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Chinas Mond-Rover «Jadehase 2» rollt los

Ein kleiner Rover fährt über die Rückseite des Mondes. Nach der historischen Landung der Sonde «Chang'e 4» hat China das mitgebrachte Fahrzeug gestartet. Esa-Chef Wörner plädiert für Zusammenarbeit.



Chinas Mond-Rover «Jadehase 2»
Das Roboterfahrzeug «Jadehase 2» rollt von der Landesonde «Chang'e 4» und hinterlässt erste Spuren auf der rückseitigen Mondoberfläche.   Foto: CNSA/XinHua » zu den Bildern

Nach der ersten Landung einer Sonde auf der Rückseite des Mondes hat China das Roboterfahrzeug der Mission in Betrieb genommen.

Der «Jadehase 2» rollte am Donnerstagabend von der Landesonde «Chang'e 4» und berührte um 22.22 Uhr (Ortszeit) erstmals die Mondoberfläche, wie die chinesische Weltraumbehörde CNSA am Freitag auf ihrer Webseite mitteilte.

Auf einer zur Erde gesendeten Aufnahme ist das Fahrzeug mit ausgeklappten Solar-Zellen zu sehen. Zuvor war es von einer Rampe gefahren und hinterließ mit seinen Reifen seine ersten Spuren im lockeren Mondboden. China hatte Stunden zuvor Raumfahrt-Geschichte geschrieben, denn es war das erste Mal, dass eine Sonde auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes aufsetzte.

Noch vor 60 Jahren war die sowjetische Mondsonde «Luna 1» unbeabsichtigt am Mond vorbeigesaust. Sie hätte eigentlich am 4. Januar 1959 darauf landen sollen. Die erste harte Landung auf dem Mond gelang der Sowjetunion im September 1959 mit der Sonde «Luna 2», das erste sanfte Aufsetzen 1966 mit «Luna 9». 1969 betrat als erster Mensch jedoch ein Astronaut aus den USA den Erdtrabanten.

Nun ist China mit der «Chang'e 4» der Start einer besonders anspruchsvollen Mission geglückt, denn auf der Rückseite des Mondes kann keine direkte Funkverbindung zur Erde aufgebaut werden. Die Chinesen hatten daher zuvor einen Übertragungssatelliten in eine entsprechende Position gebracht. China hat weitere Pläne und will 2030 seinen ersten Astronauten auf den Mond senden. Zudem schickte China 2018 zum ersten Mal mehr Raketen in den Orbit als jedes andere Land.

Chinas Raumfahrzeuge sind nach einer alten Legende benannt, wonach der «Jadehase» (Yutu) der Mondfee «Chang'e» auf dem Erdtrabanten Gesellschaft leistet.

Der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Jan Wörner, gratulierte China zur Mondlandung und plädierte für eine stärkere internationale Zusammenarbeit im All. «Geopolitisch kann die Raumfahrt eine Vorbildfunktion einnehmen», sagte Wörner in Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Landung von «Chang'e 4» habe eindrucksvoll belegt, wie ambitioniert das chinesische Raumfahrtprogramm sei. Eine stärkere Zusammenarbeit könne für alle Seiten lohnenswert sein. 

«Ich bin sicher, dass die Chinesen ihre neuen Erkenntnisse mit anderen Ländern teilen werden», fügte Wörner hinzu. Schon heute kooperiere die Esa in der Raumfahrt mit China. Als Beispiel nannte er die Zusammenarbeit der Esa mit dem asiatischen Land bei der Raumsonde «Chang'e 5». Diese soll noch in diesem Jahr Gesteinsproben vom Mond auf die Erde bringen.

Große Herausforderungen könnten mitnichten durch Isolation gemeistert werden, sagte der Esa-Generaldirektor weiter. Anders als zu Zeiten des Ost-West-Konflikts habe man erkannt, dass Raumfahrt die Chance für internationale Kooperation biete.

Auf dem Mond könnten die Menschen beispielsweise Bedingungen für künftige Raumfahrtmissionen etwa auch zum Mars erforschen, sagte Wörner. Das zeige auch die jüngste Mission der Chinesen. So hat «Chang'e 4» auch Saatgut geladen. Damit wollen die Forscher zunächst prüfen, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

Weiter geplant sind bei der «Chang'e 4»-Mission nun unter anderem Experimente mit niedrigen Radiofrequenzen. Ohne die Erdatmosphäre und andere Störungen können Astronomen besser Signale auffangen und hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne.

Auch die Universität Kiel ist mit einem Projekt an der Mission beteiligt. Die Forscher wollen mit einem speziellen Messgerät die Neutronen-Strahlung auf dem Mond erforschen, damit Astronauten in Zukunft besser vor Strahlenexposition geschützt werden können.  

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2019
12:18 Uhr

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04. 01. 2019
12:18 Uhr



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