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Kroatien soll Migranten über «grüne» Grenze abschieben

Kroatiens Polizei schiebt nach Darstellung von Menschenrechtlern Flüchtlinge und andere Migranten auf illegale Weise über die «grüne» Grenze ins Nachbarland Bosnien-Herzegowina ab.



Flüchtlinge in Kroatien
Flüchtlinge in einem kroatischen Polizeibus. Menschenrechtler werfen Kroatiens Polizei vor, Flüchtlinge und andere Migranten über die «grüne» Grenze nach Bosnien-Herzegowina abzuschieben.   Foto: Antonio Bat/EPA/Archiv

Die zivile Beobachterorganisation Border Violence Monitoring (BVM) veröffentlichte am Sonntag ein Dossier mit heimlich aufgenommenen Videos, die zeigen sollen, wie Migranten von bewaffneten kroatischen Polizisten zu einer Stelle in einem Wald an der Grenze zu Bosnien geführt werden. Dort fordern die Beamten sie auf, einem Waldweg zu folgen, der ins Nachbarland führt.

Auf 132 Filmen sind mehr als 50 angebliche Gruppenabschiebungen zu sehen. Betroffen sind 350 Flüchtlinge und Migranten, unter ihnen Frauen und Kinder. Die Videos sollen zwischen dem 29. September und 10. Oktober dieses Jahres im Gebiet zwischen den Grenzorten Uzljebic (Kroatien) und Lohovo (Bosnien) aufgenommen worden sein.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder, dass das EU-Land Kroatien Migranten über die «grüne» Grenze nach Bosnien zurückschiebe. Dabei würde ihnen das Recht verwehrt, einen Asylantrag zu stellen. Die Berichte stützen sich in der Regel auf Aussagen der von den Abschiebungen Betroffenen. Die Organisation BVM hat zum ersten Mal Videos vorgelegt, die als Beleg für diese Praxis dienen könnten.

Das kroatische Innenministerium verwahrte sich gegen den Vorwurf illegaler Rückschiebungen. Die kroatische Polizei handle im Einklang mit dem Schengen-Grenzkodex, wenn sie Ausländer, die nicht zur Einreise in die EU befugt sind, direkt an der Grenze zurückweise, hieß es in der Erklärung des Innenministeriums vom Sonntag.

Seit der weitgehenden Schließung der Balkanroute, die von Griechenland über Mazedonien, Serbien und Ungarn nach Mitteleuropa führt, hat sich eine alternative Route über Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slowenien etabliert.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
16. 12. 2018
21:29 Uhr

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16. 12. 2018
21:29 Uhr



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