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«Dragi», «Eberhard», «Franz»: Ein Sturmtief jagt das nächste

Tote und Schwerverletzte, ausgefallene Züge, abgedeckte Dächer, bis zu 800 Millionen Euro Schaden: Die Auswirkungen der Frühlingsstürme sind gravierend. Und das nächste Tief ist schon auf dem Weg.



Schäden in NRW
Der Putz eines Mehrfamilienhauses liegt vor dem Eingang, während ein Absperrband der Feuerwehr im Wind flattert.   Foto: Bernd Thissen » zu den Bildern

Das Wetter gibt in Deutschland keine Ruhe. «Weitere Sturmtiefs werden in dieser Woche erwartet», sagte Meteorologe Marco Manitta vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag.

Nach «Dragi» am Samstag und «Eberhard» am Sonntag greifen voraussichtlich am Dienstag «die Ausläufer von Sturmtief «Franz» auf Deutschland über». Bis zum Wochenende werde es «windig bis stürmisch bleiben, teils mit Regen», sagte der Meteorologe. «Das unbeständige Wetter setzt sich fort.»

Die Zerstörungen durch «Eberhard» dürften die Versicherer einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Der weltgrößte Rückversicherungsmakler Aon schätzt die versicherten Schäden auf 700 bis 800 Millionen Euro, wie er am Montag mitteilte.

Das Tief war mit Böen bis Windstärke 11 und 12 über Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen sowie Sachsen und Thüringen gezogen. Das führte zu Zerstörungen, außerdem wurde der Bahnverkehr teilweise lahmgelegt. In Bestwig im Sauerland kam ein 47 Jahre alter Autofahrer ums Leben, als ein entwurzelter Baum auf sein fahrendes Auto fiel. In der Nacht zu Sonntag starb im Krankenhaus eine 48-Jährige, die im brandenburgischen Schraden bei Cottbus in einer Böe am Samstag die Kontrolle über ihren Wagen verloren hatte.

Einsatzkräfte kämpften bundesweit bei Tausenden von Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern, allein in NRW waren laut Landesinnenministerium mehr als 20.000 Feuerwehrleute im Einsatz. In Thüringen wurde das Dorf Mönchsberg durch quer liegende Bäume vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Am Montagnachmittag war es wieder erreichbar. Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren Hundert Einsätzen wegen des Sturms, während die nördlichen Bundesländer weitestgehend von «Eberhard» verschont blieben.

Nach den heftigen Sturmschäden, die den Bahnverkehr am Sonntag in Nordrhein-Westfalen komplett zum Erliegen brachten, war am Montagnachmittag noch die Strecke zwischen Wuppertal und Solingen gesperrt. «Da räumen wir noch auf», sagte ein Bahnsprecher. ICE-Züge wurden über Düsseldorf umgeleitet. Auf der Schnellfahrstrecke Frankfurt-Köln fielen laut Bahn einzelne Züge aus. Auch auf der Strecke Rosenheim-Kufstein gab es wetterbedingte Einschränkungen.

Auf dem Dach des Kölner Doms löste sich durch den Sturm eine Verankerung. Zur Sicherheit blieb die darunter liegende Domschatzkammer am Montag geschlossen, wie die Dombauhütte mitteilte. Der davor liegende Bereich auf der Domplatte wurde abgesperrt. Kleine lose Steinfragmente seien von der Kathedrale heruntergeweht worden.

Während «Eberhard» wütete, entkamen drei Luchse aus ihrem Gehege in einem Wildpark in Nordhessen. Ein Baum sei umgestürzt und habe den Zaun an einer Stelle komplett niedergedrückt, sagte ein Sprecher des Schwalm-Eder-Kreises. Ein Tier sei durch Futter wieder angelockt worden. Der Verbleib der anderen Luchse war zuerst unklar.

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 03. 2019
17:08 Uhr

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11. 03. 2019
17:08 Uhr



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