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«Dorian» hinterlässt auf Bahamas Todesopfer und Verwüstung

«Dorian» ist der schlimmste Hurrikan, der die Bahamas je heimgesucht hat. Langsam wird das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Nur allmählich rücken Helfer vor. Nun bekommt die US-Küste den Sturm zu spüren. Kommen die Staaten dort glimpflich davon? Der US-Präsident hofft es.



Bahamas
Eine Familie wird in Freeport auf den Bahamas in eine sichere Zone begleitet.   Foto: Ramon Espinosa/AP » zu den Bildern

Dorian» hat endlich von den Bahamas abgelassen - nun wird allmählich die Zerstörung deutlich, die der Hurrikan auf der karibischen Inselgruppe hinterlassen hat.

Luftaufnahmen zeigten auf der nördlichen Insel Great Abaco weitläufig verwüstete Landstriche, die unter Wasser standen, massenhaft zerstörte Häuser und Gebäude in Trümmern. Erst nach und nach rückten Helfer in die betroffenen Gebiete dort und auf Grand Bahama vor.

Menschen warteten am Mittwoch zum Teil immer noch auf Rettung. Bislang wurden sieben Todesopfer bestätigt. Doch der Premierminister der Bahamas, Hubert Minnis, befürchtet, dass die Zahl steigen wird.

US-Präsident Donald Trump beklagte, die Bahamas seien von dem Sturm so schwer getroffen worden, wie es nur selten jemand gesehen habe. «Was dort passiert, ist unglaublich», sagte er am Mittwoch im Weißen Haus in Washington. «Sie brauchen viel Hilfe.» Die USA liefere auf Bitten der Regierung der Bahamas humanitäre Unterstützung und helfe mit der US-Küstenwache auch bei Rettungseinsätzen.

Der Wirbelsturm hatte am Sonntag zuerst die Abaco-Inseln im Nordosten des Karibikstaates getroffen und dabei Windböen von fast 300 Kilometern pro Stunde entwickelt. Er gehörte damit zu den Hurrikans der gefährlichsten Kategorie fünf. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Am Montag war «Dorian» über die Insel Grand Bahama gezogen und hatte sich nur quälend langsam weiter bewegt.

Solange sich der Wirbelsturm bis Dienstag praktisch über der Insel Grand Bahama festgesetzt hatte, waren Rettungseinsätze nahezu unmöglich. Dort kamen die Hilfsaktionen erst am Mittwoch in Gang.

Mehr als 60 Prozent des 6000-Einwohner-Ortes Marsh Harbour seien beschädigt, sagte Minnis am Dienstagabend, nachdem er sich erstmals aus der Luft ein Bild der Lage auf den Abaco-Inseln gemacht hatte. Die Armensiedlung The Mudd, in der vor allem haitianische Einwanderer lebten, wurde nach seinen Worten komplett zerstört. Viele der Menschen dort hatten nach Angaben der Regierung zuvor bereitgestellte Notunterkünfte aufgesucht. Aber nicht alle waren den Evakuierungs-Aufforderungen nachgekommen. Berichten zufolge standen aber auch einige der Notunterkünfte unter Wasser.

Insgesamt leben etwa 76.000 Menschen in den besonders betroffenen Gebieten. Im staatlichen Rundfunk und in sozialen Medien meldeten sich zahlreiche Bahamaer, die Angehörige vermissten. In weiten Teilen der Inseln war der Mobilfunk gestört.

Einige Menschen waren auf Jetskis und Booten in den überschwemmten Gebieten unterwegs, um Notleidende zu retten. Die Bemühungen wurden in sozialen Medien koordiniert. Bekannte Twitter-Nutzer verbreiteten Nachrichten über die Aufenthaltsorte von Hilfsbedürftigen und organisierten auch Benzinspenden für die Boote der Helfer.

Scott Buschman von der US-Küstenwache hatte am Dienstag gemeinsam mit Minnis die betroffenen Gebiete der Bahamas überflogen. «Wir haben extreme Zerstörung und extreme Verwüstung gesehen», sagte er am Mittwoch dem Sender CNN. «Kleine Dörfer waren fast ganz zerstört.» Hilfseinsätze liefen. Der Bedarf an Hilfsgütern sei groß.

In der Nacht zum Mittwoch sollte ein Schiff der britischen Marine die Abaco-Inseln erreichen und die Bewohner mit Lebensmitteln versorgen, sagte Minnis. Staatsoberhaupt des Karibikstaates ist die britische Königin Elisabeth II. Die US-Küstenwache war bereits seit Montag im Einsatz. Der Regierungschef sprach von weiteren Hilfsangeboten und bat um Spenden. Es handle sich um eine der schwersten nationalen Krisen der Geschichte des Landes. Er kündigte auch den Einsatz von Sicherheitskräften an, um die öffentliche Ordnung zu bewahren.

Der Hurrikan zog am Mittwoch weiter Richtung Norden, entlang der Südostküste der USA - allerdings deutlich abgeschwächt, als Hurrikan der Kategorie zwei. Er kam der Küste Floridas am Mittwoch sehr nahe und sorgte dort für heftigen Wind und Regen. Anders als ursprünglich befürchtet, traf «Dorian» die US-Küste aber nicht direkt.

In Cocoa Beach nördlich der Stadt Melbourne waren die Straßen am Mittwochmorgen (Ortszeit) noch leer, Geschäfte verrammelt, Schulen geschlossen. Aber im örtlichen «Waffle House» war der Andrang groß. Die Kette hat sich einen Namen damit gemacht, ihre Restaurants bei schweren Unwettern auch dann offen zu halten, wenn andere längst geschlossen haben. Viele Menschen kamen zum Frühstücken dorthin - mit dem Gefühl, dass sie bei diesem Sturm glimpflich davongekommen sind.

«Vergangene Nacht war der Wind wirklich stark, und nun haben wir den Regen», sagte Rick Lee. «Aber es war nicht so schlimm wie befürchtet.» Einige Palmen seien umgeknickt, aber das sei normal bei so einem Sturm. «Wir haben unsere Fenster zugenagelt, aber vielleicht können wir die Bretter heute Nachmittag schon abnehmen.»

Der Leiter des Nationalen Hurrikan-Zentrums, Ken Graham, sagte am Mittwoch, die US-Küste werde noch mehrere Tage mit dem Hurrikan zu tun haben. Meteorologen warnten vor Sturmfluten an der US-Küste. Nach Florida sollte «Dorian» entlang der Küste Georgias weiterziehen. Weiter nördlich, in South Carolina und North Carolina, könnte er am Donnerstag und Freitag womöglich auch direkt über die Küste wegziehen, warnten die Experten. Die Gefahr sei noch nicht gebannt.

«In Florida hatten wir Glück», sagte Trump. Er hoffe, dass das Gleiche auch für South Carolina und North Carolina gelten werde und der Sturm diesen Staaten auf seinem weiteren Weg nicht zu nahe komme. Es sei aber nicht mit Sicherheit vorherzusehen, welchen Kurs der Hurrikan einschlage. Der Sturm sei unberechenbar.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2019
20:29 Uhr

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04. 09. 2019
20:29 Uhr



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