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Für Muslime beginnt der Ramadan

Im Ramadan dürfen gläubige Muslime zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Für viele ist es die wichtigste Zeit des Jahres. Doch es sind auch Warnungen zu hören.



Ramadan im Iran
Ein Geistlicher schaut in Teheran durch ein Teleskop, um den Neumond zu suchen, der den Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan signalisiert.   Foto: Ebrahim Noroozi/AP » zu den Bildern

Für Millionen Muslime weltweit hat der Fastenmonat Ramadan begonnen. So erklärte etwa Saudi-Arabien am Sonntagabend, dass die Sichel des Neumondes am Himmel zu erkennen gewesen und der Montag der erste Fastentag sei, wie die staatliche Agentur SPA meldete.

In dem Königreich sind mit Mekka und Medina die beiden heiligsten Stätten des Islam beheimatet. Auch die Islamverbände in Deutschland hatten den heutigen Montag als ersten Fastentag festgelegt.

Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond. Der Beginn des Ramadans hängt vom Erscheinen der Neumondsichel ab und kann deswegen variieren. So ist etwa für die Schiiten im Irak erst der Dienstag der erste Fastentag, wie der höchste schiitische Geistliche des Landes, Großajatollah Ali al-Sistani, erklärte.

In Deutschland sind geschätzt rund fünf Millionen Muslime zur Enthaltsamkeit aufgerufen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte sich am Freitag gegen strenges Fasten von Schulkindern ausgesprochen.

Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams - das sind Grundpflichten, an die sich Gläubige halten sollen. Diese verzichten im Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Vom Fastengebot sind Kinder, Schwangere, alte und schwer körperlich arbeitende Menschen ausgenommen.

Der spirituelle Fastenmonat diene der Besinnung und solle auch genutzt werden, um Bedürftigen zu helfen, sagte die Sprecherin des Koordinationsrats der Muslime (KRM), Nurhan Soykan. Wie viele der Muslime in Deutschland tatsächlich fasten, sei nicht zu beziffern. «Die Muslime werden sich aber wohl mehrheitlich beteiligen», sagte Soykan auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im KRM sind die vier größten Islamverbände in Deutschland zusammengeschlossen.

Der Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender und endet in diesem Jahr Anfang Juni. Dann feiern die Muslime das Fest des Fastenbrechens, das wegen der vielen Süßigkeiten, die es dann gibt, in der Türkei auch Zuckerfest genannt wird.

Generell ist der Ramadan vor allem eine Zeit für die Familie. Die Menschen versammeln sich bei Sonnenuntergang mit Verwandten, aber auch Nachbarn und Freunden zum gemeinsamen Fastbrechen. Das gesellschaftliche Leben verlagert sich in den Abend und die Nacht hinein. In vielen arabischen Ländern beginnt zugleich für die TV-Sender der Kampf um die Zuschauer. Traditionell werden im Ramadan die am aufwendigsten produzierten Seifenopern ausgestrahlt.

Die Türkisch Islamische Union Ditib, die größte Islam-Organisation in Deutschland, erklärte, der Ramadan sei auch gesellschaftlich relevant. In der Zentralmoschee in Köln hätten in der Vergangenheit jeden Abend rund 1000 Menschen zusammen am Tisch gesessen. Dieses Jahr lädt die Ditib am 10. Mai zum zentralen Iftar nach Köln ein.

Für viele Muslime ist der Ramadan auch ein willkommener Anlass für eine Diät. Im Iran und in vielen arabischen Ländern sind landesweit alle Restaurants bis zum Abend geschlossen. Ausnahmen sind Hotels und Raststätten für Ausländer und Reisende, die nicht zu fasten brauchen.

In vielen Ländern sind auch Sicherheitsdienste in Alarmbereitschaft. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere radikale Gruppen hatten den Ramadan in früheren Jahren für Anschläge genutzt. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi kündigte erst vor wenigen Tagen Vergeltung für den Untergang des IS-Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak an.

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 05. 2019
10:16 Uhr

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