Lade Login-Box.
Topthemen: Die Videos der WocheDer BachelorCotubeVor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-Theater

Brennpunkte

Bahamas: Noch immer 1300 Vermisste nach Hurrikan «Dorian»

Wie viele Menschen Hurrikan «Dorian» auf den Bahamas in den Tod riss, ist weiter unklar. Die Zahl der Vermissten ist hoch, die der Toten wird steigen, warnt die Regierung. Soldaten aus den Niederlanden und Deutschland helfen nun im Katastrophengebiet mit.



Zerstörung durch «Dorian»
«Als wäre eine Atombombe explodiert»: In einige der verwüsteten Gebiete auf den Bahamas sind immer noch keine Helfer vorgedrungen.   Foto: Sjoerd Hilckmann/Dutch Defense Ministry/AP

Nach dem verheerenden Hurrikan «Dorian» werden auf den Bahamas noch rund 1300 Menschen vermisst. Das erklärte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde des karibischen Inselstaates (Nema), Carl Smith, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Es sei damit zu rechnen, dass die Zahl der bislang 50 bestätigten Toten «deutlich steigen» werde, sagte Premierminister Hubert Minnis in einer TV-Ansprache. Deutsche und niederländische Marinesoldaten begannen unterdessen mit ihrem Hilfseinsatz auf den Bahamas.

Am Mittwoch hatte Smith die Zahl derer, die in einem Register der Regierung als vermisst vermerkt waren, noch mit 2500 angegeben. Inzwischen habe ein erster Abgleich mit anderen Datenbanken stattgefunden, erklärte Smith den deutlichen Rückgang. Gemeint waren Listen derjenigen, die in Sicherheit gebracht worden waren oder sich noch in Notunterkünften befanden.

Es könne Wochen dauern, bis alle Todesopfer geborgen seien, sagte der Minister für Nationale Sicherheit, Marvin Dames, nach örtlichen Medienberichten. Noch seien die Helfer nicht in alle verwüsteten Gebiete vorgedrungen. Berichte, die Regierung spiele die Zahl der Toten herunter, wies er entschieden zurück: «Wir können nur zählen, was wir sehen.»

«Dorian» hatte am 1. September die Abaco-Inseln im Norden der Bahamas als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 getroffen und war später über der Insel Grand Bahama beinahe zum Stillstand gekommen. Erst nach 68 Stunden mit enormen Zerstörungen zog er komplett über die Bahamas hinweg. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden etwa 13 000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört. Es handelte sich nach Angaben der Karibischen Katastrophenschutzagentur CDEMA um den stärksten je gemessenen Hurrikan, der im Atlantik-Gebiet direkt auf Land getroffen war - zusammen mit einem Sturm im US-Bundesstaat Florida im Jahr 1935.

Die Retter verstärkten ihre Bemühungen, die Toten zu bergen, sagte Premier Minnis. Er nannte den Hurrikan «eine historische Tragödie». Große Teile von Abaco und Grand Bahama seien zerstört worden. Es sehe mancherorts aus, «als wäre eine Atombombe explodiert».

Auch der der Leiter der US-Entwicklungshilfeagentur USAID, Mark Green, griff am Donnerstag zu diesem drastischen Vergleich, um die Schäden auf den Bahamas zu beschreiben. Teile der Inselgruppe seien komplett ausgelöscht worden, sagte Green in Washington weiter. Er kündigte an, die USA stellten weitere vier Millionen US-Dollar an humanitärer Hilfe für die Bahamas bereit. Insgesamt steige die Summe damit auf zehn Millionen US-Dollar.

Teams von USAID sind auf den Bahamas im Einsatz, um notleidende Menschen mit Wasser, Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Schlafplätzen zu versorgen. «Es ist ein langer Weg, der vor uns liegt», sagte Green mit Blick auf den Wiederaufbau auf den Bahamas. Die USA stünden dabei fest an der Seite ihres Nachbarn. Am Freitag will auch UN-Generalsekretär António Guterres die Bahamas besuchen.

Ein Vorgänger von Premier Minnis, der langjährige Regierungschef Hubert Ingraham, sagte nach einem Besuch der Insel Great Abaco am Mittwoch vor Journalisten, nach seinen Informationen seien Hunderte Menschen ums Leben gekommen.

Am Mittwoch war das Docklandungsschiff «Johan de Witt» - ein Hubschrauberträger - auf den Bahamas eingetroffen, wie die niederländische Marine mitteilte. An Bord des Schiffes sind auch 50 deutsche Marinesoldaten. Der Einsatz soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin bis zum 18. September dauern. Schiff und Mannschaft waren eigentlich für eine Zertifizierungsübung in dem Gebiet.

