

Die Maßnahmen an den baden-württembergischen Flughäfen seien eine «reine Vorsichtsmaßnahme», teilte die Polizei mit. «Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit.» Gerade nach der schrecklichen Tat in Straßburg müsse man weiter wachsam sein. Bei dem Anschlag in der Stadt im Elsass waren fünf Menschen ums Leben gekommen.

Vergangene Woche und am Mittwoch seien am Stuttgarter Aiport junge Männer von einer Überwachungskamera gefilmt worden, berichtete der «Tagesspiegel» unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Personen hätten sich an der Sicherheitsschleuse aufgehalten, ohne einen Flug antreten zu wollen und ohne Reisegepäck. Vor diesem Hintergrund habe die Bundespolizei die Spezialeinheit BFE plus am Flughafen eingesetzt, um einem Anschlag vorzubeugen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Auch am Pariser Flughafen Charles de Gaulle waren vergangene Woche zwei Männer aufgefallen. Französische Polizeikreise bestätigten auf dpa-Anfrage Informationen der Zeitung «Journal du Dimanche», wonach einer der Männer in einem Flughafenterminal Fotos gemacht haben soll. Ihr Auto, ein Mercedes-Sprinter, hatte demnach ein deutsches Kennzeichen.

Der 48 Jahre alte Autobesitzer stand nach laut «JDD» in der deutschen Behördenliste mit «Gefährdern». Auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dies habe eine Kennzeichenabfrage ergeben.

Auf die Spur gekommen sind die Ermittler den Männern laut «SWR»-Informationen auch durch Hinweise marokkanischer Sicherheitsbehörden. Diese hätten verdächtige Chats abgefangen und deutschen Behörden übermittelt. Darin sei von einem Anschlag auf einen Flughafen im deutsch-französischen Grenzgebiet als Rache für die westliche Politik die Rede: «Sie führen Krieg gegen den Islam, meine Brüder und ich sind hier, um sie zu bekämpfen» stehe unter anderem in den Chats. «Werde ich alleine sein?» fragt demnach eine Person. «Nein, wir sind mehrere!», lautete demnach die Antwort.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
22:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anschläge Bundesanwaltschaft Bundespolizei Charles de Gaulle Deutsche Presseagentur Französische Polizei Männer Polizei Polizistinnen und Polizisten Sicherheitsvorkehrungen Südwestrundfunk Verkehrsflughäfen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Anklagevertreter

21.07.2020

Halle-Anschlag: Angeklagter nutzt Gerichtssaal als Bühne

Der rechtsterroristische Anschlag auf die Synagoge in Halle erschütterte im Herbst vergangenen Jahres Menschen überall auf der Welt. Am Dienstag begann der Prozess gegen den Angeklagten, der direkt ausgiebig befragt wurd... » mehr

Bundesgerichtshof

15.04.2020

Mutmaßliche IS-Terrorzelle in NRW ausgehoben

Fünf Männer aus Tadschikistan sollen Anschläge in Deutschland vorbereitet haben. Als Ziele hätten sie zwei US-Militärbasen und einen Islamkritiker im Visier gehabt, so die Ermittler. » mehr

Festgenommene beim BGH

16.02.2020

Mutmaßliche rechte Terrorzelle nannte sich «Der harte Kern»

Über die Anschlagspläne einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle ist noch wenig bekannt. Doch es kommen andere Erkenntnissse ans Licht. Einem Medienbericht zufolge agierte die Gruppe unter dem Namen «Der harte Kern». » mehr

Idil Baydar

16.07.2020

Weitere Drohmails gegen prominente Frauen verschickt

Roland Ullmann wird neuer Landespolizeipräsident in Hessen. Auf ihn wartet viel Arbeit: Es tauchen immer neue rechtsextreme Drohschreiben auf. » mehr

Polizei in Hessen

20.07.2020

Drohmails: Hessen bittet Bundesanwaltschaft um Ermittlungen

Stammen alle rechtsextremen Drohungen mit der Unterschrift «NSU 2.0» vom selben Verfasser? Die Ermittler können noch keine Erfolge vorweisen. » mehr

Nach Anschlag in Straßburg

13.12.2018

Mutmaßlicher Straßburger Attentäter getötet

Nach dem Anschlag in Straßburg hatten deutsche und französische Behörden intensiv nach dem mutmaßlichen Attentäter gesucht - nun haben sie ihn gefunden: Chérif Chekatt ist getötet worden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Großbrand in Tettau auf Bauernhof

Großbrand auf Tettauer Bauernhof | 09.08.2020 Tettau
» 50 Bilder ansehen

Muggendorfer Gebirgslauf

Muggendorfer Gebirgslauf | 05.08.2020
» 24 Bilder ansehen

Der Coburger Bahnhof der Zukunft Coburg

Der Coburger Bahnhof der Zukunft | 03.08.2020 Coburg
» 21 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
22:56 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.