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Biden gerät bei TV-Debatte der US-Demokraten unter Druck

Es geht hoch her bei der zweiten Runde der TV-Debatten unter den US-Demokraten. Die Präsidentschaftsbewerber schießen sich auf den bislang führenden Kandidaten ein: Joe Biden. Es geht um die Migrationspolitik zu der Zeit, als er Vizepräsident war.



Joe Biden
Joe Biden liegt in den Umfragen zu den Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten seit Wochen vorne.   Foto: Paul Sancya/AP

Der bisherige Favorit unter den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbern, Ex-Vizepräsident Joe Biden, hat sich gegen heftige Attacken seiner Konkurrenten zur Wehr setzen müssen.

Bei der zweiten Fernsehdebatte der Demokraten in Detroit in der Nacht zu Donnerstag wurde es für ihn ungemütlich: Mehrere Mitbewerber konfrontierten Biden mit dessen Vergangenheit in der US-Regierung unter Präsident Barack Obama. Sie kritisierten unter anderem die damaligen Massenabschiebungen illegal eingewanderter Migranten. Auch bei anderen Themen setzten die Konkurrenten Biden unter Druck. Der wehrte sich mit Gegenangriffen - und zahlreichen Ausweichmanövern.

Mehr als 20 Demokraten bewerben sich um die Kandidatur bei der US-Präsidentenwahl im November 2020, mehr als je zuvor in der Geschichte der Partei. Angesichts des großen Bewerberfeldes wurde die zweite Runde der TV-Debatten auf zwei Abende aufgeteilt - mit jeweils zehn Bewerbern. In der Nacht zu Mittwoch hatten bereits die ersten zehn Anwärter in Detroit ihren Auftritt gehabt.

Biden liegt in den Umfragen zu den Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten seit Wochen vorne. In Detroit schien sich die Konkurrenz daher ganz auf ihn einzuschießen. Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio etwa bedrängte Biden mehrfach mit der Frage, ob dieser die Massenabschiebungen in den Obama-Jahren im Nachhinein für einen Fehler halte und ob er Obama davon abgeraten habe.

New Jerseys Senator Cory Booker erklärte, Biden könne sich mit Blick auf seine Vergangenheit in der Obama-Administration nicht wegducken. Julian Castro, einst Wohnungsbauminister in Obamas Regierung, sagte mit Blick auf Biden: «Es sieht so aus, als hätte einer von uns aus der Vergangenheit gelernt, der andere nicht.»

Biden wich aus und betonte, er sei damals Vizepräsident gewesen, nicht Präsident. Seine damaligen Ratschläge behalte er für sich. Zugleich verteidigte er Obamas Migrationspolitik insgesamt und versicherte, unter ihm würde es keine Massenabschiebungen geben. Zugleich attackierte er Castro und sagte, dieser habe damals in der Regierung keine Einwände zu dem Thema vorgebracht.

Beim Thema Gesundheitspolitik geriet Biden vor allem mit der kalifornischen Senatorin Kamala Harris aneinander, die Biden bereits in der ersten Runde der TV-Debatten Ende Juni in Miami unter Druck gesetzt hatte. Harris warf Biden vor, mit seinem Konzept für die Krankenversicherung Millionen Amerikaner außen vor zu lassen. Biden wiederum hielt Harris entgegen, ihr Gesundheitsprogramm sei unbezahlbar.

In Miami hatte Harris gegen Biden gepunktet, als sie ihn für seine früheren Positionen zur Gleichbehandlung von Schwarzen angriff. Auch in Detroit kritisierte sie ihn erneut dafür, dass er zu Beginn seiner Karriere im Senat mit zwei Abgeordneten, die Befürworter der Rassentrennung waren, zusammengearbeitet habe.

Auch bei anderen Themen - etwa der Diskussion über Justizreformen oder Gleichstellungsfragen - setzten die demokratischen Präsidentschaftsanwärter ihrem Parteikollegen zu. Biden versuchte mitunter, die Aufmerksamkeit durch Attacken auf den Amtsinhaber im Weißen Haus, US-Präsident Donald Trump, in eine andere Richtung zu steuern - allerdings ohne echten Erfolg.

Die TV-Debatten bieten den Präsidentschaftsbewerbern die Gelegenheit, sich vor einem nationalen Publikum zu präsentieren. Für die Teilnahme mussten sie in Umfragen und beim Spendenaufkommen bestimmte Mindestwerte vorweisen. Nicht alle Anwärter schafften das. Für die dritte Debattenrunde im September in Houston gelten noch mal strengere Voraussetzungen, weshalb sich der Kreis verkleinern dürfte. Die Kandidaten haben noch bis Ende August Zeit, die Vorgaben zu erfüllen.

Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar. Trump will bei der Wahl für die Republikaner antreten und sich eine zweite Amtszeit sichern.

Trump unterstellte den demokratischen Kandidaten, sie würden im Falle eines Wahlsiegs im Umgang mit anderen Ländern nicht die nötige Härte zeigen - anders als er. Trump schrieb auf Twitter: «China, Iran und andere fremde Länder schauen auf die Kandidaten der Demokraten und «sabbern» angesichts der geringen Aussicht, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft mit ihnen zu tun haben könnten. Sie wären dann in der Lage, unsere geliebten USA wie nie zuvor abzuzocken. Mit Präsident Trump, NIEMALS!»

In einem weiteren Tweet spottete Trump mit Blick auf seine eigenen Wahlkampfslogans, keiner der Debattenteilnehmer in Detroit werde dafür sorgen, dass Amerika wieder großartig werde oder großartig bleibe. Die Menschen müssten sich entscheiden, ob sie die bisherigen Erfolge ausbauen oder aufgeben wollten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
17:59 Uhr

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01. 08. 2019
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