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Immer weniger Corona-Patienten auf Intensivstationen

Die Intensivstationen deutscher Krankenhäuser behandeln immer weniger Patienten wegen der Lungenkrankheit Covid-19. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist bundesweit relativ niedrig. Der R-Wert ist wieder unter den kritischen Wert gerutscht.



Serenproben
Im Molekularbiologischen Institut für Virologie am Universitätsklinikum Leipzig liegen Serenproben in einer Kühlbox.   Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist über die vergangenen Wochen in Deutschland deutlich zurückgegangen.

Laut dem DIVI-Intensivregister wurden Stand Dienstag 689 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen betreut, etwa die Hälfte von ihnen wurde beatmet. Mitte April waren es zeitweise noch mehr als 2900 Patienten gewesen. Zwar müssen die Kliniken die Belegung ihrer Intensivbetten an das Register melden, trotzdem schwankt die tägliche Zahl der meldenden Klinik-Standorte.

Die geschätzte Zahl von registrierten und noch aktiven Corona-Fällen in Deutschland beträgt derzeit rund 7100. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Die Zahl der Neuinfektionen verharrt weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 213 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet (Stand 2.6. 0 Uhr). Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg meldeten nach dem Pfingstwochenende am Dienstag keine einzige Neuinfektion, Rheinland-Pfalz eine.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach aktuellsten RKI-Angaben wieder unter die kritische Marke von 1,0 gerutscht, nämlich auf 0,89 (Datenstand 2.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,20 (Datenstand 1.6. 0 Uhr) gelegen.

Das RKI hatte bereits am Wochenende erklärt, dass der R-Wert empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen reagiere, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. Insbesondere bei einer insgesamt kleineren Anzahl von Neuerkrankungen könne dies zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 2.6. 0 Uhr) bei 0,87 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Bis auf vereinzelte Ausnahmen vermeldeten alle Landkreise in Deutschland laut RKI in den vergangenen sieben Tagen weniger als 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das RKI weist aber darauf hin, dass seine Zahlen von den aktuelleren lokalen Angaben abweichen können. Rund 100 von etwa 400 Landkreisen waren innerhalb dieses Zeitraums demnach gar keine Neuinfizierten bekannt.

Ein Corona-Ausbruch in Göttingen hat unterdessen auch weitreichende Folgen für mehrere Hundert Schüler. Infolge von privaten Feiern zum muslimischen Zuckerfest haben sich in Göttingen mittlerweile 80 Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Laut der Stadt befinden sich aktuell 230 Menschen in Stadt und Landkreis Göttingen sowie 140 im restlichen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in Quarantäne.

Mit dem Zuckerfest feiern Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan. Weil auch 24 Kinder unter den Infizierten sind, will die Stadt alle Göttinger Schulen und einige im Landkreis diese Woche schließen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 06. 2020
21:14 Uhr

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02. 06. 2020
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