Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Iran erwidert Trumps Drohungen - Spannungen eskalieren

Der Iran und die USA überziehen sich wieder gegenseitig mit Drohungen - wie vor der Corona-Krise. Beide Seiten werfen sich vor, die Spannungen anzuheizen.



Iranische Boote provozieren US-Kriegsschiff
Schiffe der iranischen Revolutionsgarde in der Nähe eines Schiffes des US-Militärs im Persischen Golf bei Kuwait (Archiv).   Foto: Uncredited/U.S. Navy/AP/dpa

Der Iran hat US-Präsident Donald Trump im Falle eines Angriffs auf iranische Patrouillenboote mit einer entschiedenen Reaktion gedroht.

Nach einer entsprechenden Drohung Trumps bestellte das iranische Außenministerium den Schweizer Botschafter in Teheran ein, der die diplomatischen Interessen der USA im Iran vertritt. «Dem Botschafter wurde mitgeteilt, dass der Iran die feindseligen und bedrohlichen Aussagen des US-Präsidenten scharf verurteile und jeglichen Angriff der USA am Persischen Golf erwidern werde», sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi.

Trump hatte am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus gesagt, das US-Militär werde im Fall gezielter Störungen iranische Patrouillenboote versenken. Die USA würden sich unter seiner Führung Provokationen des Irans wie jüngst im Persischen Golf nicht gefallen lassen.

Eine Woche zuvor hatte die US-Marine erklärt, elf Boote der Iranischen Revolutionsgarden hätten sich wiederholt «gefährlich» und «provozierend» US-Kriegsschiffen genähert. Die USA haben die Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft.

Außenamtssprecher Mussawi forderte die USA auf, die Vorschriften der internationalen Schifffahrt einzuhalten. Außerdem solle Trump seine Soldaten lieber im eigenen Land im Kampf gegen das Coronavirus einsetzen, als sich im Ausland auf «Abenteuer» einzulassen, fügte der Sprecher nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna hinzu. US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Mittwoch gesagt, der Iran solle seine Ressourcen zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie aufwenden, statt seine «weltweite Terrorkampagne» fortzuführen.

Auch Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif wies Trumps Drohung zurück. «Die US-Soldaten haben an einem Ort, der 7000 Meilen von ihrem Zuhause entfernt ist, nichts zu suchen», schrieb Sarif am Donnerstag auf Twitter. Die USA sollten die iranische Marine am Persischen Golf nicht provozieren. Der Chef der Revolutionsgarden, General Hussein Salami, sagte nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna, der Iran werde jegliche Aggression der USA im Persischen Golf «schnell, konsequent und effektiv» erwidern.

Die Spannungen waren zuvor durch den Start eines Militärsatelliten der Revolutionsgarden angeheizt worden. Pompeo hatte den Schritt am Mittwoch kritisiert und eine Überprüfung gefordert, ob der Iran mit dem Start der Trägerrakete gegen UN-Sicherheitsresolutionen verstoßen habe. Israel reagierte auf den Start mit einem Aufruf an die internationale Gemeinschaft, schärfere Sanktionen gegen den Iran zu verhängen.

Dagegen kam aus Russland Rückendeckung für den Iran. Die Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates schränke das Recht des Landes nicht ein, das Weltall für friedliche Zwecke zu nutzen und seine nationalen Ziele zu verfolgen. Das teilte das russische Außenministerium in Moskau mit. Die USA, die immer wieder selbst internationales Recht gebrochen hätten, würden hier ohne Beweise Anschuldigungen erheben. Zugleich betonte das Ministerium, Russland hoffe, dass der Iran nie in den Besitz von Atomwaffen komme.

Teheran und Washington pflegen seit mehr als 40 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr. Seit der einseitigen Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran durch die USA im Mai 2018 hatten die Spannungen zwischen den beiden Ländern immer weiter zugenommen. Die gezielte Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani im Januar bei einem US-Luftschlag markierte einen gefährlichen Eskalationspunkt. Zeitweise wurde der Ausbruch eines neuen Krieges befürchtet. In der Corona-Krise, die sowohl den Iran als auch die USA schwer getroffen hat, ist der gefährliche Konflikt in den Hintergrund gerückt. Gelöst ist er aber weiterhin nicht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 04. 2020
18:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Außenminister Außenministerien Donald Trump Iranische Außenminister Iranisches Außenministerium Mahmud Abbas Marine Mike Pompeo Militärsatelliten Mohammed Dschawad Sarif Präsidenten der USA Russisches Außenministerium Twitter UN-Sicherheitsrat US-Außenminister US-Marine US-Militär US-Soldaten United States Navy
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ärger im Luftraum

24.07.2020

Flugzeug-Vorfall: Iran erwägt rechtliche Schritte gegen USA

Ein US-Kampfflugzeug nähert sich einer iranischen Passagiermaschine im syrischen Luftraum. Irans Außenminister wirft den USA Gefährdung von Menschenleben vor. Das US-Militär sieht das anders. » mehr

US-Präsident Trump

14.08.2020

Iran und Türkei: Annäherung der Emirate mit Israel Fehler

Unter Vermittlung der USA haben sich Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen geeinigt. Die Palästinenser fühlen sich verraten. Ein bedeutender Akteur in der Region prangert... » mehr

Raketenstart

22.04.2020

Neue Spannungen um den Iran - Trump droht mit Angriffen

Mit der Corona-Krise ist der Konflikt der USA mit dem Iran aus den Schlagzeilen geraten. Doch vorbei ist er nicht. Das machen ein Satellitenstart und Vorgänge im Persischen Golf deutlich. » mehr

Benjamin Netanjahu

12.09.2020

Iran und Türkei verurteilen Bahrains Vereinbarung mit Israel

US-Präsident Trump spricht von einem «historischen Durchbruch». Israels Ministerpräsident Netanjahu ist «begeistert» über die geplanten Abkommen mit den Emiraten und Bahrain. Wütende Kritik kommt nicht nur von den Paläst... » mehr

Donald Trump

16.08.2020

Trump will Rückkehr aller Iran-Sanktionen

Die USA sind in der Iran-Frage im UN-Sicherheitsrat weitgehend isoliert. Trotzdem scheint Präsident Trump fest entschlossen, dem Atomdeal mit Teheran einen möglicherweise tödlichen Stoß zu verpassen. Was folgen könnte, w... » mehr

Trump

21.05.2020

USA ziehen sich aus Abkommen zur Luftüberwachung zurück

US-Präsident Trump kündigt ein weiteres internationales Abkommen auf. Die Schuld dafür schiebt er Russland zu. Besonders betroffen dürften davon aber die Nato-Partner in Europa sein. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Parking Day in Coburg

Parking Day in Coburg | 18.09.2020 Coburg
» 23 Bilder ansehen

Schaeffler Aktionstag in Eltmann Eltmann

Schaeffler Aktionstag in Eltmann | 16.09.2020 Eltmann
» 7 Bilder ansehen

WG: Totschlags-Prozess Coburg

Gerichtsprozess in Coburg | 14.09.2020 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 04. 2020
18:27 Uhr



^