Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

China ruft Nordkorea und USA zu neuen Atom-Gesprächen auf

Kurz vor dem G20-Gipfel in Japan trifft sich Chinas Präsident Xi Jinping mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Der zeigt sich zu neuen Verhandlungen mit den USA bereit. Aber wie reagiert US-Präsident Donald Trump?



Xi in Nordkorea
Sein erster Besuch in Nordkorea: Der chinesische Präsident Xi Jinping (l.) und Kim Jong Un auf dem Flughafen von Pjöngjang.   Foto: CCTV/YNA » zu den Bildern

Im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm ruft Chinas Präsident Xi Jinping die USA und Nordkorea zur Wiederaufnahme ihrer derzeit festgefahrenen Verhandlungen auf.

Die internationale Gemeinschaft hoffe generell, dass beide Länder nicht nur die Gespräche fortsetzten, sondern dabei auch Ergebnisse vorlegten, sagte Xi laut dem chinesischen Sender CCTV am Donnerstag bei einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang.

Kim erneuerte demnach seine Kritik an der US-Regierung: Er habe bisher keine positive Antwort der «entsprechenden Partei» erhalten. Sein Land sei aber «geduldig». Er äußerste die Hoffnung, dass Nordkorea und die USA zusammenarbeiten können, um eine Lösung zu finden. China komme dabei eine wichtige Rolle zu. Xi sagte Kim dem Berichten zufolge seine Unterstützung dabei zu, eine Lösung für Nordkoreas eigene Sicherheitsbedenken zu finden.

Kim hatte nach seinem gescheiterten Gipfeltreffen mit Donald Trump im Februar in Vietnam die Bedingung gestellt, dass die USA bis Ende des Jahres einen neuen annehmbaren Lösungsvorschlag vorlegen sollten. Kim und Trump hatten bei den Gesprächen über die atomare Abrüstung keinen Durchbruch erzielt. Zuletzt hatte Nordkorea auch wieder Raketen getestet.

Kim bereitete seinem Gast einen pompösen Empfang. In der Hauptstadt Pjöngjang begrüßten Hunderttausende Menschen mit Fahnen und Blumen die chinesische Delegation. «Lang lebe die Freundschaft zwischen China und der Demokratischen Volksrepublik Korea», sangen die Menschen laut Chinas amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Xi reiste mit seiner Frau Peng Liyuan und einer Delegation von hochrangigen Funktionären der Kommunistischen Partei und Regierungsmitgliedern, darunter auch Außenminister Wang Yi an.

Der Besuch anlässlich des 70. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen weckt in der Region die Hoffnung, dass neuer Schwung in die festgefahrenen Verhandlungen über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm kommt. Die Reise des chinesischen Präsidenten findet kurz vor dem G20-Gipfel in Japan Ende des Monats statt, wo ein direktes Treffen Xis mit US-Präsident Donald Trump geplant ist.

Xi würde nach einem erfolgreichen Besuch in Nordkorea nach Ansicht von Beobachtern gestärkt in das anstehende Treffen mit Trump gehen. Die beiden Staatschefs wollen am Rande des G20-Gipfels über den andauernden Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften sprechen. Ein Thema dürfte aber auch Nordkorea werden. Erzielt China Fortschritte bei den Atomverhandlungen, wäre dies «ein positives Signal an die USA», glaubt Cheng Xiaohe, Professor für Internationale Beziehungen an der Pekinger Volksuniversität.

Xi ist der erste chinesische Präsident seit 14 Jahren, der in das Nachbarland gereist ist. Sein Besuch macht die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen China und Nordkorea deutlich. Historisch gelten die beiden kommunistischen Staaten als Freunde.

Die ersten Jahre nach der Machtübernahme Kims in Nordkorea Ende 2011 waren jedoch von einer merklichen Abkühlung des Verhältnisses geprägt. Mit seinen Atom- und Raketentests verärgerte Pjöngjang auch Peking immer stärker, das einen unkalkulierbaren Konflikt oder einen Krieg in seiner Nachbarschaft verhindern will. China ist Nordkoreas wichtigster Handelspartner und gilt als Lebensader für das Land.

