Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

EU-Kommission empfiehlt Beitrittsgespräche mit Balkanstaaten

Nach einer Reihe von Reformen können sich Albanien und Nordmazedonien Hoffnung auf Verhandlungen über einen EU-Beitritt machen. Das letzte Wort sprechen allerdings die EU-Staaten. An Deutschland könnte es scheitern.



Federica Mogherini
«Das vergangene Jahr war in der gesamten Region ein Jahr des positiven Wandels», sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.   Foto: Virginia Mayo/AP » zu den Bildern

Die Balkanländer Nordmazedonien und Albanien sind der Aufnahme in die EU einen Schritt näher gekommen. Die EU-Kommission empfahl den EU-Staaten am Mittwoch, die Beitrittsverhandlungen mit den beiden Ländern aufzunehmen.

«Das vergangene Jahr war in der gesamten Region ein Jahr des positiven Wandels», sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Die EU-Staaten hatten der Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit Albanien und Nordmazedonien bereits im vergangenen Jahr grundsätzlich zugestimmt. Der eigentliche Beginn der Gespräche wurde aber von weiteren Reformfortschritten abhängig gemacht.

Diese Anforderungen sieht die EU-Kommission nun erfüllt. Der zuständige Kommissar Johannes Hahn hatte der Deutschen Presse-Agentur schon im April gesagt, dass er mit einer positiven Entscheidung der Brüsseler Behörde nach der Europawahl rechne.

Mit der Aussicht auf einen EU-Beitritt will die Staatengemeinschaft die Länder des Westbalkan zu demokratischen Reformen motivieren und enger an sich binden. Dabei spielen auch sicherheitspolitische und wirtschaftliche Interessen der EU eine Rolle.

Nordmazedonien habe seine «ambitionierte Reformagenda» weiter umgesetzt und zudem seinen Namensstreit mit Griechenland beigelegt, sagte Hahn nun. Albanien führe insbesondere tief greifende Justizreformen durch. Er betonte jedoch auch, mögliche Beitrittsverhandlungen würden mehrere Jahre andauern. Mit der Aufnahme von Gesprächen wird zudem keinerlei Versprechen auf Aufnahme in die EU gegeben.

Nun müssen die EU-Staaten den Verhandlungen erneut zustimmen. Dies sollte eigentlich bei einem Treffen der zuständigen Minister Mitte Juni geschehen. Vorher muss auch der Bundestag in Deutschland dafür stimmen.

Die Unionsparteien stemmen sich allerdings dagegen. «Es wird Oktober werden, bis es zu einer Entscheidung kommt», sagte der Vorsitzende des Europaausschusses, Gunther Krichbaum (CDU), der dpa. Auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber warnte am Mittwoch vor voreiligen Verhandlungen. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist weder die EU noch eines der Balkanländer auch nur im Ansatz für einen EU-Beitritt bereit.»

Der Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), dringt dagegen auf eine rasche Aufnahme der EU-Beitrittsgespräche. «Wir stehen im Wort und sollten unsere Zusagen einhalten», schreibt Roth in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Mittwoch). In Nordmazedonien und Albanien seien «greifbare Fortschritte» erzielt worden.

Die Empfehlungen der EU-Kommission waren Teil des jährlichen Berichts zur Umsetzung von Reformen bei den EU-Beitrittskandidaten auf dem Westbalkan - unter ihnen auch der Kosovo und Serbien - sowie in der Türkei.

Für die Türkei fand die EU-Kommission am Mittwoch erneut mahnende Worte. Das Land entferne sich weiter von der EU, sagte Mogherini. «Wir glauben, es wäre hilfreich für alle - und insbesondere für die türkischen Bürger -, wenn dieser Trend schnellstens umgekehrt wird.» In einer Mitteilung heißt es, die Türkei habe Rückschritte etwa bei Grundrechten und Rechtsstaatlichkeit gemacht. Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei begannen schon 2005, liegen aber wegen der Entwicklungen in dem Land derzeit de facto auf Eis.

Die Beitrittsverhandlungen mit Bosnien und Herzegowina sollten nach Ansicht der EU-Kommission aufgenommen werden, sobald weitere Anforderungen bei Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechten erfüllt werden. Die Brüsseler Behörde sprach von einem Meilenstein in den Beziehungen zwischen der EU und dem Land.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
15:31 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auswärtiges Amt CDU Deutsche Presseagentur Deutscher Bundestag Europawahlen Europäische Kommission Europäische Union Federica Mogherini Gunther Krichbaum Johannes Hahn Justizreformen Markus Ferber Michael Roth Rechtsstaatlichkeit SPD Zeitungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
EU-Spitze erleichtert

21.07.2020

EU-Kompromiss zu Corona-Paket - Deutschland zahlt mehr

Es war ein Ringen wie schon lange nicht mehr unter den 27 EU-Staaten. Dass doch noch ein Kompromiss gelang, kommentieren die Verhandler durchweg mit Genugtuung - sie bekommen aber auch deutliche Kritik zu hören. Über den... » mehr

Albanischer Ministerpräsident Rama

24.03.2020

EU will Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien

Ein französisches Veto vor einem halben Jahr sorgte vor allem in Skopje für politische Turbulenzen. Nun macht die EU den Weg für Verhandlungen mit Nordmazedonien und Albanien frei. Bis zur EU-Mitgliedschaft dürften aller... » mehr

Coronavirus - Ungarn

03.04.2020

Gegenwind für Orbans Notstandsgesetz

In der Corona-Krise griff Ungarns starker Mann nach noch mehr Macht. Politiker in der EU und in Deutschland spielen mit dem Gedanken, dem Donauland EU-Gelder zu entziehen. Hat Viktor Orban den Bogen überspannt? » mehr

Ursula von der Leyen

23.07.2020

Europaparlament will «bittere Pille nicht schlucken»

Mühevoll haben die EU-Staats- und Regierungschefs ein Milliardenpaket zur Finanzierung der EU und des Kampfs gegen die Corona-Krise geschnürt. Doch jetzt will das Europaparlament mitreden. Es spricht von einem teuer erka... » mehr

EU-Ratspräsidentschaft

24.06.2020

Kabinett beschließt Programm für EU-Ratspräsidentschaft

Die Corona-Pandemie hat das Programm für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ziemlich durcheinandergewirbelt. Die Krisenbewältigung überlagert nun alles. Die Bundesregierung will dabei «Motor und Moderator» sein. » mehr

Proteste in Warschau

25.02.2020

US-Diplomatin: Polens Justizreform wird instrumentalisiert

Die nationalkonservative PiS hat in Polen das Justizwesen umgebaut. Viele der Reformen sieht die EU als strittig und hat dagegen Klage eingereicht. Das wiederum sorgt für Kritik aus den USA. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Großbrand in Tettau auf Bauernhof

Großbrand auf Tettauer Bauernhof | 09.08.2020 Tettau
» 50 Bilder ansehen

Muggendorfer Gebirgslauf

Muggendorfer Gebirgslauf | 05.08.2020
» 24 Bilder ansehen

Der Coburger Bahnhof der Zukunft Coburg

Der Coburger Bahnhof der Zukunft | 03.08.2020 Coburg
» 21 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
15:31 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.