Der Einsatz werde durch Regen und starken Wind erschwert. «Das macht es nicht einfacher, das Material an Land zu bringen», sagte der Kommandeur der insgesamt rund 550 niederländischen Soldaten, Ad van de Sande, der Nachrichtenagentur ANP am Donnerstag in Nassau. An Bord befänden sich auch mehr als 40 Fahrzeuge, die dringend auf den Bahamas benötigt würden: «Die sollten wir so schnell wie möglich entladen.»

Auch an Bord eines zweiten Schiffes, des Vermessungsschiffes «Snellius», befinden sich Hilfsgüter. Dabei handele es sich laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums in Den Haag um Zelte, Trinkwasser, haltbare Nahrungsmittel und Arzneimittel. Die Niederländer seien auch auf personelle Unterstützung in einem Krankenhaus eingerichtet.

Während des Sturms war es an einem Ölhafen des staatlichen norwegischen Öl- und Gaskonzerns Equinor auf Grand Bahama zu einem Ölaustritt gekommen. Ein Spezialistenteam sei inzwischen im Einsatz, um die Folgen zu beseitigen, teilte das Unternehmen mit. Aus der Luft sei - 70 bis 80 Kilometer entfernt auf offenem Meer - möglicherweise Öl entdeckt worden, das auch einen Teil der Küste verschmutzt haben könnte. Am Hafen sei derzeit kein Austritt ins Meer festzustellen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
22:13 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
António Guterres Fahrzeuge und Verkehrsmittel Hubert Ingraham Johan de Witt Katastrophengebiete Katastrophenschutzbehörden Minister Nationale Sicherheit Schiffe Soldaten Verteidigungsministerien Zerstörung Zerstörungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Hurrikan «Dorian»

07.09.2019

Hurrikan «Dorian» zieht in Richtung Kanada

Das Ausmaß der Zerstörung auf den Bahamas ist noch nicht zu überblicken. Auch deutsche Soldaten werden dort Hilfe leisten. Die US-Küste scheint glimpflich davongekommen zu sein. Jetzt zieht der Sturm auf Kanada zu. » mehr

Kramp-Karrenbauer in Kundus

04.12.2019

AKK will bewaffnete Drohnen zum Schutz von Soldaten

Für die Bundeswehr ist der Einsatz im nordafghanischen Kundus ein Gefahrenherd. Auch deshalb ist erstmals seit 2013 die deutsche Verteidigungsministerin da. Der Wunsch der Soldaten nach mehr Schutz stößt bei Kramp-Karren... » mehr

Soldaten

02.12.2019

Kramp-Karrenbauer: Kein Platz für Radikale in der Bundeswehr

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) ist eine Eliteeinheit der Bundeswehr. Nun wird dort ein neuer Rechtsextremismus-Fall bekannt. Die Ermittlungen laufen auch in Richtung möglicher Netzwerke. » mehr

Nach Hurrikan «Dorian» - Bahamas

15.09.2019

UN-Generalsekretär warnt auf den Bahamas vor dem Klimawandel

Auch zwei Wochen nach dem Hurrikan «Dorian» werden auf den Bahamas noch immer viele Menschen vermisst. UN-Generalsekretär Guterres zeigt sich schockiert vom Ausmaß der Zerstörung durch einen Sturm der «Kategorie Hölle». » mehr

Hurrikan «Dorian»

03.09.2019

Bahamas «im Krieg» mit Hurrikan «Dorian»

«Dorian» ist der schlimmste Hurrikan, der die Bahamas je heimgesucht hat, und er will einfach nicht weichen. Der Karibikstaat beklagt die ersten Toten, das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar. Erreicht die Naturge... » mehr

Hurrikan «Dorian»

06.09.2019

Hurrikan «Dorian» in den USA auf Land getroffen

«Dorian» hat die Bahamas verlassen, das Ausmaß der Zerstörung ist aber längst noch nicht zu überblicken. Die Regierung rechnet mit vielen weiteren Toten, auch deutsche Soldaten sollen helfen. Nun hat der Sturm die Küste ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Büttensitzung Zeiler Narrenzunft

Büttensitzung Zeiler Narrenzunft | 20.01.2020 Ralf Naumann
» 12 Bilder ansehen

Büttenabend Wallenfels

Büttenabend in Wallenfels | 20.01.2020 Wallenfels
» 30 Bilder ansehen

BBC Coburg - Orange Academy 93:70 Coburg

BBC Coburg - Orange Academy 93:70 | 19.01.2020 Coburg
» 69 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
22:13 Uhr



^