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Jagd auf Wölfe in Deutschland? - Politiker fordert Abschuss

Politiker wollen Jagd auf Wölfe machen. Die Debatte um die streng geschützten Tiere ist damit neu entfacht. Fest steht: Der Wolf ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch und macht Beute bei Nutztieren.



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Wölfe, aufgenommen in einem Naturpark, lösen bei den Menschen immer noch viele Ängste aus.   Foto: Archiv, dpa

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Dresden - Unionspolitiker wollen die Zahl der streng geschützten Wölfe regulieren und sie dabei auch abschießen lassen. «Abschüsse von Wölfen, die ein atypisches Verhalten aufweisen oder sich innerhalb eingezäunter Weiden befinden, sollten ermöglicht werden», erklärte der sächsische Landtagsabgeordnete Jan Hippold nach einem Treffen der umweltpolitischen Sprecher von CDU und CSU im Bund und in den Ländern in Dresden. Dagegen verlangte die Umweltschutzorganisation WWF ein klares Bekenntnis zu den Wölfen.

Es gebe einen großen «Vertrauensverlust vor allem bei Nutztierhaltern, Jägern und den Menschen in betroffenen Gebieten, heißt es in einer «Dresdner Resolution» zum Wolfsmanagement: «Die Verharmlosung des Wolfes und der zögerliche Umgang zuständiger Behörden mit der Wolfsproblematik vergrößern den bereits eingetretenen Akzeptanzverlust stetig. Wölfe sind hochintelligente Tiere, die schnell realisieren, wenn ihnen keine Gefahr droht.»

In der Resolution wird darauf verwiesen, dass der Wolf inzwischen im gesamten Bundesgebiet vertreten ist. Aktuell seien in Deutschland 46 und im Westen Polens 56 Wolfsrudel nachgewiesen. Die dynamische Entwicklung mit einer jährlichen Zuwachsrate von 30 Prozent sei das Ergebnis von Artenschutz. Da der Wolf nicht bejagt werde, breite er sich immer schneller aus. Auch Schutzmaßnahmen für Nutztiere würden Wölfe nicht hindern, in Herden leichte Beute zu machen.

«Für solche, zu Problemwölfen gewordene Tiere, darf auch die Bejagung kein Tabu sein», verlangen die Unionspolitiker und regen ein bundesweit agierendes Expertenteam an, das zuständigen Behörden Empfehlungen gibt. Die Menschen und besonders die Landwirte in den ländlichen Gebieten dürften nicht länger allein gelassen werden, betonte der Vorsitzende der umweltpolitischen Sprecher, Dieter Dombrowski aus Brandenburg. Man benötige praxistaugliche Regelungen im Wolfsmanagement der Länder. Auch der Bund und die EU müssten sich stärker zu ihrer Verantwortung bekennen.

Die Umweltschutzorganisation WWF forderte dagegen von der Politik ein klares Bekenntnis zum Existenzrecht der Wölfe in Deutschland. Interessenvertreter und Politiker sollten sich darüber Gedanken machen, wie sie die flächendeckende Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen in Wolfsgebieten noch besser unterstützen können, teilte die Organisation mit. Man brauche eine umfangreiche Beratung für Nutztierhalter, die Förderung von Maßnahmen zum Schutz der Herde sowie schnelle, unbürokratische Ausgleichszahlungen bei gerissenen Tieren. «Hier herrscht dringender Nachholbedarf», erklärte Moritz Klose, Wildtier-Referent des WWF.

Klose verwies auf ein Studie aus den USA, wonach der Abschuss von Raubtieren in vielen Fällen sogar zu einer Zunahme der Angriffe auf Nutztiere führte: «Wenn ein erfahrenes Tier aus einem Wolfsrudel abgeschossen wird, kann es seine Erfahrungen mit wachsamen Herdenschutzhunden oder schmerzhaften Elektrozäunen nicht an das Rudel weitergeben. Möglicherweise attackieren unerfahrene Jungtiere dann erneut Nutztiere, wenn hier leichte Beute zu machen ist.»

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Veröffentlicht am:
30. 09. 2017
13:20 Uhr

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30. 09. 2017
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