Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

China droht nach Treffen von Wong mit Maas mit Konsequenzen

Das Treffen des Hongkonger Aktivisten Wong mit Außenminister Maas hat die Regierung in Peking tief verärgert. Das wird Folgen haben, macht Chinas Botschafter klar. Ein Gespräch in Peking sei formal eine Einbestellung des deutschen Botschafters gewesen.



Bild100-Party
Außenminister Heiko Maas begrüßt Joshua Wong bei dessen Eintreffen zur Bild100-Party in Berlin.   Foto: Michael Kappeler » zu den Bildern

Die chinesische Regierung ist über den Empfang eines führenden Aktivisten der Protestbewegung in Hongkong, Joshua Wong, in Berlin verärgert und droht Deutschland mit Konsequenzen.

Der deutsche Botschafter in Peking sei nach dem Zusammentreffen Wongs mit Außenminister Heiko Maas (SPD) formal einbestellt worden, sagte der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, am Mittwoch in Berlin vor Journalisten. «Wir haben unsere tiefe Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht.»

Der «Zwischenfall» - gemeint ist das Zusammentreffen von Wong mit Maas und anderen deutschen Politikern - werde negative Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen haben. Chinas Regierung habe mehrfach gedrängt, Wong keine Einreise zu erlauben. Das Auswärtige Amt hatte am Vortag auf Anfrage nur erklärt, der deutsche Botschafter sei zu einem Gespräch im chinesischen Außenministerium gewesen.

Wong war am Montagabend auf dem Berliner Flughafen Tegel angekommen. Auf einem von der «Bild»-Zeitung organisierten Fest im Dachgarten-Restaurant des Bundestags sprach er im Anschluss unter anderem mit Maas. Wong war am Sonntagmorgen vor seiner geplanten Abreise zunächst am Hongkonger Flughafen festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben.

«Immer mehr Fakten haben deutlich gemacht, dass manche Radikalisten unter dem Vorwand der Demokratie ihr wahres Gesicht und ihre Böswilligkeit dafür verbergen wollen, dass sie gegen Rechtsstaatlichkeit, gegen gesellschaftliche Ordnung und gegen das Prinzip "Ein Land, zwei Systeme sind», sagte der chinesische Botschafter. Wong warf er vor, ein Drahtzieher gewaltsamer Proteste in Hongkong zu sein.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten. Auch aus den Reihen der Protestbewegung gab es Gewalt.

Wong rief die Bundesregierung am Mittwoch auf, Polizeigewalt und Machtmissbrauch klar zu verurteilen. Zudem solle Deutschland den Export von Ausrüstung an die Bereitschaftspolizei von Hongkong aussetzen, sagte der 22-Jährige vor der Bundespressekonferenz in Berlin. «Taten sagen mehr als Worte.» Die Ausrüstung werde gegen Demonstranten eingesetzt.

Wong forderte zudem, Deutschland solle Gespräche über die Handelsbeziehungen mit China und Hongkong aussetzen, bis Menschenrechtsthemen auf die Tagesordnung gesetzt werden. Auch müssten Sanktionen erwogen werden. Der Aktivist kündigte weitere Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone an.

China ist seit drei Jahren in Folge der größte deutsche Handelspartner mit einem Volumen von knapp 200 Milliarden Euro - vor den Niederlanden, den USA oder Frankreich. 2018 exportierte Deutschland Waren im Wert von 93 Milliarden Euro nach China, das sind etwa sieben Prozent des gesamten Exportvolumens der Bundesrepublik. Besonders Fahrzeuge und Maschinen sind in dem ostasiatischen Land gefragt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
22:30 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auswärtiges Amt Außenminister Außenministerien Bereitschaftspolizei Botschafter Bundespressekonferenz Chinesische Botschafter Chinesische Regierungen Chinesisches Außenministerium Demonstranten Deutscher Bundestag Heiko Maas Polizei Polizeigewalt Protestbewegungen Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland SPD
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Joshua Wong

10.09.2019

China protestiert gegen Maas-Treffen mit Joshua Wong

Später als geplant trifft der Hongkonger Aktivist Wong in Berlin ein. Der 22-Jährige sieht in den Deutschen natürliche Verbündete - und vergleicht Hongkong mit Berlin. Peking ist empört. » mehr

Joshua Wong und Agnes Chow

09.09.2019

Hongkonger Aktivist Joshua Wong auf dem Weg nach Deutschland

Der 22 Jahre alte Demokratie-Kämpfer war auf dem Weg nach Berlin, als ihn Polizisten am Hongkonger Flughafen festnahmen. In der Finanzmetropole kam es am Samstag und Sonntag zu neuen Protesten und Ausschreitungen. » mehr

Barrikaden

25.08.2019

Neue Zusammenstöße in Hongkong - Wasserwerfer auf der Straße

Fast zwei Wochen bleibt es friedlich auf Hongkongs Straßen. Doch am Wochenende kommt es erneut zu schweren Ausschreitungen. Regierungschefin Lam wird zu Kompromissbereitschaft aufgefordert. » mehr

Proteste in Hongkong

30.08.2019

Demokratieaktivisten in Hongkong auf Kaution wieder frei

Joshua Wong und Agnes Chow lassen sich nicht einschüchtern. Die prominenten Hongkonger Aktivisten sind kurz nach ihrer Festnahme wieder frei. Obwohl die Proteste für Samstag offiziell abgesagt wurden, könnte es dennoch e... » mehr

Schüler protestieren

04.09.2019

Hongkongs Regierung zieht Auslieferungsgesetz zurück

Hongkong steckt in seiner größten Krise. Als Zugeständnis an die Demonstranten kippt Regierungschefin Lam das Auslieferungsgesetz gänzlich. Wird sich die Lage beruhigen? Und kann die Kanzlerin in Peking mäßigend auf Chin... » mehr

Demonstranten blockieren Flughafen

02.09.2019

China verurteilt Gewalt in Hongkong - 159 Festnahmen

Bei den Ausschreitungen am Wochenende in Hongkong wurden 159 Personen festgenommen. Chinas Führung ist empört über die Eskalation der Gewalt. Die Proteste gehen mit einem Unterrichtsstreik weiter. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Landkreis Kronach

Erinnerungen an die Kronacher Disco-Ära | 18.10.2019 Landkreis Kronach
» 11 Bilder ansehen

Kirchweih Lahm

Kirchweih Lahm | 15.10.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
22:30 Uhr



^