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Bluttat in Kandel 2017: Mias Mörder tot in Zelle gefunden

Der tödliche Messerangriff auf die 15-jährige Mia im pfälzischen Kandel löste vor knapp zwei Jahren bundesweit Entsetzen aus. Jetzt ist auch ihr verurteilter Mörder tot.



Mordfall Mia
Eine Skulptur in Form zweier Handflächen mit der Aufschrift «Mia warum?» und eine Rose liegen vor dem Drogeriemarkt, in die 15-jährige Mädchen von ihrem Ex-Freund erstochen wurde.   Foto: Andreas Arnold/dpa

Der Mörder von Mia aus Kandel ist tot in seiner Gefängniszelle gefunden worden. Ersten Erkenntnissen zufolge hat sich Abdul D. in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt erhängt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten.

Der aus Afghanistan stammende Mann war im September 2018 für den tödlichen Messerangriff auf die 15-jährige Mia verurteilt worden. Die Richter in Landau erkannten auf Mord und verhängten acht Jahre und sechs Monate Haft nach Jugendstrafrecht.

Die Tat kurz nach Weihnachten 2017 in einem Drogeriemarkt der kleinen Stadt in der Pfalz hatte bundesweit großes Entsetzen ausgelöst. Der Fall fachte außerdem die Diskussion um die Altersfeststellung junger Flüchtlinge an. Rechtspopulistische Gruppen nahmen die Tragödie zum Anlass, um in Kandel und umliegenden Orten gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Die nächste Demonstration ist für diesen Freitag in Landau angekündigt (10.00 Uhr).

D. hat sich nach Angaben des Justizministeriums in Mainz in der Nacht zum Donnerstag mit Schnürsenkeln und Kopfkissenbezug erhängt. Die Einzelzelle sei von außen verschlossen gewesen, sagte Sprecher Christoph Burmeister. Eine Obduktion soll genauere Erkenntnisse zum Todeszeitpunkt bringen. Die Zelle sei nicht videoüberwacht gewesen, weil es keine Anzeichen für eine Selbsttötungsabsicht gegeben habe.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Kriminalpolizei Ludwigshafen haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären. Die Leiche soll an diesem Freitag im rechtsmedizinischen Institut in Mainz obduziert werden.

Der damalige Anwalt von Abdul D., Maximilian Endler, sagte zu der Todesmitteilung: «Ich weiß von nichts und kann daher auch nichts dazu sagen.» Er hatte nach dem Urteil gesagt, er rechne damit, dass sein Mandant nach der Verbüßung eines Teils der Strafe abgeschoben werde.

Abdul D. war nach seiner Ankunft in Deutschland als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aufgenommen und betreut worden. Er gab sein Alter zunächst mit 15 Jahren an. Nach der Tat kamen Zweifel auf, ob er so jung ist. Ein Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass er zum Zeitpunkt der Tat mindestens 17 Jahre und sechs Monate, wahrscheinlich aber schon 20 Jahre alt war.

Als Motiv für die Tat hatte die Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache angenommen. Sie ging davon aus, dass Abdul D. Mia bestrafen wollte, weil sie sich wenige Wochen zuvor von ihm getrennt hatte.

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dpa

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10. 10. 2019
14:58 Uhr

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