Um im Atomkonflikt Nähe zu Peking zu zeigen, hatte Kim den chinesischen Präsidenten zuvor bereits mehrfach in China besucht. Seit März 2018, als Kim zum ersten Mal überhaupt einen offiziellen Staatsbesuch machte, ist er insgesamt viermal in China mit Xi Jinping zusammengekommen.

Auch jetzt benötigt Kim nach Ansicht von Beobachtern einmal mehr die Rückendeckung Pekings in den schwierigen Verhandlungen mit den USA über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

Derzeit gibt es Spekulationen in Südkorea, dass Kim und Trump bald wieder zu einem Gipfeltreffen zusammenkommen könnten. Trump hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, er habe einen weiteren «schönen Brief» von Kim erhalten. Auf die Frage nach einem möglichen weiteren persönlichen Treffen mit Kim sagte er, es könnte dazu kommen. Konkreter wurde er nicht. Trump wird nach dem G20-Gipfel nach Südkorea weiterreisen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 06. 2019
16:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Atomabrüstung Atomwaffenprogramme Außenminister Chinesische Staatspräsidenten Deutsche Presseagentur Donald Trump G-20 Treffen Handelskonflikte Internationale Beziehungen Kim Chongun Kommunistische Staaten Präsidenten der USA Regierungsmitglieder US-Regierung Xi Jinping
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Xi Jinping und Kim Jong Un

21.06.2019

Nordkorea und China demonstrieren Nähe

Längere Zeit waren die Beziehungen zwischen Nordkorea und China wegen des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms merklich abgekühlt. Seit dem vergangenen Jahr gibt es wieder eine stärkere Annäherung. Das unterstreicht auch... » mehr

Kim Jong Un und Donald Trump

09.09.2019

Nordkorea zu neuen Atomgesprächen mit den USA bereit

Seit langem herrscht Ungewissheit, wann die vereinbarten Arbeitsgespräche zwischen den USA und Nordkorea wirklich zustande kommen. Jetzt signalisiert auch Nordkorea wieder Bereitschaft. Doch Pjöngjang stellt Bedingungen. » mehr

Bilanz der Atomgespräche

06.10.2019

USA und Nordkorea: Atomgespräche erneut in der Sackgasse

Wenn es nicht um Atomwaffen ginge, wäre es fast amüsant: Zwei Staaten verhandeln stundenlang miteinander und verkünden hinterher völlig unterschiedliche Ergebnisse. Es geht um Krieg und Frieden auf der koreanischen Halbi... » mehr

Donald Trump

07.06.2019

Trump: «Gute Chancen» auf Deal mit Mexiko

In Washington wird fieberhaft über Zölle für Importe aus Mexiko verhandelt. Donald Trump an Bord der Air Force One wird ständig gebrieft. Auf dem Rückflug aus Irland sieht er «gute Chancen» auf einen Deal. » mehr

Kim Jong Un

31.07.2019

Nordkorea testet erneut zwei Kurzstreckenraketen

Mit neuerlichen Raketentests brüskiert Nordkorea seinen südlichen Nachbarn. Ein Zusammenhang mit einem anderen Militärmanöver drängt sich auf. » mehr

Bahnstation in Seoul

02.10.2019

Seoul: Nordkorea testet vermutlich U-Boot-Rakete

Es ist eine Demonstration technologischer Kompetenz. Nordkorea will seine Atomstreitmacht weniger verwundbar für einen Gegenschlag machen. Nicht nur die USA dürften alarmiert sein. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Landkreis Kronach

Erinnerungen an die Kronacher Disco-Ära | 18.10.2019 Landkreis Kronach
» 11 Bilder ansehen

Kirchweih Lahm

Kirchweih Lahm | 15.10.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 06. 2019
16:25 Uhr



^