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DIHK sieht Aufwind bei Handel mit Griechenland

Eigentlich soll es bei einer Wirtschaftskonferenz in Berlin darum gehen, wie mehr deutsche Investoren nach Griechenland gelockt werden können. Nach schweren Jahren ist das Land auf dem Weg der Besserung. Nun kommt aber ein anderes Thema dazu.



Begüßung
Kanzlerin Angela Merkel begrüßt Kyriakos Mitsotakis, Premierminister von Griechenland, zu Beginn des Deutsch-Griechischen Wirtschaftsforums.   Foto: Michael Kappeler/dpa

Nach schwierigen Jahren sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) konjunkturellen Aufwind bei den deutsch-griechischen Wirtschaftsbeziehungen.

«Für deutsche Investoren wird das Land wieder interessant», sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur vor einem deutsch-griechischen Wirtschaftsforum an diesem Montag in Berlin. «Sowohl deutsche Unternehmen, die während der Krise im Land geblieben sind, als auch Newcomer stoßen jetzt neue Projekte an.»

Ein Ziel der Konferenz mit Politikern und Unternehmen ist es, mehr deutsche Investoren nach Griechenland zu locken. Erwartet werden auch der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie dürften in ihren Reden auf die angespannte Lage an der türkisch-griechischen Grenze eingehen. Die Türkei hatte die Grenze für Migranten für geöffnet erklärt. Tausende hatten sich auf den Weg gemacht, Griechenland wies sie mit Härte ab - viele harren immer noch im Grenzgebiet aus.

Griechenland hat schwere Jahre hinter sich. Vor fast genau zehn Jahren verkündete der damalige griechische Premier Giorgos Papandreou die Quasi-Pleite des Landes und rief die Euro-Partner und den Internationalen Währungsfonds zu Hilfe. Es folgten jahrelange Hilfsprogramme mit Milliardenkrediten der internationalen Geldgeber und harte Sparmaßnahmen, die vornehmlich die linke Syriza-Regierung unter Premier Alexis Tsipras durchsetzte (2015-2019).

Das Klima in Griechenland aber hat sich seit der Wahl des neuen Regierungschefs Kyriakos Mitsotakis und seiner konservativen Partei Nea Dimokratia im vergangenen Juli spürbar zum Positiven gewendet. Mitsotakis hatte vor der Wahl Steuersenkungen im Wirtschaftsbereich angekündigt, nach der Wahl lieferte er noch mehr: Er senkte nicht nur die Unternehmensteuern, sondern auch die Grundsteuer und die Abgaben für Geringverdiener, um den Konsum im Land anzukurbeln.

Selbst säumigen Steuerschuldnern kam er entgegen, um wenigstens einen Teil des Geldes in die Staatskasse zu spülen. Die Arbeitslosigkeit sank 2019 von 18,5 Prozent im Vorjahr auf 16,3 Prozent - auf der Höhe der Krise 2014 hatte sie fast 26 Prozent betragen.

Das neue Vertrauen in den griechischen Staat drückt sich nicht nur im Land, sondern auch international aus: Erstmals, seit der Wert überhaupt bemessen wird, sanken die Zinsen für die zehnjährigen Anleihen Griechenlands an den internationalen Kapitalmärkten unter ein Prozent. Als die US-Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes Ende Januar von «BB-» auf «BB» anhob, jubelte Premier Mitsotakis auf Twitter: «Griechenland ist zurück».

Besser entwickelt haben sich auch wieder die deutsch-griechischen Wirtschaftsbeziehungen. Das bilaterale Handelsvolumen hat laut DIHK zuletzt mehr als sechs Prozent zugelegt - und damit stärker als der deutsche Handel insgesamt. Erstmals seit 2009 habe der deutsch-griechische Handel wieder den Wert von acht Milliarden Euro überstiegen. «Zahlreiche Maßnahmen der neuen griechischen Regierung bieten neue Möglichkeiten», so Schweitzer. «Dazu zählen Vorhaben in der Logistik-Branche, bei den Erneuerbaren Energien und bei der Modernisierung der Infrastruktur - von Häfen über Flughäfen bis zur Bahn.»

Der Beauftragte der Kanzlerin für die Deutsch-Griechische Versammlung, Norbert Barthle, sagte, es sei Vertrauen in die griechische Wirtschaft zurückgekehrt. Die wachstumsfreundliche politische Agenda der neuen Regierung schlage sich positiv nieder. Griechenland habe aber noch Probleme, weil die Zahl der Arbeitslosen noch zu hoch sei, sagte Barthle, Staatssekretär beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der dpa. Es gehe nun darum, wie deutsche Firmen mehr investieren könnten. Momentan beschäftigen deutsche Firmen in Griechenland laut Barthle rund 30.000 Menschen und tragen damit rund drei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. «Das hat sicherlich noch einiges Potenzial nach oben.»

Allerdings sind noch längst nicht alle Probleme in Griechenland bewältigt. So sind griechische Banken nach wie vor von sogenannten «roten Krediten», den Kreditausfällen seit der Finanzkrise, belastet. Auch die Privatisierung von Staatseigentum, wie sie von den Gläubigern gefordert wurde, geht nur schrittweise voran. Dass die wirtschaftliche Lage in Griechenland besser geworden ist, bestreiten aber inzwischen nicht einmal mehr die Taxifahrer - die für ihre notorische Kritik an der griechischen Politik bekannt sind.

Veröffentlicht am:
09. 03. 2020
14:47 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
09. 03. 2020
14:47 Uhr



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