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«El Chapo» schuldig gesprochen - Kartelle bleiben mächtig

Der Kampf gegen illegale Drogen kostet die USA jedes Jahr Milliarden. Mit der Verurteilung von Ex-Kartellchef «El Chapo» Guzmán kommt eine Symbolfigur nun dauerhaft hinter Gitter. Die Macht des Sinaloa-Kartells dürfte der Schuldspruch kaum schmälern.



«El Chapo»
Der mexikanische Drogenboss Joaquin «El Chapo» Guzman nach seiner Gefangennahme Anfang 2014.   Foto: Eduardo Verdugo/AP

Der Schuldspruch des früheren mexikanischen Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán ändert nach Ansicht von Experten nichts an der Macht der Kartelle in den USA und Mexiko.

Guzmán war am Dienstag nach sechstägigen Beratungen von einer New Yorker Jury in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden worden und dürfte den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.

Das Sinaloa-Kartell, das «El Chapo» 25 Jahre lang anführte, sei so stark, dass es den Verlust eines bekannten Mitglieds gut verkraften könne, sagt der Sicherheits-Analyst Javier Oliva von der mexikanischen Universität UNAM der Deutschen Presse-Agentur.

Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador ist aber davon überzeugt, dass der Schuldspruch gegen «El Chapo» anderen Kriminellen eine Lehre sein wird. Die Lektion sei, dass wahre Freude nicht von Geld, Luxus und Berühmtheit komme, sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Die beste Strategie gegen Drogenkriminalität und damit verbundene Gewalt sei, eine Alternative für junge Menschen zu schaffen, so der Linkspolitiker.

López Obrador will außerdem keinen Anschuldigungen nachgehen, nach denen ehemalige mexikanische Präsidenten und Funktionäre von «El Chapo» Bestechungsgelder angenommen haben sollen. Im Prozess waren diese Vorwürfe laut geworden. Der beste Ansatz sei, die Verbrechen der Zukunft zu verhindern, so der 65-Jährige.

Der 61-jährige «El Chapo» kann keinen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen und dürfte damit bis zu seinem Tod im Gefängnis bleiben. Das Gericht muss das Strafmaß noch offiziell verkünden. Guzmáns Verteidiger kündigten umgehend an, die Möglichkeiten einer Berufung zu prüfen. «Der Kampf ist noch nicht vorbei», sagte Anwalt Jeffrey Lichtman. Die Aussichten dafür scheinen angesichts der teils erdrückenden Beweislast und der Verurteilung in allen Anklagepunkten sehr gering.

Die US-Regierung feierte den Schuldspruch als großen Erfolg und kündigten an, weiter hart gegen Schmugglerkartelle vorzugehen. Das Urteil sei eine «unwiderlegbare Botschaft an die in Mexiko verbleibenden Hauptakteure, dass sie letztlich festgenommen und verurteilt werden», sagte der amtierende US-Justizminister Matthew Whitaker. Die USA und Mexiko würden weiter mit allen verfügbaren Mitteln gegen Drogenschmuggler und deren «gewalttätige Organisationen» kämpfen.

Der Kampf gegen illegale Drogen kostet die USA laut einer Studie von 2010 jährlich fast 51 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro). Laut dem nationalen Bericht der US-Strafverfolgungsbehörde für Drogendelikte aus dem vergangenen Jahr hält das Sinaloa-Kartell immer noch den größten Anteil am Geschäft in den Vereinigten Staaten.

Andere Syndikate wie Juárez oder Los Zetas bestehen weiter, aber Konkurrenz bekommt Sinaloa in den USA vor allem vonseiten des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG). Die Organisation ging 2010 aus dem Sinaloa-Kartell hervor und macht dem Syndikat auch in Mexiko zunehmend Druck.

Trotzdem ist den Experten zufolge der Einfluss des Sinaloa-Kartells auch ohne Guzmán ungebrochen. Für den langjährigen Chef, der seinen Spitznahmen «El Chapo» («der Kurze») wegen seiner Körpergröße von 1,64 Metern trug, war bereits nach seiner Festnahme im Januar 2016 ein Nachfolger aufgerückt: Ismael «El Mayo» Zambada.

Den «El-Chapo»-Prozess kritisierte Verteidiger Eduardo Balarezo als «Show», um amerikanisches «Können und Macht zu demonstrieren». Staatsanwälte hatten über drei Monate mehr als 50 Zeugen aufgerufen und der Jury massenhaft Beweismaterial präsentiert. «Die US-Regierung weiß sehr wohl, dass sich mit «El Chapos» Verurteilung nichts geändert hat und nichts ändern wird», schrieb Balarezo auf Twitter.

Guzmán hatte bei der Verlesung des Urteils keine Regung gezeigt und lediglich Blicke mit seiner Frau Emma Coronel gewechselt, die im Publikum saß. Guzmán nahm den Schuldspruch seinen Anwälten zufolge «positiv» hin. Er ist aktuell in einem Hochsicherheitsgefängnis in New Yorks Stadtteil Manhattan eingesperrt. Offen ist, ob er seine Strafe dort absitzen soll oder in eine andere Haftanstalt verlegt wird. In Mexiko gelang es Guzmán bereits zwei Mal, aus dem Gefängnis auszubrechen: 2001 entkam er in einem Wäschekorb und 2015 durch einen Tunnel, den Komplizen bis unter seine Zelle gegraben hatten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
17:21 Uhr

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13. 02. 2019
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