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Dutzende Verletzte bei Sprengstoff-Explosionen in Russland

In Russlands Rüstungsbetrieben kommt es immer wieder zu folgenreichen Explosionen. Diesmal erwischt es die Stadt Dserschinsk mit rund 200.000 Einwohnern. Die Behörden verhängen den Ausnahmezustand - und müssen über Stunden immer wieder die Zahl der Verletzten erhöhen.



Sprengstoff-Explosionen
Eine Rauchwolke steigt über der russischen Stadt Dserschinsk auf.   Foto: Yelena Sorokina/Tass

Bei mehreren Sprengstoff-Explosionen in einem Munitionsbetrieb in der russischen Stadt Dserschinsk sind Dutzende Menschen verletzt worden.

43 Menschen, darunter vor allem Werksmitarbeiter und Bewohner benachbarter Häuser, hätten medizinische Hilfe gebraucht, teilte das Gesundheitsministerium der Agentur Interfax zufolge am Samstag mit. Darunter seien vier Schwerverletzte. Insgesamt mussten 15 Menschen im Krankenhaus behandelt werden.

Die Behörden riefen den Ausnahmezustand in der Stadt mit den mehr als 200.000 Einwohnern aus. Dserschinsk liegt rund 400 Kilometer östlich von Moskau. Die Zahl der Verletzten wurde mehrfach erhöht. Todesopfer gab es nach Angaben der Behörden nicht. Die Ursache für die Explosion war unklar. Allerdings ermittelt ein nationales Komitee wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften im Produktionsbetrieb. Das Komitee in Moskau schickte erfahrene Kriminalisten zum Unglücksort.

Das russische Fernsehen zeigte eine riesige Rauchwolke über der Stadt sowie Feuer. Hunderte Fensterscheiben gingen zu Bruch durch die Druckwelle, wie auf Bildern zu sehen war. Die Explosionen geschahen demnach am Samstagvormittag bei der Firma Kristall - in einer Zeche, in der der Sprengstoff TNT produziert wird. Die Fabrik stellt für das Militär unter anderem Bomben her. Fünf Gebäude des Werks seien zerstört worden, hieß es.

Anwohner der Stadt wurden aufgerufen, die Fenster geschlossen zu halten. Allerdings betonten die Behörden, dass es keine Gefahr etwa durch eine chemische Rauchwolke gebe. Die Einsatzkräfte verzichteten demnach auch darauf, Häuser zu evakuieren. Am Nachmittag gab es auch Entwarnung. Die Gefahr von Nachexplosionen sei gebannt, hieß es. Das Feuer sei gelöscht. Glutnester seien unter Kontrolle.

Nach Darstellung des Zivilschutzministeriums brannte zeitweilig eine Fläche von 800 Quadratmetern auf dem Werksgelände. Das Feuer hatte sich den Angaben zufolge zudem auf 400 Quadratmeter benachbarte Waldfläche ausgebreitet.

Gebietsgouverneur Gleb Nikitin richtete einen Sonderstab ein, um der Lage Herr zu werden, wie die Agentur Interfax schrieb. Reporter berichteten aus der Stadt, dass die Zufahrt zu dem Rüstungsbetrieb gesperrt sei. Solche für die Sicherheit des Landes bedeutenden Betriebe stehen unter besonderer Kontrolle der russischen Sicherheitsorgane.

In Russland kommt es immer wieder zu verheerenden Unglücken mit vielen Toten und Verletzten. Ursache dabei ist oft, dass elementarste Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten werden. Allein seit 2014 habe es in Russland in Werken für Sprengstoffherstellung fast ein Dutzend ähnlicher Explosionen gegeben, listete die Staatsagentur Tass in einem Dossier auf. Auch im Rüstungsbetrieb Kristall kam es demnach erst vor zwei Monaten zu einer Explosion.

In einem anderem Rüstungsbetrieb der Stadt Dserschinsk starben Ende August 2018 bei einer Explosion fünf Menschen, sechs weitere Mitarbeiter wurden verletzt. Auch damals sollen bei der Herstellung von Munition die Sicherheitsregeln nicht einhalten worden sein.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 06. 2019
17:13 Uhr

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