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Grenzstreit zwischen China und Indien aufgeflammt

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem Grenzkrieg 1962 streiten China und Indien im Himalaya weiter um Gebietsansprüche. Es gibt neue Zwischenfälle, Truppen wurden verstärkt. Wird die Lage entschärft?



Modi und Xi
Der indische Premierminister Narendra Modi (l) und der chinesische Präsident Xi Jinping bei einem Treffen im September 2016. Zwischen den beiden bevölkerungsreichtsen Staaten der Erde sind neue Grenzstreitigkeiten aufgeflammt.   Foto: picture alliance / dpa

China und Indien wollen ihren neu entflammten Grenzkonflikt friedlich lösen. Man sei militärisch und diplomatisch in Kontakt, um «Frieden und Ruhe im Grenzgebiet zu sichern», teilte das indische Außenministerium am Sonntag in Neu Delhi nach Gesprächen hoher Militärs mit.

Die Gespräche der Kommandeure fanden in der Garnison in Maldo auf der chinesischen Seite der seit Jahrzehnten umstrittenen Grenzlinie in der Himalaya-Region Ladakh statt. Bei Zusammenstößen zwischen Soldaten beider Seiten hatte es mehrere Verletzte gegeben.

Die beiden benachbarten Nuklearmächte mit den größten Bevölkerungen weltweit hatten 1962 einen kurzen Krieg um ihre Grenze im Himalaya geführt, den China gewann. Seither gibt es immer wieder Zwischenfälle. Zuletzt kam es zu Schlägereien und Steinwürfen zwischen Soldaten beider Seiten. Der Grenzverlauf ist nach wie vor nicht geklärt. Auch US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln, was beide Länder ablehnten.

Indiens Außenministerium beschrieb die Atmosphäre der Gespräche als «freundlich und positiv». Während es häufiger Treffen gibt, demonstrierte die Tatsache, dass die Gespräche im Bereich Chushul sogar auf Generalleutnants-Ebene stattfanden, die Ernsthaftigkeit des jüngsten Konflikts. Indische Beobachter sprechen von einer neuen Qualität in den Vorstößen und der Stationierung chinesischer Truppen. Beide Seiten haben ihre Streitkräfte in dem Gebiet verstärkt.

Hintergrund der jüngsten Spannungen könnte die Entscheidung Indiens vom vergangnen Jahr sein, das vor allem von Buddhisten bewohnte Ladakh von dem übrigen, mehrheitlich muslimischen Jammu und Kaschmir abzutrennen und zu einem eigenen Bundesgebiet zu erklären, um seine Kontrolle zu verstärken. China hat dagegen scharf protestiert und von einer «Untergrabung» seiner territorialen Integrität gesprochen.

Mit Misstrauen beobachtet Peking ferner, wie sein Rivale Indien stärker an die Seite der USA und ihrer Verbündeten rückt, während Trump seine antichinesische Politik verschärft. Auch wird Anstoß an dem Bau von Straßen und Brücken in dem umstrittenen Grenzgebiet auf indischer Seite genommen. Umgekehrt hat aber auch China seine Bautätigkeiten ausgeweitet, was Indien wiederum kritisiert.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2020
10:08 Uhr

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07. 06. 2020
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