Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Großdemo gegen Rassismus in Mailand

Italien macht derzeit vor allem mit einer Politik gegen Ausländer Schlagzeilen. Doch nicht alle stehen hinter Innenminister Salvini. In Mailand setzen Zehntausende ein Zeichen gegen Rassismus. Umfragen sprechen allerdings eine andere Sprache.



Anti-Rassismus-Protest in Mailand
Demonstranten formen Herzen mit ihren Händen während eines Protests gegen Rassismus in Mailand.   Foto: Luca Bruno/AP

Sie formen Herzen mit den Händen und ziehen singend durch die Stadt: Zehntausende Menschen haben in Mailand gegen Rassismus demonstriert.

Sie versammelten sich auf dem zentralen Platz vor dem Mailänder Dom, um ein Zeichen gegen «eine Politik der Angst» und gegen Diskriminierung zu setzen. Der Protest sei ein «machtvolles politisches Zeugnis, dass Italien nicht nur jenes Land ist, das derzeit beschrieben wird», sagte der Bürgermeister der norditalienischen Metropole, Giuseppe Sala. Mailand sende ein Signal für ein «anderes Italien» aus.

Der Stadtrat für Soziales, Pierfrancesco Majorino, sprach von rund 200.000 Teilnehmern. Organisiert hatten die Demo mehrere Hilfsorganisationen und soziale Vereinigungen. Auch linke und sozialdemokratische Politiker nahmen daran teil.

Italien wird seit vergangenem Juni von einer Koalition aus europakritischer Fünf-Sterne-Bewegung und ausländerfeindlicher Lega regiert.

Das Demo-Motto «Prima le persone» (Die Menschen zuerst) spielte auf den Slogan «Prima gli Italiani» (Italiener zuerst) von Lega-Chef und Innenminister Matteo Salvini an. Der verfolgt eine harte Linie gegen Migranten. Damit bekommt er große Zustimmung beim Volk, auch wenn sein Populismus das Land spaltet.

«Die Politik der Angst und die Kultur der Diskriminierung werden systematisch eingesetzt, um Hass zu säen und Bürger erster und zweiter Klasse zu schaffen», erklärten die Organisatoren der Mailänder Demo.

Salvini zeigte sich unbeeindruckt. «Ich ändere meine Meinung nicht und mache zum Wohl der Italiener weiter: In Italien kommt man nur mit Erlaubnis rein, harter Kampf gegen Schlepper, Menschenhändler, Mafiosi und Ausbeuter», kommentierte der Vize-Premier. Derweil nannte der Gründer der Sterne-Bewegung, Beppe Grillo, Rassismus ein pures «Medien-Phänomen».

In aktuellen Umfragen liegt Salvinis Lega bei rund 35 Prozent - bei der Parlamentswahl vor einem Jahr hatte die Partei noch rund 17 Prozent bekommen. Unter Salvinis Erfolg leidet vor allem der Koalitionspartner der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung. Die rutschten in Umfragen zuletzt auf bis zu 21 Prozent ab - von 31 bei der Wahl vor einem Jahr.

Die sozialdemokratische Partei PD (Partito Democratico) versucht seit langem vergeblich, wieder auf die Beine zu kommen. Heute steht die Wahl des neuen Parteichefs an. Seit der historischen Wahlschlappe vor einem Jahr verliert sich die Partei von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi in internen Grabenkämpfen und kann die linksorientierte Wählerschaft nicht hinter sich versammeln.

Als Favorit bei der Abstimmung gilt der Regionalpräsident von Latium, Nicola Zingaretti. Unklar ist, ob die Wahl schon das endgültige Ergebnis bringt oder ob Kandidaten in die Stichwahl müssen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2019
13:21 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ausländer Beppe Grillo Demonstrationen Diskriminierung Innenminister Mailänder Dom Massendemonstrationen Matteo Renzi Matteo Salvini Nicola Zingaretti Partito Democratico Rassismus Sozialdemokratie Soziale Einrichtungen Twitter Umfragen und Befragungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Alexanderplatz

07.06.2020

Zehntausende demonstrieren in Deutschland gegen Rassismus

Der brutale Tod des Schwarzen George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA bewegt auch Deutschland. Zehntausende Menschen gehen auf die Straße. Sie prangern Rassismus an, nicht nur in den USA. » mehr

Proteste in Belarus

08.09.2020

Belarussische Behörden gehen gegen Opposition vor

Die autoritäre Staatsführung in Minsk zieht die Daumenschrauben an. Bei Demonstrationen gibt es wieder Hunderte Festnahmen. Und von einer prominenten Oppositionellen fehlt zu Wochenbeginn jede Spur. » mehr

Kabinettssitzung

02.09.2020

Rechtsextremismus: Ausschuss gibt Handlungsempfehlungen

Rechtsextremistische Gewalttaten haben das Land erschüttert. Die Bundesregierung sucht nach Antworten, auch im Gespräch mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft. » mehr

Rasse

16.06.2020

Wie das Wort «Rasse» in das Grundgesetz kam

Seit dem Tod von George Floyd in den USA wird in Deutschland wieder über Rassismus in Staat und Institutionen diskutiert. Dabei geht es auch um das «R-Wort». » mehr

Donald Trump

25.07.2020

Trump bedauert manche seiner Tweets

Trumps Tweets sorgen immer wieder für Kontroversen. Nun räumt der US-Präsident ein, dass er manchmal über die Stränge schlägt. Aber er liebe Twitter nun mal «manchmal zu sehr». » mehr

Matteo Salvini

23.08.2019

Umfrage: Salvinis Beliebtheit bei Italienern sinkt deutlich

Auf der Suche nach einer Regierung in Italien halten sich die Parteien alle Optionen offen und taktieren. Der Staatspräsident scheint nicht besonders glücklich darüber. Einer geht geschwächt aus der Krise hervor. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Parking Day in Coburg

Parking Day in Coburg | 18.09.2020 Coburg
» 23 Bilder ansehen

Schaeffler Aktionstag in Eltmann Eltmann

Schaeffler Aktionstag in Eltmann | 16.09.2020 Eltmann
» 7 Bilder ansehen

WG: Totschlags-Prozess Coburg

Gerichtsprozess in Coburg | 14.09.2020 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2019
13:21 Uhr



^