Lade Login-Box.
Corona Ticker zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Brennpunkte

EU: 25 Milliarden Euro sollen Wirtschaft gegen Virus helfen

Die Ausbreitung des Coronavirus bremsen, nach Impfstoffen suchen, medizinisches Material besorgen. In einer Videokonferenz geben Europas Spitzenpolitiker eine Antwort auf die Krise - und versprechen Hilfe für notleidende Unternehmen.



Ursula von der Leyen
«Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, damit die europäische Wirtschaft diesem Sturm widersteht», verspricht Ursula von der Leyen.   Foto: Olivier Matthys/AP/dpa

Mit 25 Milliarden Euro will die Europäische Union ihre Wirtschaft gegen die schlimmsten Folgen der Coronavirus-Epidemie wappnen.

Nach einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag entsprechende Finanzhilfen an. Das Geld komme aus den Strukturfonds und solle rasch fließen, sagte von der Leyen. Die EU wolle damit unter anderem das Gesundheitswesen, den Arbeitsmarkt sowie kleinere und mittlere Unternehmen stützen.

«Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, damit die europäische Wirtschaft diesem Sturm widersteht», versprach die Kommissionspräsidentin weiter. Die Brüsseler Behörde werde dafür sorgen, dass staatliche Hilfen an alle Unternehmen fließen, die diese brauchen. Bis Montag werde sie zudem Vorschläge für die flexible Anwendung des Stabilitätspakts vorlegen, der normalerweise die Schuldenaufnahme der Mitgliedstaaten begrenzt.

EU-Ratspräsident Charles Michel, der das virtuelle Gipfeltreffen einberufen hatte, kündigte tägliche Schaltkonferenzen der europäischen Innen- und Gesundheitsminister an. Die Staats- und Regierungschefs hätten sich am Dienstagabend auf vier Punkte für ein gemeinsames Vorgehen geeinigt:

- Die Ausbreitung des Virus müsse begrenzt werden. Die Gesundheit der EU-Bürger habe höchste Priorität. Alle Maßnahmen sollten auf wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen beruhen und angemessen sein, damit sie keine übermäßigen Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.

- Die Kommission solle den Bedarf an medizinischem Material ermitteln und Vorschläge gegen eine mögliche Knappheit machen. «Es muss sichergestellt werden, dass der Binnenmarkt richtig funktioniert und ungerechtfertigte Hindernisse verhindert werden», sagte Michel. Zuvor hatte es Kritik an deutschen und französischen Ausfuhrbeschränkungen für Schutzmasken gegeben.

- Die Forschung soll verstärkt werden, um einen Impfstoff zu finden. Die Kommission habe dazu bereits 140 Millionen Euro bereitgestellt und 17 Projekte dafür ausgewählt.

- Im Vorgehen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise wollen die Union und ihre Mitgliedstaaten «alle notwendigen Instrumente nutzen». Das gelte insbesondere für die Liquidität, die Hilfe für kleine und mittlere Unternehmen und die Arbeitnehmer, sagte Michel nach der Schaltkonferenz, an der auch die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, teilnahm.

Der Ratspräsident kündigte an, dass die Staats- und Regierungschefs erneut bei ihrem Gipfeltreffen am 26. und 27. März über die Lage beraten wollen. Der Gipfel solle regulär in Brüssel stattfinden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die internationale Gemeinschaft zur Zusammenarbeit auf. Sie habe in der Konferenz die Bedeutung zusätzlicher europäischer und internationaler Anstrengungen bei der Forschung und Entwicklung eines Impfstoffs unterstrichen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Hier könne die europäische Zusammenarbeit einen substanziellen Mehrwert leisten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte die EU zu umfassendem Handeln auf: «Europa muss alles tun, was auf gesundheitlichem und auf wirtschaftlichem Gebiet nötig ist.» Macron kritisierte nach der Videokonferenz, dass Österreich und Slowenien ihre Grenzen zu Italien für viele Reisende geschlossen haben. «Ich denke ehrlicherweise, dass das schlechte Entscheidungen sind», sagte Macron. Auch Frankreich hat eine gemeinsame Grenze mit Italien.

Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel rief seine Amtskollegen dazu auf, nationale Maßnahmen gegen das Coronavirus zu koordinieren. «Internationale Zusammenarbeit ist von großer Bedeutung», twitterte auch der niederländische Regierungschef Mark Rutte.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 03. 2020
01:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel Charles Michel Christine Lagarde EU-Bürger EU-Ratspräsidenten Emmanuel Macron Europäische Union Europäische Zentralbank Gesundheitsminister Mark Rutte Präsidenteninnen under Präsidenten der Europäischen Kommission Regierungschefs Regierungssprecher Staatliche Unterstützung und Förderung Steffen Seibert Twitter Ursula von der Leyen Xavier Bettel Zentralbanken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Von der Leyen und Michel

23.04.2020

EU plant Billionen-Programm gegen Corona-Wirtschaftskrise

500 Milliarden Euro stehen demnächst als Kredithilfen bereit, weitere 1000 Milliarden und mehr könnten folgen. Die EU gibt sich entschlossen im Kampf gegen die Krise - doch der Teufel steckt im Detail. » mehr

Merkel und Macron

18.05.2020

Berlin und Paris: Aufbauplan in Höhe von 500 Milliarden Euro

Die Corona-Krise verändert vieles - sogar deutsche Vorbehalte gegen eine gemeinsame Verschuldung der EU-Staaten. Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Macron präsentiert Merkel Vorschläge, die vor Monaten noch undenkbar ge... » mehr

Angela Merkel

24.04.2020

Nach EU-Gipfel: Billionen-Summe für den Wiederaufbau gesucht

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Kollegen haben erste Schritte gegen die dramatische Corona-Wirtschaftskrise beschlossen. Aber eine weit größere Aufgabe wartet noch. » mehr

Angela Merkel

Aktualisiert am 22.02.2020

EU-Gipfel endet ohne Haushaltsplan

Wenn 27 Staaten am Tisch sitzen, gehen die Interessen oft auseinander. Aber für ihren Haushalt braucht die Europäische Union Einstimmigkeit. Diesmal hat es noch nicht zum Kompromiss gereicht. » mehr

Migranten an Grenze zu Griechenland

02.03.2020

Erdogan droht EU mit Massenandrang von Flüchtlingen

Ankara setzt ganz offen Migranten als Druckmittel ein. Griechenland zeigt sich entschlossen, einen massenhaften Andrang von Flüchtlingen in die EU abzublocken. Kann sich das Jahr 2015 wiederholen? » mehr

Flüchtlinge

01.03.2020

Türkei lässt Zehntausende Migranten Richtung EU durch

Die Lage an der griechischen Grenze zur Türkei bleibt angespannt. Migranten, so weit das Auge reicht. Ein Ansturm blieb aber vorerst aus. Alle wollen nach Westeuropa. Auch in der Ägäis sind Boote auf dem Weg nach Grieche... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bauerndemo in Coburg

Bauerndemo in Coburg | 28.05.2020 Coburg
» 4 Bilder ansehen

Frontal-Crash mit Oldtimer Dippach

Frontal-Crash mit Oldtimer | 22.05.2020 Dippach
» 10 Bilder ansehen

Jan Gorr wird HSC-Geschäftsführer

Jan Gorr wird Geschäftsführer | 22.05.2020 Coburg
» 15 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 03. 2020
01:02 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.