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Corona-Pandemie: Italien öffnet das Land schrittweise

Seit März steht Italien im Kampf gegen die Corona-Pandemie im strengen Lockdown fast still. Die Wirtschaft liegt am Boden, viele Italiener wollen endlich loslegen. Jetzt stellt die Regierung ihr Konzept für die Öffnung vor.



Giuseppe Conte
Giuseppe Conte mahnt in seiner TV-Ansprache, dass der Kampf gegen das Virus noch lange nicht geschafft sei. «Wir werden auch in den nächsten Monaten noch auf eine harte Probe gestellt.».   Foto: Fabio Sasso/ZUMA Wire/dpa » zu den Bildern

Nach fast sieben Wochen Stillstand gibt die italienische Regierung den Startschuss für ein schrittweises Ende der strengen Corona-Sperren. Das Land lockert ab dem 4. Mai eine Reihe von Beschränkungen.

Die angeschlagene Wirtschaft soll rasch, aber dennoch schrittweise starten. Und den Bürgern werden zum Beispiel wieder mehr Sport im Freien und mehr Mobilität in der eigenen Region erlaubt. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur Öffnung an.

Außerdem will die Regierung in Rom Preistreiberei bei Atemschutzmasken stoppen. Einfache chirurgische Masken sollten künftig nicht mehr als 50 Cent kosten, sagte der Regierungschef.

Rom hatte die besonders strikten Ausgangsverbote für die 60 Millionen Italiener am 10. März verhängt. Sie dürfen seither ihr Zuhause nur sehr eingeschränkt verlassen. Der Regierungschef sagte, dass ab Mai Bewegungen innerhalb der eigenen Region möglich sind. Fahrten in andere Regionen bleiben aber zunächst weitgehend untersagt. Ausnahmen gelten, wenn jemand zum Beispiel auswärts arbeitet oder aus gesundheitlichen Gründen reist.

Conte mahnte, dass der Kampf gegen das Virus noch lange nicht geschafft sei. «Wir werden auch in den nächsten Monaten noch auf eine harte Probe gestellt», sagte der parteilose Premier. Er warnte davor, Erfolge im Kampf gegen die Lungenkrankheit zu verspielen. Seine Regierung, in der die Sozialdemokraten (PD) und die Fünf-Sterne-Bewegung die stärksten Kräfte sind, hatte seit Tagen an den Plänen gefeilt.

Italien registrierte seit Februar mehr als 26.600 Corona-Tote. Insgesamt zählte der Zivilschutz fast 200.000 Menschen, die sich offiziell mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert hatten. Nach Wochen des steilen Anstiegs der Zahlen gab es jetzt über eine längere Phase viele positive Signale.

«Wir können den Lockdown nicht weiter verlängern. Uns drohen ansonsten zu heftige Schäden im sozialen und wirtschaftlichen Bereich», hatte Conte bereits zuvor im Interview der Zeitung «La Repubblica» gesagt.

Im Einzelnen ist geplant:

ALLTAGSLEBEN - Grünanlagen werden geöffnet. Kinder dürfen wieder in Parks zum Spielen. Wer Sport draußen machen möchte, darf sich ab 4. Mai - anders als bisher - von der eigenen Wohnung weiter entfernen. Erlaubt ist nur Einzelsport, etwa Joggen. Wenn man nebeneinander läuft, soll man zwei Meter Abstand halten.

KULTUR - Am 18. Mai dürfen Museen, Ausstellungen und Bibliotheken wieder ihre Türen für Besucher öffnen.

BARS, RESTAURANTS - Auf ihren Kaffee in der Bar müssen die Italiener noch sehr lange verzichten. Erst am 1. Juni sollen Bars und Restaurants voll öffnen. Schon ab 4. Mai dürfen die Lokale Essen zum Abholen anbieten.

HANDEL UND LÄDEN - Der Großhandel soll am 4. Mai wieder starten. Der Einzelhandel zieht am 18. Mai nach. Schon während des Lockdowns hatten die Läden des täglichen Bedarf, Apotheken und anderes offen. Vorgesehen ist, dass Friseure erst Anfang Juni wieder für Kunden da sind.

PRODUKTION UND BÜROS - Viele Bereiche der Wirtschaft sollen ab 4. Mai voll loslegen dürfen, etwa der Bausektor und viele Sektoren der Produktion. Der Ministerpräsident kündigte vorab an, dass «strategisch» wichtige Wirtschaftsaktivitäten rascher starten sollten, wenn möglich schon Anfang der Woche.

VERKEHR - Verkehrsministerin Paola De Micheli sagte am Wochenende, dass die Rückkehr vieler Menschen in die Betriebe grundlegende Veränderungen im öffentlichen Verkehr nötig mache. Dem Sender Rai News erläuterte sie am Samstag, Ein- und Ausgänge auf Bahnhöfen und Flughäfen müssten anders gesteuert werden - etwa durch «Einbahnstraßen». Büros sollten ihre Öffnungszeiten erweitern, um Stoßzeiten zu vermeiden. Der verstärkte Einsatz von Fieber-Scannern auf Bahnhöfen und U-Bahnstationen ist im Gespräch. Beim Fliegen soll es eine Maskenpflicht geben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 04. 2020
00:33 Uhr

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27. 04. 2020
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