Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Brennpunkte

Ein Jahr Haft auf Bewährung nach Explosion bei BASF

Er arbeitete beim Chemieriesen BASF an einer falschen Leitung und löste so unabsichtlich eine verheerende Explosion aus. Fünf Menschen starben. Ein Gericht hat den inzwischen 63 Jahre alten Arbeiter nun verurteilt - ins Gefängnis muss er aber nicht.



Explosion bei BASF
Im Prozess um das BASF-Explosionsunglück mit fünf Toten ist der Angeklagte zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.   Foto: Einsatzreport Südhessen

Knapp drei Jahre nach einem schweren Explosionsunglück auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen ist der Angeklagte zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Landgericht Frankenthal (Rheinland-Pfalz) sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der 63 Jahre alte Mann bei Reparaturarbeiten im Oktober 2016 eine falsche Leitung angeschnitten hatte. Es kam zu einer verheerenden Explosion, bei der fünf Menschen starben und 44 weitere verletzt wurden. Unter den Toten waren vier Mitarbeiter der Werksfeuerwehr.

Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklageschrift davon aus, dass der Angeklagte am Unglückstag eine Art Blackout hatte. Der 63 Jahre alte Mann aus Bosnien-Herzegowina sagte vor Gericht, keinerlei Erinnerung zu haben, nicht einmal daran, dass er selbst in Flammen gestanden hatte. «Das war der schwerste Tag in meinem Leben. Das hat mein Leben kaputt gemacht», erklärte er.

Verurteilt wurde der Angeklagte unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Das Gericht entsprach in seinem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr verlangt, die auch zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Der Verteidiger des 63-Jährigen hatte dagegen einen Freispruch oder im Falle einer Verurteilung eine Bewährungsstrafe von maximal sechs Monaten gefordert.

Die Nebenkläger hielten diese Strafen dagegen nicht für hoch genug. Sie beantragten zweieinhalb Jahre Haft. Thema in dem Prozess war auch eine mögliche Mitverantwortung von BASF wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen.

Seit dem 5. Februar war das Unglück vor dem Landgericht strafrechtlich aufgearbeitet worden. Nach Angaben von Gerichtssprecher Christian Bruns sagten 28 Zeugen in dem Verfahren aus, neun Sachverständige wurden befragt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
15:11 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angeklagte Anklageschriften BASF AG Debakel Explosionen Justizvollzugsanstalten Körperverletzung Staatsanwaltschaft Strafarten Tötung Zeugen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Unterstützung

24.05.2020

Spektakulärer Korruptionsprozess gegen Netanjahu eröffnet

Zigarren, Schmuck und rosa Champagner: Der Hang Netanjahus und seiner Frau zum Luxus ist kein Geheimnis. Doch nun wird dem Regierungschef der Prozess gemacht. Es geht um Geschenke und illegale Einflussnahme auf Medien. D... » mehr

Gedenkstätte

17.04.2020

Aus für Loveparade-Prozess rückt näher: Ankläger stimmen zu

Die Staatsanwaltschaft hat grünes Licht für die Einstellung des Loveparade-Prozesses gegeben. Dem Verfahren droht ohnehin die Verjährung. » mehr

Tatort am Millerntor

06.02.2020

10.000 Euro für Schüsse auf Rockerboss - Geständnis erwartet

Über Mittelsmänner soll ein Bulgare einen Mordauftrag bekommen haben. Das Opfer, ein Rockerboss, überlebt den Anschlag in Hamburg schwer verletzt. Das Geld soll der Attentäter nie bekommen haben. Nun steht seine Aussage ... » mehr

Urteilsverkündung

01.10.2019

Mord in Wettbüro: Rocker zu lebenslanger Haft verurteilt

Der tödliche Anschlag dauert nur 25 Sekunden. In einem Berliner Wettbüro wird ein junger Mann erschossen. Nach einem langen Prozess gibt es nun ein Urteil gegen Rocker der Hells Angels. » mehr

Prozess um getöteten Dreijährigen

29.04.2020

15-Jährige für Mord an Halbbruder verurteilt

Nach dem brutalen Mord an einem dreijährigen Jungen ist seine Halbschwester zu mehr als sieben Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Das Tatmotiv aber bleibt auch nach dem Urteil des Landgerichts Detmold eher im Dunkeln. » mehr

Bundesgerichtshof

23.04.2020

BGH prüft Lebenslänglich-Urteil für Berliner Raser

Ein Autofahrer will bei Grün eine Straße kreuzen. Er ahnt nicht, dass sich dort zwei Raser mit bis zu 170 Stundenkilometern ein nächtliches Rennen liefern. Welche Strafe kann seinem Tod gerecht werden? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Drei Verletzte bei Frontalcrash Eltmann/Ebelsbach

Drei Verletzte bei Frontalcrash | 29.05.2020 Eltmann/Ebelsbach
» 15 Bilder ansehen

Bauerndemo in Coburg

Bauerndemo in Coburg | 28.05.2020 Coburg
» 4 Bilder ansehen

Frontal-Crash mit Oldtimer Dippach

Frontal-Crash mit Oldtimer | 22.05.2020 Dippach
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
15:11 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.