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Helikopter-Kollision in Mali: 13 französische Soldaten tot

Sie waren auf der Jagd nach Terroristen - dann erleuchten Explosionen den Himmel: Während eines Kampfeinsatzes kommt es zu einem tragischen Unfall in Mali. Für die Insassen von zwei Militär-Hubschraubern kommt jede Hilfe zu spät.



Militärhubschrauber
Französische Militärhubschrauber werden zu dem militärischen Teil des Flughafens von Bamako transportiert (Archiv). Der Unfall jetzt war einer der schlimmsten Zwischenfälle für das französische Militär in den vergangenen Jahrzehnten.   Foto: Jerome Delay/AP/dpa

Die Nacht ist tiefschwarz, am Boden lauert der Feind - plötzlich kollidieren am Himmel zwei Hubschrauber: Im westafrikanischem Mali sind bei einem der tödlichsten Zwischenfälle des französischen Militärs in den vergangenen Jahrzehnten 13 Soldaten ums Leben gekommen.

Der Unfall ereignete sich am Montagabend mitten während eines Kampfeinsatzes gegen Dschihadisten. Das Unglück löste in Frankreich und weltweit große Bestürzung aus. «Diese 13 Helden hatten nur ein Ziel: uns zu beschützen», betonte Frankreich Präsident Emmanuel Macron.

Sie seien für Frankreich «im harten Kampf gegen den Terrorismus» in der Sahelzone gestorben. Ich verbeuge mich vor dem Schmerz ihrer Lieben und Kameraden», so Macron weiter. Verteidigungsministerin Florence Parly würdigte «13 Helden», die für Frankreich gestorben seien. Sie kündigte an, in den westafrikanischen Krisenstaat zu reisen. In den kommenden Tagen soll es eine große Trauerfeier am Pariser Invalidendom geben.

Frankreich kämpft in Mali und weiteren Ländern der Sahelzone mit der Truppe «Barkhane» gegen islamistische Terroristen. Ihr gehören etwa 4500 Soldaten an. In Mali sind auch bis zu 1100 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz. Sie sind Teil einer UN-Mission zur Stabilisierung des Landes. Dieser gilt als der gefährlichste Einsatz der Bundeswehr. In den Staaten der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben den Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen.

Französische Soldaten verfolgten bereits seit einigen Tagen bewaffnete Terroristen zwischen Gao und Ménaka, erklärte Verteidigungsministerin Parly während einer Pressekonferenz. Am Montagabend sei es dann zu Kämpfen zwischen französischen Fallschirmjägern und den Dschihadisten am Boden gekommen. Die Bodentruppen hätten schließlich Unterstützung angefordert «in dieser mondlosen Nacht, in der die Dunkelheit absolut ist, was die Operation erheblich erschwert», so die sichtlich erschütterte Ministerin. Drei Hubschrauber und eine Gruppe von Mirage-Kampfflugzeugen kamen den Soldaten zu Hilfe.

Ein Cougar-Hubschrauber und Tiger-Hubschrauber stießen kurze Zeit später in der Dunkelheit zusammen, keiner der Insassen überlebte. Bei den Toten handelt es sich um sechs Offiziere, sechs Unteroffiziere und einen Hauptgefreiten. Der Absturz sei nicht mit Abstürzen in der zivilen Luftfahrt zu vergleichen, da Militärflugzeuge in Kampfeinsätzen oft in enger Formation manövrieren, um einen Feind am Boden zu orten, sagte der Stabschef der französischen Streitkräfte, General Francois Lecointre. Man habe die Blackboxen der beiden Hubschrauber gefunden und werde diese nun auswerten.

Es ist der tödlichste Zwischenfall seit dem Einsatz französischer Soldaten in Mali im Jahr 2013 und dann in der Sahelzone 2014. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sind seit 2013 eingerechnet dieses Unfalls 41 französische Soldaten in der Sahelzone ums Leben gekommen. Zuletzt war Anfang November ein französischer Soldat in Mali durch einen Sprengsatz getötet worden.

Seit 1963 sind bei Auslandseinsätzen 549 französische Soldaten gestorben. Erst Anfang November hatte Präsident Macron ein Denkmal für sie in Paris eingeweiht. Insgesamt ist das Hubschrauber-Unglück eines der schlimmsten in den vergangenen Jahrzehnten. Bei einem Anschlag in Beirut 1983 auf ein Gebäude der französischen Armee kamen 58 Fallschirmjäger ums Leben. Beim Absturz eines Aufklärerflugzeugs starben 1986 im ostafrikanischen Dschibuti 19 französische Soldaten.

Durch die Sahelzone verlaufen wichtige Migrations- und Schmuggelrouten, zudem dient die wüstenhafte Region islamistischen Extremisten als Rückzugsgebiet. Trotz des Einsatzes Tausender Soldaten gibt es wenig Ergebnisse. Es fehlt auch an Mitteln, die eigentlichen Ursachen vieler Konflikte zu bekämpfen - etwa den schwachen Staat, die große Armut und mangelnde Zukunftsperspektiven. Erst Anfang November waren bei einem Überfall von Islamisten auf einen Armee-Stützpunkt im Süden Malis 54 Menschen getötet worden.

Ganz Frankreich zeigte sich erschüttert über den schrecklichen Unfall. Die Nationalversammlung legte am Nachmittag eine Schweigeminute ein. Auch international war die Anteilnahme groß. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sprach sein Beileid aus. «Ganz Europa ist in Trauer», sagte seine Sprecherin Mina Andreeva in Brüssel. Die französische Armee verteidige in Mali die Ehre und und Sicherheit Europas. Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb: «Wir teilen den Schmerz über diesen Verlust mit den französischen Volk.»

Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta betonte, dass die Soldaten nicht nur für Frankreich gestorben seien, sondern auch für Mali, die Sahel-Region, für die Freiheit und für die Menschen. «Die französische Operation Barkhane arbeitet unermüdlich im Sahel und in Mali, um die Sicherheit der vom Terrorismus betroffenen Bevölkerung zu gewährleisten», erklärte der Chef der UN-Friedensmission Minusma in Mali, Mahamat Saleh Annadif.

Auch die Bundeswehr hat in der Vergangenheit in Mali einen tödlichen Hubschrauber-Unfall erlebt. Im Juli 2017 war ein Tiger-Kampfhubschrauber nördlich von Gao abgestürzt und ausgebrannt. Dabei starben zwei Soldaten - die ersten und bislang einzigen Todesfälle des Bundeswehr-Einsatzes in Mali. Für den Absturz war nach Untersuchungen der Bundeswehr ein Wartungsfehler dreier Mechaniker ursächlich.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 11. 2019
16:38 Uhr

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