Lade Login-Box.
Topthemen: Die Videos der WocheDer BachelorCotubeVor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-Theater

Brennpunkte

Helfer suchen unermüdlich nach dem kleinen Julen

Seit mehr als einer Woche hält die Suche nach dem kleinen Julen Spanien in Atem. Der Junge wird in einem fast 110 Meter tiefen Brunnenschacht vermutet. Die Retter stoßen auf immer neue Probleme.



Spanien bangt um Zweijährigen
Helfer unweit der Stelle, an der nach dem Zweijährigen gesucht wird.   Foto: Alvaro Cabrera » zu den Bildern

Die dramatische Suche nach dem spanischen Jungen in einem tiefen Brunnenschacht geht auch mehrere Tage nach dem Verschwinden des Zweijährigen intensiv weiter.

Die Helfer kommen bei der Bohrung des parallel verlaufenden Bergungstunnels langsamer als geplant voran. So stießen sie bei der Bohrung des Bergungstunnels erneut auf zum Teil «extrem harte Felsbrocken», zitierten spanische Medien am Montag den Sprecher der Helfer, Ángel García Vidal. Hunderte Retter führten einen «titanischen Kampf», der von Rückschlägen geprägt sei, schrieb die Zeitung «Diario Sur».

Bis zum Morgen hatten sie 52 von insgesamt 60 Metern gegraben, bis zum Abend desselben Tages kamen sie nur drei Meter weiter, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Rettungsteams am Unglücksort in Totalán nahe der andalusischen Küstenstadt Málaga. Demnach fehlten noch fünf Meter, um den ersten vertikalen Tunnel fertigzustellen.

Anschließend wollen Experten per Hand einen vier Meter langen horizontalen Tunnel graben, um zu dem Ort zu gelangen, an dem der zweijährige Julen vermutet wird. Dies bedeutet Berechnungen zufolge, dass der Junge voraussichtlich nicht vor der Nacht zum Mittwoch geborgen werden kann. Einen genauen Zeitpunkt konnten die Experten nicht nennen, jedoch sprachen Helfer am Abend von mindestens 32 weiteren Stunden.

Von dem Kind gibt es seit dem 13. Januar kein Lebenszeichen. Mit jeder Minute werden deshalb die Hoffnungen auf einen glücklichen Ausgang geringer. Experten versichern allerdings weiter, es sei nicht ausgeschlossen, dass das Kind noch am Leben sei.

Der Kleine soll bei einem Ausflug seiner Familie in das Loch gefallen sein, das einen Durchmesser von nur 25 bis 30 Zentimetern hat. Bei Kameraaufnahmen wurde im Schacht in einer Tiefe von gut 70 Metern eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt, die Julen bei sich hatte. Lose Erde verhinderte ein tieferes Vordringen mit der Kamera. Experten erklärten, ein vergleichbarer Notfall in einer solchen Tiefe sei weltweit noch nie dagewesen.

Nach Fertigstellung des Tunnels, der parallel zum Schacht verläuft, sollen die Wände des Lochs befestigt werden, um Erdrutsche zu verhindern. Anschließend sollen erfahrene Minenarbeiter mit Spitzhacken und Presslufthämmern unten eine horizontale Verbindung zum Schacht herstellen, in dem Julen vermutet wird. Wie lange sie dafür genau brauchen werden, war unklar. Die Zeitung «La Vanguardia» zitierte einen Experten mit den Worten, der kritischste Moment stehe den Rettern noch bevor, «wenn sie nur noch wenige Meter von Julen entfernt sein werden».

Der Schacht, der nach Medienberichten ohne Genehmigung auf der Suche nach Wasser gebohrt wurde, ist 107 Meter tief. Die Retter hoffen, das Kind in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern finden zu können. Eine Plattform zur Stabilisierung der Bohrmaschine war in etwa 20 Metern Tiefe angebracht worden. Um auf die angepeilte Tiefe von 80 Metern zu gelangen, fehlten am Montagabend demnach noch immer fünf Meter.

Anwohner aus Totalán zeigen seit einer Woche unermüdlich ihre Solidarität mit dem Kind und seinen verzweifelten Eltern. Mit Plakaten und Schildern versuchten sie, der Familie Mut zu machen. «Ganz Spanien steht Euch bei», war da zu lesen, «Hoffnung» oder - auf einem herzförmigen Transparent - schlicht «Julen».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
21:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bergarbeiter Erdrutsche Experten Tunnel
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Autokran

17.01.2019

Kampf gegen die Zeit bei Suche nach Zweijährigem im Schacht

Die Suche nach einem tief in einem Schacht verschwundenen Kind in Spanien wird zum Kampf gegen die Natur - und gegen die Zeit. Von dem Zweijährigen gibt es weiterhin kein Lebenszeichen. Und ab Samstag drohen ganz neue Pr... » mehr

In Sicherheit bringen

14.01.2020

Vulkanausbruch auf den Philippinen ist weiter bedrohlich

Innerhalb von Stunden oder Tagen ist ein «gefährlicher, explosiver Ausbruch» möglich: Rund um einen Vulkan in der Nähe von Manila herrscht weiter Alarmstimmung. In der Region leben Hunderttausende Menschen. » mehr

Überschwemmungen

04.01.2020

Bereits 53 Tote nach Überschwemmungen in Indonesien

Die Zahl der Toten nach den schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in Indonesien ist auf 53 gestiegen. Das teilte der Katastrophenschutz am Samstag mit. Wegen des Hochwassers hatten bereits mehr als 31.000 Einwohner i... » mehr

Überschwemmungen in Indonesien

03.01.2020

Dutzende Tote nach Überschwemmungen in Indonesien

In Australien wüten bei großer Trockenheit Waldbrände, im benachbarten Indonesien versinken ganze Landstriche in den Fluten. Um weitere Überschwemmungen zu verhindern, greift der größte Inselstaat der Welt nun zu ungewöh... » mehr

Suche nach Julen

22.01.2019

Rettungskräfte kommen dem kleinen Julen immer näher

Nur noch vier Meter haben die Rettungsteams in Spanien am Dienstag vermutlich vom kleinen Julen getrennt. Seit eineinhalb Wochen suchen Einsatzkräfte nach dem Jungen in einem tiefen Schacht. Lebt er überhaupt noch? » mehr

Viel Regen auf den Philippinen

03.12.2019

Taifun «Kammuri»: Bislang vier Tote auf den Philippinen

Jedes Jahr suchen zahlreiche Wirbelstürme die Philippinen heim. «Kammuri» ist in diesem Jahr schon Nummer 20. Heftige Regenfälle und hohe Windgeschwindigkeiten sorgen für Verwüstungen - mit tödlichen Folgen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Neujahrsempfang der Stadt Coburg 2020 Coburg

Neujahrsempfang der Stadt Coburg 2020 | 18.01.2020 Coburg
» 42 Bilder ansehen

Wein- und Bierprinzessin auf der Grünen Woche

Wein- und Bierprinzessin beehren die Grüne Woche (Berlin | 17.01.2020 Berlin
» 7 Bilder ansehen

Fridays for Future Haßfurt

Fridays for Future Haßfurt | 17.01.2020 Haßfurt
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
21:33 Uhr



^