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Corona auf US-Flugzeugträger: Marineminister tritt ab

Der Kapitän eines hochgerüsteten US-Flugzeugträgers schlägt wegen des Ausbruchs des Coronavirus an Bord seines Schiffes Alarm. Sein Vorgesetzter feuert ihn daraufhin - und tritt am Ende selbst zurück.



Rücktritt
US-Marineminister Thomas Modly tritt zurück.   Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Im Konflikt um den Umgang mit dem Coronavirus-Ausbruch an Bord eines US-Flugzeugträgers ist der amtierende US-Marineminister Thomas Modly zurückgetreten.

US-Verteidigungsminister Mark Esper schrieb auf Twitter, er habe das Rücktrittsgesuch von Modly im Einverständnis mit US-Präsident Donald Trump angenommen. An Modlys Stelle soll nun dder Untersekretär des Heeres, Jim McPherson, treten.

Der Rücktritt ist ein Teil des Dramas, das in den vergangenen Tagen immer neue Wendungen genommen hatte. Ende März war zunächst bekannt geworden, dass sich einige der ursprünglich rund 5000 Besatzungsmitglieder des Kriegsschiffs «USS Theodore Roosevelt» mit dem Coronavirus infiziert haben. Das Virus breitete sich immer weiter aus - mittlerweile wurden mehr als 150 Besatzungsmitglieder positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet.

Das Schiff liegt vor der Pazifikinsel Guam vor Anker, eine Vielzahl an Besatzungsmitgliedern hat den Flugzeugträger infolge des Corona-Ausbruchs verlassen. Das Problem: Aus Sicherheitsgründen können nicht alle Soldaten von Bord gehen. Das Schiff ist hochgerüstet und nuklearbetrieben. Um die 1000 Soldaten müssen nach Angaben des Chefs der Marineoperationen, Michael Gilday, von vergangener Woche an Bord bleiben, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Der mittlerweile entlassene Kapitän Brett Crozier schlug in einem Brief Alarm wegen der Situation an Bord - und sendete ihn an einen großen Verteiler. Er forderte eine weitgehende Evakuierung des Schiffs, um weitere Infektionen zu vermeiden. «Wir befinden uns nicht im Krieg. Keine Marineangehörigen müssen sterben», schrieb Crozier. Ohne Evakuierung müsse mit dem Tod von Soldaten gerechnet werden, warnte er.

Modly feuerte Crozier nach Bekanntwerden des Briefs. Ein Kommandeur eines so wichtigen Schiffes müsse jederzeit Führungskraft, Urteilsstärke und Disziplin zeigen, hatte er damals gesagt. Diese Anforderungen ließ Modly in dem Konflikt allerdings selbst vermissen. Am Montag gelangte ein Audio-Mitschnitt an die Öffentlichkeit, in der Modly das Verhalten des Kapitäns gegenüber dessen Mannschaft als «zu naiv oder zu blöd» bezeichnet hatte. Rücktrittsforderungen wurden laut. Dessen Worte und Äußerungen hätten einen «ernsthaften Mangel» an fundiertem Urteilsvermögen und starker Führung, die in dieser Zeit nötig seien, offengelegt, erklärte etwa die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi. Modly entschuldigte sich in einer Mitteilung.

Trump sagte im Weißen Haus, Modly hätte nicht zurücktreten müssen. In vielerlei Hinsicht sei der Rücktritt ein «sehr selbstloser» Schritt gewesen, sagte Trump. Die gesamte Angelegenheit sei «sehr bedauernswert»: Der Kapitän hätte keinen Brief schreiben und ihn an viele Menschen schicken sollen und der amtierende Minister nicht unbedingt das sagen sollen, was er gesagt habe. Trump ist der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er hatte am Montag angekündigt, in dem Konflikt vermitteln zu wollen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 04. 2020
04:36 Uhr

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08. 04. 2020
04:36 Uhr



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