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IG Metall sieht «Hunderttausende Stellen in Gefahr»

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bringt die Bundesregierung ein milliardenschweres Konjunkturprogramm auf den Weg. Doch aus Sicht der IG Metall werden die beschlossenen Maßnahmen nicht reichen - Tausende Arbeitsplätze seien akut bedroht.



"Geschlossen"
Die Corona-Krise hat Deutschlands Wirtschaft hart getroffen, viele Betriebe kämpfen ums Überleben.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die IG Metall sieht wegen den Folgen der Corona-Pandemie «Hunderttausende Stellen» bedroht und fordert ein sofortiges Gegensteuern der Politik.

Allein aufgrund von Insolvenzen seien «150.000 Arbeitsplätze akut bedroht, wenn nicht schnell sichtbar konjunkturelle Impulse gesetzt werden», sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

«Die Metall- und Elektroindustrie sowie der Stahl befinden sich noch im Abwärtsstrudel. In Branchen wie dem Maschinenbau und dem Anlagenbau schlagen die Auftragseinbrüche erst jetzt richtig durch, über 20 Prozent der Betriebe haben erst im Mai oder Juni mit Kurzarbeit begonnen», sagte Hofmann. Allein in der Metall- und Elektroindustrie seien mehr als zwei Million Beschäftigte in Kurzarbeit. Einer bundesweiten Betriebsumfrage der IG Metall zufolge gebe es in sieben von zehn Betrieben Kurzarbeit, so die «WAZ».

Hofmann kritisierte, dass nur rund ein Viertel des 130 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramms der Bundesregierung auf die kurzfristige Belebung der Konjunktur ziele. Offen sei zudem, welchen Nutzen die Senkung der Mehrwertsteuer habe. «Das ist eher eine Schrotflinte. Restaurants werden sie nutzen, um mehr zu verdienen statt die Preise zu senken - was in ihrer Situation nachvollziehbar ist, aber den Konsum nicht steigert», sagte Hofmann. «Und die Autohersteller werden damit vor allem SUV und großräumige Fahrzeuge bewerben, weil sie die größten Gewinnmargen bringen.» Hofmann betonte, er hätte sich «zielgenauere Impulse wie die Umweltprämie gewünscht».

Der IG-Metall-Chef hatte die SPD-Spitze scharf dafür kritisiert, dass sie die Umweltprämie für die Autobranche in den Verhandlungen mit der Union verhindert hat. Die Mehrwertsteuersenkung fördere nun «vor allem Autos der höheren Preisklasse, egal, was aus dem Auspuff kommt. Das soll klimafreundlicher sein?», sagte Hofmann. Eine «konditionierte Prämie» hätte dagegen vor allem den Absatz kleinerer, sparsamer Wagen angeschoben.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
20. 06. 2020
11:23 Uhr

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dpa

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20. 06. 2020
11:23 Uhr



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