Lade Login-Box.
Topthemen: Autonomes Fahren in OberfrankenDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

Brennpunkte

Direkt aufs Handy: Spahn will bis 2020 digitale Rezepte

Ärzte können ihre Patienten schon per Videosprechstunde beraten - bald dürfen sie wohl auch digitale Rezepte ausfertigen und direkt aufs Smartphone schicken. Vor allem auf dem Land sollen Patienten so einfacher an ihre Medikamente kommen.



Das Handy im Mittelpunkt
Gesundheitsminister Jens Spahn (l) im Frühjahr zusammen mit seinem Amtsvorgänger Gröhe.   Foto: Bernd von Jutrczenka

Deutschlands Ärzte sollen ihren Patienten künftig papierlose Digitalrezepte ausstellen dürfen. So können die Mediziner auch dann Medikamente verschreiben, wenn sie lediglich per Videosprechstunde Kontakt zum Patienten hatten.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereitet ein entsprechendes Gesetz vor, das spätestens 2020 in Kraft treten soll. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» über die Pläne berichtet.

«Erst das elektronische Rezept macht Telemedizin zu einem Erfolgsprojekt», sagte Spahn der «FAZ» und verwies auf die Vorteile der Videosprechstunden: «Die Telemedizin spart Ärzten und Patienten Zeit und Wege - vor allem auf dem Land und außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten.» Deshalb will Spahn auch das bisherige Verbot aufheben, wonach Apotheken keine verschreibungspflichtigen Arzneien abgeben dürfen, wenn der Arzt den Patienten nur telemedizinisch beraten hat.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) begrüßte das Vorhaben. Nach dem Einreichen des Papierrezepts seien schon jetzt alle weiteren Schritte digital, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. «Für uns ist das E-Rezept nur die letzte digitale Meile, die noch zu überbrücken ist.»

Spahns Koalitionspartner drängt sogar zur Eile: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach möchte den Gesetzentwurf schon in den kommenden Wochen in den Bundestag einbringen. «Das digitale Rezept muss so schnell wie möglich kommen», sagte Lauterbach der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, bemängelte allerdings: «Digitale Rezepte sind nur ein erster Schritt für den dringend erforderlichen Digitalisierungsprozess im Gesundheitswesen.» Kordula Schulz-Asche von den Grünen beklagte das Fehlen einer Gesamtstrategie. «Wie das elektronische Rezept konkret umgesetzt werden soll, auch darüber schweigt sich Spahn aus.»

Technische Details sollen Krankenkassen, Ärzte und Apotheker selber aushandeln. Sie sollen auch eigenständig Regeln vereinbaren, damit Rezepte ausschließlich in elektronischer Form eingesetzt werden können. Einzelheiten des Projekts will Spahn auf der Digital-Klausur des Bundeskabinetts am Mittwoch und Donnerstag vorstellen.

Kürzlich hatte die Unternehmensberatung McKinsey errechnet, dass die Einführung des Digitalrezepts zu jährlichen Einsparungen von rund 900 Millionen Euro führen könnten. Die Stiftung Patientenschutz befürchtet allerdings Nachteile vor allem für ältere Patienten. «Viele von ihnen sind gar nicht in der Lage, mit digitalen Geräten umzugehen», warnte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 11. 2018
14:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskabinett Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände CDU Christine Aschenberg-Dugnus Deutscher Bundestag Digitaltechnik FDP-Fraktion Jens Spahn Karl Lauterbach McKinsey Rezepte Telemedizin
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Jens Spahn

16.01.2020

Bundestag beschließt moderate Organspende-Reform

Aufwühlende Debatte im Bundestag: Zwar kassierten die Befürworter einer weitreichenden Umstellung bei der Organspende eine Niederlage. Es kommen aber Neuregelungen, die mehr Schwerkranken helfen sollen. » mehr

Impfung

08.08.2019

Barmer-Studie: Größere Impflücken in Deutschland

Wie viele Kinder sind in Deutschland nicht geimpft? Die Barmer Krankenkasse geht davon aus, dass die Lücken größer sind als in den offiziellen Statistiken. Ist da was dran? » mehr

Masern-Impfung

25.03.2019

Nach starkem Anstieg: Koalition prüft Impfpflicht bei Masern

Eine Ansteckung mit Masern kann besonders für Kleinkinder schlimm ausgehen. In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, immer wieder gibt es größere Ausbrüche - völlig unnötig, wie Fachleute meinen. » mehr

Bundeswehr in Mali

30.12.2019

Wehrbeauftragter Bartels: Kein «Weiter so» in der Sahelzone

Soll sich Deutschland an der Seite Frankreichs am Kampf gegen islamistische Gruppen in Westafrika beteiligen? Eine Serie von Anschlägen erschüttert die Region. Die Situation droht zu kippen, warnt nicht nur der Wehrbeauf... » mehr

Transplantationszentrum am Uniklinikum Leipzig

12.01.2020

Bürger sehen Organspenden generell positiv

Es ist eine sensible Frage: Würde man nach dem Tod Organe spenden, um Schwerkranken zu helfen? Ganz allgemein finden das viele gut - aber auch ganz konkret? Einstellungen dazu gehen teilweise auseinander. » mehr

Gesundheits-App

07.11.2019

Gesundheits-Apps kommen bald auf Rezept

Beim Arztbesuch läuft oft noch viel auf Papier. Die große Koalition will deswegen Tempo machen, um endlich einen Durchbruch für die Digitalisierung zu schaffen. Geht das für manche auch zu schnell? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Joseph Hannesschläger

Diese Prominenten sind 2020 schon gestorben |
» 7 Bilder ansehen

Büttensitzung Zeiler Narrenzunft

Büttensitzung Zeiler Narrenzunft | 20.01.2020 Ralf Naumann
» 12 Bilder ansehen

Büttenabend Wallenfels

Büttenabend in Wallenfels | 20.01.2020 Wallenfels
» 30 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 11. 2018
14:42 Uhr



^